China, Sinkiang 29. Juni bis 4. Juli

Da sind wir wieder und reichen jetzt in mehreren Beiträgen einen Monat China (Sinkiang, Tibet und Yunnan) nach.

Am 29. Juli sind wir über die kirgisische Hochebene Richtung chinesische Grenze gefahren. Wir wollten in der Nähe der Grenze übernachten um morgens rechtzeitig oben am Torugart Pass auf unseren Guide zu warten. Schon die Fahrt  zum Torugart war einzigartig, wie so vieles in den letzten Wochen.

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Unser letzter Schlafplatz in Kirgistan, wieder mit unvergleichlichem Sternenhimmel.

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Ankunft am Torugart Pass, das Tor war noch zu.

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Der Zeitunterschied zu Beijing-Time ist zwei Stunden. Apropos Zeitunterschied: In Sinkiang (gesprochen Schündjang) wird sowohl Beijing-Time, vor allem bei allen Behörden, als auch Local-Time verwendet, die die zwei Stunden wieder zurückdreht. Deshalb haben wir auch am nächsten Tag (Gang zur Zulassungsstelle) zwei Stunden auf unsere Helfer gewartet.

Vorher musste allerdings das Auto noch gewaschen werden, damit niemand bei der Zulassung und der technischen Abnahme beleidigt wird.

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Am nächsten Tag ging es dann zur Zulassung und zur technischen Abnahme. Als ich in der Schlange stand und sah, was da alles vorfuhr, hatte ich keinerlei Bedenken.

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Ein Auto musste hingeschoben werden, weil es nicht mehr ansprang. Das Bild täuscht übrigens, die sechsspurige Schlange ist mindestens dreihundert Meter lang. Wir waren früh genug da.

Der Erfolg:

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Mit ein bisschen Ruhe nach den Behördengängen waren damit unsere ersten beiden Tage in China verbracht. Erst danach konnten wir anfangen Kashgar, das die Chinesen übrigens Kashi nennen, zu entdecken. Und zu entdecken gab es viel. Vor allem viel gutes Essen.

Das man hier in China ist, erkennt man ohnehin nur an chinesischen Schriftzeichen die immer mal wieder auftauchen. Ansonsten könnte man annehmen, man ist weiterhin in Zentralasien.

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In dieser Strasse gibt es hervorzügliche Garküchen. Allerdings kann man auch Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

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Am Ende dieser Strasse befindet sich ein großer Platz mit der größten Moschee in China.

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Wie man sieht, wird auch in China der islamische Glaube gelebt.

In Sinkiang und noch mehr in Tibet, unterliegt aber alles einer akribischen Überwachung durch Polizei und Militär. Mehr dazu in unserem Tibetbeitrag.

Stattdessen an dieser Stelle ein Blick auf einen großen Platz voller Garküchen.

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Ein paar Eindrücke von der Altstadt Kashgars:

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Drei Männer in der Töpferei, rechts unser Guide für Sinkiang, Kasim.

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Grabmal einer Herrscherfamilie aus dem sechzehnten Jahrhundert.

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Am Sonntag haben wir dann den weltberühmten Viehmarkt von Kashgar besucht. Eine archaische Angelegenheit, da die Metzger am Rand auch gleich gearbeitet haben. Davon gibt es hier aber keine Bilder.

Stellt Euch aber vor, über dreißig Grad, Staub und eine Melange aller Wohlgerüche eines Viehmarkts. Kurz: Nichts für zartbesaitete Mitteleuropäer, die Fleisch nur in bereits verarbeiteter Form kennen.

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Nach Besuch des Viehmarkts haben wir noch einen halben Tag Erholung in Kashgar gemacht, um dann am 4. Juli Richtung Tibet aufzubrechen. Als wir nachmittags in Kargilik in das Hotel eingecheckt haben, wussten wir noch nicht, dass wir hier nicht übernachten würden, da unsere Reiseerlaubnis für Sinkiang an diesem Tag auslief. Dies erfuhren wir erst bei dem Versuch uns bei der Polizei in Kargilik zu registrieren. Wir mussten also Sinkiang vor Mitternacht verlassen haben. Das bedeutete einen langen Fahrtag, der um 2.00 Uhr nachts vor einem Guesthouse endete, nachdem wir die innerchinesische Grenze zu Tibet (mit Militärcheckpoint) überschritten hatten.

Das Guesthouse war nach Angaben unseres neuen Guides für Tibet, Lousan, nicht für Europäer geeignet. War uns auch recht, wir wollten eh lieber im Bus übernachten. Den stellten wir dann auf eine Reparaturrampe, da wir sonst wahrscheinlich über Nacht im Schlamm versunken wären.

Hier zum Abschluss ein paar Eindrücke von der Fahrt am Rande der Wüste Taklamakan.

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Das „touristische“ Tor zu Tibet. Den Militärcheckpoint konnten wir leider, genauso wie die in Tibet zahlreichen Polizeicheckpoints, nicht fotografieren.

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Westtibet bis Guge 5. bis 10. Juli

Tibet, für viele ein Traumland. Unser Eindruck ist gespalten und das aus mehreren Gründen. Tibet ist ein Land unter ständiger Überwachung. Mindestens alle hundert Kilometer gibt es eine Polizeikontrolle. Das kann eine Speedcontrol sein, also die Vorgabe, in welcher Zeit eine bestimmte Entfernung zu fahren ist. Kann aber auch eine Registrierung sein oder eine zusätzliche Militärkontrolle. Unser Guide hatte jedenfalls mächtig zu tun, immer alle Papiere vorzuzeigen. Unser Reisepermit, auf dem die genaue Route vermerkt war, hatte am Ende 64 Stempel. In jeder Stadt wurden wir am Stadteingang kontrolliert und mussten uns dann in der Stadt noch registrieren lassen. Ab und zu gab es eine zusätzliche Kontrolle am Stadtausgang.

Wenn man zu schnell unterwegs war hat man eben noch eine kleine Pause eingelegt. Manchmal sogar direkt vor der Polizeikontrolle. Nun ja, so gab es wenigstens ausreichend Espressopausen. Wie hier beim „Höhenespresso“ auf 4.765m Höhe.

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Dazu kam, dass die Höhe, vor der wir abstrakt so und so Respekt hatten, uns und auch dem Auto ziemlich zugesetzt hat. Uns 4 bis 6 Tage, mit Kopfschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit, dem Auto, bis wir nach 16 Tagen mal wieder auf unter 2.000m kamen.

Demgegenüber eine grandiose Natur und die tibetische Kultur.

Aber der Reihe nach:

Am zweiten Tag Tibet erreichten wir schon den höchsten Pass unserer Reise.

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Die tibetische Schals waren ein Wilkommensgeschenk von Lousan unserem Tibetguide. In dieser Höhe reichten uns am Anfang schon die paar Schritte vom Auto zum Schild, um außer Puste zu kommen. Ab jetzt bewegten wir uns nach dem Pass auf mindestens 4.600m.

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Die „Hügel“, die hier zu sehen sind, sind alles 5.000er. Mithin alle höher als der Montblanc, der höchste Berg der Alpen. Berge unter 7.000m haben hier übrigens keine Namen, es sei denn es handelt sich um heilige Berge.

Bauernhöfe gibt´s hier überall auf dieser Höhe.

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Morgenstimmung am See. Das andere Ufer des Sees ist in Indien…

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wie auch die 7.000er im Hintergrund.

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Hier der See noch mal typisch tibetisch. Gebetsfahnen sind hier tatsächlich überall.In Lhasa erkennt man ein durch Tibeter bewohntes Haus daran, dass auf dem Dach Gebetsfahnen wehen.

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Ebenfalls überall anzutreffen, gerne auch mal hinter einer Kurve mitten auf der Strasse…

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….Yaks, die nur in Tibet wachsen (oder so ähnlich). Schmecken übrigens gut, vor allem in Momo´s, den hiesigen Tortellinis.

Kleiner Stau wegen eines Dorffestes….

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… die Bevölkerung überquert mit Strassensperrung die Selbige und die Pferde werden zum Start geführt.

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Leider konnten wir uns das Ereignis nicht anschauen, da man nicht selbstbestimmt Urlaub in Tibet macht. Unser Tagesziel war noch ca. 250 km entfernt und wir mussten weiterfahren.

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Was da rumliegt ist übrigens kein Müll, sondern Reste von Gebetsfahnen. Hier sind wir auch mal wieder über 5.000m.

Rote Berge, gelbe Berge, grüne Berge und lila Berge, hier haben die Steine alle Farben.

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In diesen Felsspalten befand sich unser nächstes Ziel, das Gute Königreich, von dem bis heute keiner genau weiß, wie es untergegangen ist. Einst war es ein mächtiges Reich in Tibet.

Ausgangspunkt für die Besichtigung ist die kleine Stadt Zhanda. Von uns bekommt sie den Titel „nicest little town in Westtibet“, obwohl wir morgens von den antretenden und singenden Soldaten der chinesischen Volksarmee geweckt wurden.

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Die große Stuba von Zhanda. Das Kloster war leider wegen Renovierung geschlossen.

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Die Ruinen des Guge-Königreichs. Ja, da sind wir trotz aller Kurzatmigkeit raufgeklettert (wir sind zwar etwas vom Hochplateau runtergefahren in die Spalten, aber immer noch über 4.000 m). Frank allerdings kurz vor dem Herzkasper. 40 Jahre rauchen fordern ihren Tribut. Das „move slowly“ unseres Guides klingt uns noch immer im Ohr.

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Hier der Beweis, Fotos von Oben!!!

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Runtergehen war auch nicht ganz einfach, incl. Beule an Franks Kopf, war aber nicht mehr ganz so anstrengend und wir haben es gut bewältigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heiliger See, heiliger Berg und Everest

Uns geht es langsam etwas besser, dem Auto nicht. Es zickt, aber fährt. Weiter über die tibetische Hochebene über 4.500m.

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So sehen tibetische Dörfer in Westtibet aus, jedenfalls der Neubauteil. Man beachte die vielen chinesischen Fähnchen. Wie wir später feststellen konnten, gibt es so viele chinesischen Fähnchen in anderen chinesischen Provinzen nicht.

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In einem der  Hinterhöfe haben wir im Auto übernachtet. Zusammen mit gefühlt hundert Hunden, die die ganze Nacht gekläfft, gejault und geheult haben. In jedem tibetischen Dorf gab es diese vielen Hunde.

Kurzer Ausflug in einen Bereich der in normalen Urlaubsgeschichten nicht vorkommt:

Die tibetische Toilette! Offene Löcher über großem Loch. Manchmal ummauert, manchmal nur mit dünnen Sperrholzplatten belegt. Immer ein Abenteuer. Manchmal würgereizfördernd. Insbesondere dann, wenn man in 5.000m Höhe übernachtet hat und es einem so und so nicht so richtig gut geht. Die lustigen Details gibt´s nur im persönlichen Gespräch….

Das interessierte echte Tibeter nicht.

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Auch die Strassen erfüllten oft nicht die Mindeststandards….

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…..aber dafür hatten wir unseren Bus, der zwar über 4.500 m ordentlich zuckte, aber fuhr!

Als Ausgleich grandiose Natur, atemberaubend (teilweise im wahrsten Sinne des Wortes).

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Jeder Tibeter muss in seinem Leben einmal um den Mount Kailash eine Pilgertour unternommen haben. Auch in unserer Routenbeschreibung war eine solche vorgesehen. Start auf 4.850 m, mit Anstieg auf bis zu 5.600 m, 3 Tage Wanderung.

In einem (für Frank) seltenen Moment klarer Selbsteinschätzung haben wir schon in Deutschland per email dankend verzichtet, da unser Kontakt zu Gott eh leicht gestört ist.

Pilger und Mönche zu Fuß haben wir dann auf dem weiteren Weg nach Lhasa immer wieder getroffen. Das ist eine echte Leistung.

Angekommen in einem eher schmuddeligen tibetischen Dorf, in dem sich Laden an Laden reihte (verkauften alle dasselbe), war unser Guesthouse im Hinterhof noch ein echter Hingucker. Wir hatten hier aber ein nettes Treffen mit einer Gruppe Hongkong-Chinesen, die sich vor allem für den Bus interessierten.

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Nebenan in der Garage befand sich das beste Restaurant des Ortes. Gekocht wurde aus der Tiefkühltruhe im Hintergrund, hat aber ganz gut geschmeckt.

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Und hier ist er nun, der heilige Berg Kailash.

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Unter 7.000 m hoch, aber weil heilig mit eigenem Namen.

Direkt nebenan der heilige See Manasarovar.

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Wieder jede Menge Gebetsfähnchen….

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….aber auch eine Pilgerin auf dem Weg zum Kailash.

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Eigentlich wollten wir am Manasarovar See übernachten. Als wir aber nach einer wilden Offroad Fahrt am See ankamen und unser Bus sofort schwarz vor Moskitos war, sind wir dann doch weitergefahren.

Am nächsten Tag war dann Schluss mit dem wolkenlosen Himmel. Ausgerechnet an dem Tag, an dem wir zum Everest fuhren. Es ging gleich gut los. Wir wollten eine Nebenstrecke nehmen, die dann aber dermaßen brutale kurze Wellen, mit den entsprechenden Stößen auf das Fahrwerk, hatte, dass der Bus den Dienst kurzzeitig komplett versagte.
Uns blieb nichts anderes übrig, als auf den „Friendship-Highway“ zurück zu fahren. Gaaaanz langsam zu fahren, nachdem der Bus wieder ansprang. Hoffentlich konnten wir den Everest überhaupt erreichen. Wir entschieden uns jedenfalls, nach dem Everest auf dem kürzesten Weg nach Lhasa zu fahren und den Wagen bei VW durchchecken zu lassen, wir wußten ja nicht, was los ist.

Aber erst mal zum Everest, über vier weitere 5.000er Pässe.

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Das Wetter klarte dann auf, unsere Hoffnung stieg mit jedem bewältigten Kilometer.

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Und hier ist er nun, der Berg der Berge, 8.848 m hoch, in einem ersten Blick.

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Unser Guide wurde ganz hektisch, „Move move“, kam von hinten. Unsere 20:80 Chance schien zu klappen. Wir fuhren so schnell es ging Richtung Kloster Rong Buk, wo wir auch übernachten wollten.

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Und dann hatten wir den echten Blick auf den Everest.

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(Der Beweis, dass wir da waren)

Der Everest sieht nicht ganz so gewaltig aus, aber wir stehen ja auch schon bei 5.100 m.

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…und noch mal der Gipfel…

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Gänsehautfeeling.

 

Nach Lhasa 13. bis 18. Juli

Am nächsten Morgen hatte sich der Everest in Wolken gehüllt. Also nichts mit Sonnenaufgang am Everest. Dadurch fiel auch das angepeilte Foto mit Tisch, Stuhl und Flip-Flops aus. Oder vielleicht hing das auch damit zusammen, dass ich schon genug damit zu tun hatte mein Eigengewicht durch die Gegend zu schleppen (@ Ralph: Wäre eh nur für Dich gewesen).

Das Auto sprang nicht an, bzw. ging immer wieder aus, es war kalt und wir hatten Kopfschmerzen nach einer Nacht über 5.000m.

Letztlich sind wir doch noch weggekommen und auch die zwei 5.000er Pässe Richtung Shigatze und Lhasa konnten wir bewältigen. Ein Blick zurück sollte eigentlich drei Achttausender zeigen (Lothse, Everest und Cho Oyu). Leider auch in Wolken.

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Danach hatte uns die Hocheben wieder, auf der jetzt auch vermehrt Nomaden unterwegs waren.

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Auf dem Weg zur Arbeit.

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Ein kleines Kloster auf Höhe des Kilometersteins 5.000 des Friendship-Highways.

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Zwischenzeitlich fehlte uns aufgrund der „Schüttelstrecken“ eine Radkappe und wir hatten vorne rechts ein merkwürdiges Geräusch am Fahrwerk. Umso dringender wurde es in unseren Augen, Lhasa zu erreichen. Das waren aber noch fast 1.000 km. Die Distanzen in Tibet sind einfach gewaltig. Die Natur auch.

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Neue Straße. Der Fluss heißt in Indien später Brahmaputra.

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Dann ging es runter, erstmals sogar wieder unter 4.000m. Das erkennt man daran, dass es wieder mal einen Baum gibt.

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Gegenüber lag die tibetische Ausführung einer Autowaschanlage im Nirgendwo.

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Von Shigatse, mit 400.000 Einwohnern Tibets drittgrößte Stadt, haben wir glatt vergessen Fotos zu machen, obwohl wir dort erstmals wieder großartig gegessen haben. Nepali-Küche, es war göttlich.

Dann noch ein Tag nach Lhasa. Natürlich mit der obligatorischen Polizeikontrolle am Eingang der Stadt. Diesmal hat Andrea ein Foto gemacht, Frank war deswegen ziemlich nervös.

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Ihr seht, wie aus jedem Auto einer ausstieg, um die Papiere zu zeigen. Unser Guide war auch schon unterwegs, ansonsten hätte er uns den Fotoapparat aus der Hand geschlagen.

Danach mussten wir quer durch die Neustadt, in der gerade für mehrere tausend Han-Chinesen neue Wohnungen entstehen, über eine Brücke in das alte Lhasa fahren.

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Blick von der Brücke auf den Potala.

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Wir bezogen Zimmer im Yak-Hotel, mitten in der Altstadt. Ja, die Zivilisation hatte uns wieder. Sitzklo und separate Dusche, welch ein Luxus!!!
Die Stadt hat auch mehr als zwei Restaurants und einen Coffee-Shop mit halbwegs gutem Internet (natürlich mit den in China üblichen politischen Blockaden). Wahnsinn! Wir konnten unser Glück kaum fassen, weil wir auch wieder unabhängig (ohne Guide) zurecht kamen (und kommen durften).
Dazu kam, Lhasa liegt auf 3.800m Höhe. Das war echte Erholung, man glaubt es kaum.

Am nächsten Tag ging es erstmal zur VW Werkstatt.

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Entwarnung. Unsere Motorschwierigkeiten waren nach Auskunft der Mechaniker (die sich zwischenzeitlich bestätigt haben) der Höhe geschuldet. Moderne TDI Motoren seien eben sensibel und in Tibet hätten sie eine komplett andere elektronische Motorsteuerung wegen der dünnen Luft. Das Geräusch vorne käme von einer gebrochenen Schalldämmscheibe, die sie aber wegen des Seikel-Fahrwerks nicht ersetzen könnten. Wäre aber auch für die nächsten 10-20.000 km kein Problem. Wie ihr sehen könnt, haben die alles genau untersucht, Öl, Ölfilter und Luftfilter gewechselt und uns wieder weggeschickt. Wir waren beruhigt.

In Lhasa gab es auch wieder andere westliche Touristen. Wir sind also nicht mehr so aufgefallen. In Westtibet waren wir eher noch die Sensation. Viele wildfremde Menschen wollten mit uns fotografiert werden, was auf uns zunächst eher befremdlich wirkte. Hier tobte einfach das Leben.

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Yak-Fleisch in der Auslage. Um die Ecke der Zahnarzt.

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Köstliches Essen….(natürlich hatte Andrea wie immer die bessere Wahl getroffen).

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…wir konnten uns richtig gut erholen.

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Und natürlich die echten Sehenswürdigkeiten mit Jokhang-Tempel und Potala-Palast.

Der Potala hat übrigens über 2.000 Zimmer, was für uns wieder einige Stufen bedeutete. Aber unter 4.000m, fast schon im Flachland, kein Problem.

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Blick von oben, fast schon auf ein Märchenland….

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Hier wird gebetet.

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Der Potala ist zusammen mit dem Jokhang-Tempel das geistliche Zentrum Tibets und gleichzeitig der Ursprung von Lhasa. Die Stadt ist dazwischen entstanden.

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Das goldene Bauwerksteil ist übrigens die Übernachtungsmöglichkeit des Dalai Lama, die in jedem Kloster vorgesehen ist (natürlich nur theoretisch).

Abschließend noch der Blick auf den Potala vom Jokhang-Tempel.

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Osttibet 18. bis 21. Juli

Es begann der Abstieg. Der Abstieg von der tibetischen Hochebene, Richtung Yunnan. Lange Fahrtage durch stark geänderte Landschaften. Auf einmal prägten vor allem Wälder das Bild. Aber auch noch ein 5000er Pass.

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Die Höhenkrankheit, die wir ohnehin nur in ihrer abgeschwächten Form hatten, war nur noch eine Erinnerung. Glück gehabt!

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Das Wüstenähnliche, dass Westtibet noch prägte, wich einer Landschaft mit viel Wasser und Grün. Es erinnerte schon fast an Nordeuropa, sieht man mal davon ab, dass sich alles bei 4.000 m abspielte.

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Die Strassenverhältnisse allerdings waren verheerend nach ergiebigen Regenfällen. Teilweise war gar keine Straße mehr da. Nach Bayi mussten wir um 6.30 Uhr starten, da die Reststrasse um 8.30 für den Tag gesperrt wurde. Für die ersten 45 km haben wir dann drei Stunden gebraucht. Hier ein kleiner Exkurs. Die wildesten Teile haben wir allerdings gar nicht fotografiert, wegen der Anspannung.

 

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Unten ging´s ins Wasser.

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Zwischendrin wenig Vertrauen erweckende Tunneleinfahrten, die Tunnel waren dann duster mit entgegenkommenden unbeleuchteten Autos.

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Ab und zu fehlte dann auch die Hälfte der Strasse (ganz frisch) und an der Seite ging´s dann 200 m runter.

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In den wildesten Baustellen oft anzutreffen: Der gemeine Pilger, auf dem Weg zum Mount Kailash.

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Wenn ein Schild „Steinschlag“ an der Strasse stand, wussten wir: Da liegt ein Steinschlag. Manchmal war auch schon die Raupe für die Beseitigung vor Ort.

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Was wir bisher noch gar nicht erwähnt hatten, mehrere größere Provinzstädte hatten wohl Geld für die Infrastruktur aus Peking erhalten. Das bedeutete, die ganze Stadt war gleichzeitig aufgerissen. In Markhan wurden wir deshalb vom Ortsrand (obligatorische Polizeikontrolle) mit Sondersignal durch das Chaos geleitet, um uns registrieren zu lassen.

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Im Rückblick war die Fahrtstrecke aber manchmal echt malerisch (vor allem weil es vorbei war).

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Die Städte, wenn nicht aufgerissen, waren schöner als in Westtibet.

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Aber ihr könnt Euch nicht vorstellen, welcher Staub und sonstiger Dreck z.B. in Markhan durch die Luft flog. Der Staub setzte sich überall fest. Die Bewohner kriegen ihre Häuser mit Sicherheit nie mehr sauber, überall roter Staub. Dazwischen hing die (rötliche) Wäsche auf der Leine.

Nach dem Verlassen der Stadt sah alles wieder gut aus. Hier noch ein paar Eindrücke. Die Auswahl der Bilder war echt schwierig, da hinter jeder Kurve neue atemberaubende Landschaften auftauchten.

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Überraschungen bot aber nicht nur die Landschaft.

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Neuste „Individualisierungsmode“ chinesischer Studenten, die Fahrt auf dem Friendship Highway. Allerdings auch eher in der Masse.

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Demgegenüber Arbeiter.

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Noch eine komplett aufgerissene Stadt….

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…und ihre Bewohner.

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Als es dann immer tiefer ging, schon fast auf nur noch 3.000 m Höhe, ein Tal mit Kloster.

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Zum Abschluss, noch in den tibetischen Gebieten, allerdings schon hinter der Grenze nach Yunnan, ein letzter Tibet-Höhepunkt, die Übernachtung auf einem tibetischen Bauernhof. Jetzt konnten wir einmal sehen, wie ein tibetisches Haus von Innen aussieht:

Der Eingangsbereich

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Die Wohnstube…

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…mit stolzem Besitzer vorne rechts.

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Der Buddha-Raum, der täglich für die Gebete genutzt wird.

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….Tiere gab’s natürlich auch. Hier finden abends auch noch 260 Ziegen ihren Platz.

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Wir sind dann noch auf einen Berg gewandert um das Dorf von oben zu sehen…

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…über diesen „Pass“…

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…um einen ersten Blick auf den Mekong zu werfen, dem wir dann in Laos folgen wollen.

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Nach diversen Erlebnissen in tibetischen Herbergen hatten wir eigentlich höchste Bedenken, was die Übernachtung auf einem Bauernhof anging. Tatsächlich war der „Tibetan Homestay“ aber ein krönender Abschluss unserer Tibetreise. Gastfreundliche Menschen, die es uns an nichts fehlen ließen, echte tibetische Küche – unvergesslich. Im Übrigen trafen wir unseren Organisator der Chinareise, Hendrik, der uns auch für die weitere Tour gute Tipps geben konnte. Er sorgte auch für den Biernachschub.

Neun Fünftausender Pässe (davon zwei doppelt überquert), unzählige über 4.000 m, gute Strassen und Strassen, die man so gar nicht nennen konnte, riesige Entfernungen, lange Fahrtage. Tibet war anstrengend für Mensch und Maschine. Trotzdem ein gigantisches Erlebnis.

Yunnan, 22. bis 28. Juli

Die Strecken werden kürzer, die Straßen sind gut, das Relaxprogramm für China hat angefangen. Ab jetzt wird besichtigt und geurlaubt. Shangri-La, Lijiang, Dali, Weishan und Jinghong sind die Ziele. Die längste Fahrstrecke ist ca. 250 km lang. Das Auto zickt nicht mehr (klappert nur noch), ab Lijiang sind wir unter 2.000 m. Flachland sozusagen.

Auf der Fahrt folgen wir nun erstmals dem Mekong nach Shangri-La.

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Die Stadt heißt erst seit 2004 Shangri-La, sozusagen verbessertes Stadtmarketing. Das Guesthouse im tibetischen Stil, das ebenfalls der Familie von Hendrik gehört, wie auch der Bauernhof in Tibet, war schon reine Erholung. Allerdings spielte uns, erstmals unerwartet, das Wetter einen Streich. Regen von Shangri-La bis Dali.

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Dazu muss man wissen, Shangri-La war ursprünglich, bis in die 50er Jahre, tibetisch. China hat umliegende Gebiete von Tibet anderen Provinzen zugeschlagen, was einem jeder Tibeter bei jeder Gelegenheit mitteilt.

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Ab jetzt gab es keine Polizeikontrollen mehr. Das Internet war schneller und die Stimmung insgesamt eine andere. Wir wechselten auch den Guide, da Lousan nur für Tibet zugelassen war und außerdem an der Tiefenkrankheit leidet. Bedeutet, er bekommt bei unter 3.000 m Kopfschmerzen und ist leicht benommen wegen des vielen Sauerstoffs.

Unser neuer Guide Sonam, war ein echter Sonnenschein. Ähnlicher Humor führte zu lustigen Unterhaltungen.

Von Shangri-La aus ging es über die Tigersprungschlucht nach Lijiang, deren Altstadt als UNESCO Weltkulturerbe geschützt ist.

Die Tigersprungschlucht war wegen der Regenzeit gut mit Wasser gefüllt. Nach den gefühlt tausend Stufen herunter (rauf waren es gefühlt übrigens mindestens zweitausend), verstand man sein eigenes Wort nicht mehr.

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Die Bilder täuschen, es gab harte Kämpfe mit Selfie-Stick führenden Chinesinnen, um überhaupt ein gutes Bild der Landschaft schießen zu können.

Nach der Schlucht beruhigt sich der Mekong.

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Lijiang hat gleich mehrere „Old-Towns“, wobei nur die große touristisch überlaufen ist. Alle sind wunderschön und wir können leider nur einen unvollständigen Eindruck per Foto vermitteln.

Ein Eingangstor zu einer der „kleinen“ Altstädte.

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Live-Musik war inbegriffen.

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Das Tor am zentralen Platz der „kleinen“ Altstadt.

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Blick über die Dächer der „großen“ Altstadt….

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…und ein paar Eindrücke des Weltkulturerbes, bei einem frühmorgendlichen (deswegen ohne Touristenmassen) Rundgang. Die Brücken schmal und die Gassen eng.

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Dieser Teil Yunnans wird überwiegend von der Minderheit der Naxi bewohnt. Deshalb schmeckt auch das Essen etwas anders. In Yunnan gibt es 26 von insgesamt über 60 in China lebenden Minderheiten.

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Andrea und Sonam unterwegs…

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…zum Wahrzeichen, den Wasserrädern.

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Nach dem Rundgang ging es weiter nach Dali….

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(Trecker oder Truck?)

….wo wir uns ziemlich verjüngt (ca. 30 Jahre) vorkamen, weil wir in einem Hostel übernachteten. Hier sahen manche aus wie aus dem Hippielehrbuch, aber überwiegend waren es Studenten.

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Fotografiert haben wir hier nicht mehr viel, aber dafür sehr gut gegessen.

Es ging weiter nach Weishan, einer kleinen Stadt. Ebenfalls mit einer Altstadt, aber einer, die nicht geschützt und damit noch voll genutzt wurde.

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Die Schirme sind ab jetzt nicht mehr gegen Regen, sondern gegen die Sonne.

Mädels beim Kartenspielen.

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Hier gab es auch eine Verehrungsstätte für Konfuzius. Die erste die wir hier sahen. Es hatte schon fast etwas Tempelähnliches.

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Es gab aber auch Relikte aus jüngerer Vergangenheit.

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Die Landschaft wurde insgesamt „lieblicher“. Bananen, Tabak und Ananas wurden neben Reis angebaut.

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Bambus erreicht mühelos die Höhe von sechs Metern.

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Letzte Stadt auf unserer Chinareise war Jinghong (auch Xishuangbanna genannt). Die hier überwiegend lebende Minderheit nennt sich Dai. Keine angesagten Sehenswürdigkeiten aber es war ein Fest für die Sinne. Eintauchen in das Leben einer normalen Stadt in Südchina. Keine Touristen (außer uns natürlich).

Obwohl… es gab da noch den goldenen Tempel, der irgendwie aus Thailand verrutscht schien.

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Aber über die Brücke und dann war es China.

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Chinesische Autofahrer (und auch die Scooterfahrer) zeichnen sich übrigens dadurch aus, dass sie einfach fahren ohne zu schauen. Irgendwie klappt es aber.

So sah unser Frühstück in Jinghong aus.

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Szenen aus dem Leben,

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Nein, kein militärischer Appell, sondern die Einstimmung der Mitarbeiter einer Karaokebar.

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Abendlicher Blick auf den Mekong und Mekongbrücke. Energieverschwendung ist hier noch ein Fremdwort.

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Nachdem wir am ersten Abend in Jinghong noch in einem Lokal gegessen hatten, entschlossen wir uns für den zweiten Abend zu einem Barbecue auf dem Nachtmarkt. War auch viel besser…

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….und die Nachbarschaft netter.

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Am nächsten Tag sind wir dann bis an die Grenze vorgefahren, um frühmorgens auszureisen. Ein Monat China, mit völlig unterschiedlichen „Gesichtern“, liegt hinter uns.

Wir freuen uns jetzt auf Laos…..

 

Nordlaos bis Luang Prabang

So angenehm unsere Guides auch waren, jetzt sind wir wieder frei. Der Grenzübertritt von China nach Laos verlief locker und ohne Probleme. Es regnete.

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Aber nach dem ersten Berg in Laos war alles gut. Die Strasse und das Wetter. Was auffällt: Kein Müll am Straßenrand. Während wir in China sogar beobachten konnten, dass Leute ganze Müllsäcke einfach auf die Strasse warfen, hier sind Straßen und Dörfer sauber.

Im weiteren Verlauf kam es uns vor, als würden wir direkt durch den Dschungel fahren.

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Unser China-Reiseplan empfahl die Weiterfahrt nach Luang-Namtha. Der Autowäscher in der chinesischen Grenzstadt Mohan empfahl die Weiterfahrt nach Oudomxai. Dem folgten wir, da nach unserer Information nach Oudomxai 80 km Horrorstrecke auf uns warteten.

Stattdessen mussten wir eine Stunde kurz vor Oudomxai wegen eines Unfalls warten (den zermatschten Kleintransporter an der Seite zeigen wir hier nicht). Die Polizei regelte dies, ohne Räumung, laotisch. Alle fuhren irgendwie aneinander vorbei.

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Unser Reiseführer beschrieb Oudomxai als eine durch hässliche Betonbauten verunstaltete Provinzstadt, die lediglich als Verkehrsknotenpunkt Bedeutung habe.
Weit gefehlt. Es war ein charmantes Städtchen mit äußerst netten Menschen und einem netten, kleinen Hotel. Auch dies, im Gegensatz zu chinesischen oder gar tibetischen Hotels, sehr sauber und gepflegt. Auch die Reisfelder in der Umgebung sehr gepflegt.

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Die erwartete Horrorstrecke entpuppte sich dann als neu gebaute Straße von bester Qualität, so dass wir am nächsten Tag Luang Prabang bereits nach knapp vier Stunden erreichten.

Unser Plan war einfach: Drei Tage ausspannen und Urlaub vom Reisen machen. Lange schlafen, gut frühstücken, ein bisschen Touristikprogramm und gut essen. Natürlich auch unseren Blog auf Vordermann bringen, nachdem hier keine Blockaden mehr waren.

Luang Prabang, die Altstadt, die Weltkulturerbe ist, liegt wie eine Halbinsel zwischen Mekong und Namkhan-Fluss. Sie ist ehemalige Königstadt und geistliches Zentrum von Laos. Dementsprechend gibt es hier unzählige Wat (Tempel) und einen alten Palast. Nach und Nach haben wir uns die meisten davon angesehen.

Als erstes fanden wir aber ein schönes Hotel am Namkhan, die Villa Ban-Lakham.

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So sieht es gegenüber unserer Terrasse aus.

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Das erste Weißbrot seit Wochen, man kann den französischen Einfluss unschwer erkennen.

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Die Bambusbrücke, die schon auf dem oberen Bild zu sehen ist, hier von Nahem.

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Noch ein paar Eindrücke von Luang Prabang.

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Der ehemalige königliche Palast.

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Buddha-Statuen auf dem Phousi-Hill, den wir bei 40° bestiegen haben.

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Als wir endlich oben waren, wurden wir mit einem tollen Blick belohnt. Einmal auf den Namkhan, einmal auf den Mekong.

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Typische laotische Goldverzierungen, wie sie sich an den Tempeln hier finden.

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Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke von einer Mekongfahrt (den Sonnenuntergang sparen wir uns).

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Morgen geht´s weiter, erst in die Berge zur Ebene der Tonkrüge (Plain of Jars) und dann den Mekong runter, Richtung 4000 Inseln und Kambodscha.

Laos …ab in den Süden, 5. bis 7.8.

Der Abschied von Luang Prabang fiel schwer, da wir erstmals wieder selbstbestimmt rumgehonge haben. Unser Plan war es, erst nach Osten, nach Phonsavan und der „Plain of Jars“ (deutsche Übersetzung „Ebene der Tonkrüge“, obwohl alle Krüge aus Stein sind) zu fahren und dann Richtung Süden den Mekong runter bis zur kambodschanischen Grenze.

Dazu mussten wir uns erstmal wieder durch die Berge kämpfen. Gefühlt war die längste Gerade auf der Strasse Anfangs vielleicht 50m lang. Kurve an Kurve, Durchschnittsgeschwindigkeit unter 30 km/h. Erst als wir das Hochland (na ja, über 1000m hoch) um Phonsavan erreichten, ging es etwas besser. Trotzdem war es ein Erlebnis hier zu fahren.

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Die Dörfer „klebten“ an der Strasse.

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Alles war eng zusammengestellt. Es gab keinen Platz. Hier sieht man Felder die von den Dörfern aus bestellt werden.

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Um Phonsavan dann etwas mehr Platz. Die Dörfer wirkten auch reicher, es gab weniger Bastmattenhäuser und dafür mehr aus Stein. Auch die Felder wurden großzügiger.

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Phonsavan selbst ist ein kleines Provinzstädtchen, in dem man Hinweisschilder für das Weltkulturerbe Plain of Jars vergeblich sucht. Deshalb dauerte es etwas länger, bis wir Site 1 der Plain of Jars gefunden hatten. Was wir dann aber fanden, war beeindruckend.

Diesmal auch ein Satz zum Hintergrund. Niemand weiß genau, von wem, wann und für welchen Zweck diese jahrtausendealten Steinkrüge errichtet wurden. Es handelt sich um ein ähnliches Rätsel wie auf den Osterinseln.

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Mittendrin…

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…. ein paar amerikanische Hinterlassenschaften im Weltkulturerbe. Über Laos (eigentlich neutral) warfen die Amerikaner während des Vietnamkrieges mehr Bomben ab als gesamt in Westeuropa während des 2. Weltkrieges abgeworfen wurden.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Vang Vieng, dem Ballermann von Laos. Allerdings noch besser. In manchen „Restaurants“ ist die Drogenkarte umfangreicher als die Speisekarte. Den Ort selbst kann man vergessen. Die Umgebung aber, mit den eindrucksvollen Karstmassiven, ist der Hammer.

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Das Hotel, das wir inVang Vieng gefunden haben, lag dann auch „sehr nett“. Abends im Restaurant….

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… war nicht nur das Essen ok.

Begegnungen auf der Weiterfahrt Richtung Savannakhet.

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Verpflegung am Wegesrand (aber Andrea mag keine Maiskolben)….

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…es gab aber Alternativen.

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Der Weg wurde immer schöner, die Dörfer weitläufiger….

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Savannakhet selber, für das wir einen Umweg von 80 km gemacht haben, war leider nicht das, was wir erwartet hatten. Die, lt. Reiseführer tolle französische Kolonialarchitektur, war kaum zu finden.

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Dafür aber ein schönes sozialistisches „Eingangstor“ mitten im Nirgendwo.

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Der Boulevard am Mekong, bzw. das was davon übrig ist.

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Weitere Reste der Kolonialarchitektur.

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Das ist abends eine Karaokebar, war aber die nächste Möglichkeit zum Essen, mit einem Tollen „Duckgrill“.

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Nach Savsannakhet veränderte sich die Landschaft weiter. Es wurde noch weitläufiger und hellgrüner (Reisfelder).

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Die Häuser sind hier bunt…

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…oder traditionell.

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Letztes Ziel in Laos war für uns Don Kong (Insel Kong) im Bereich der 4000 Inseln, wo sich der Mekong auf bis zu 14 km verbreitert. Hier haben wir ein fantastisches Guesthouse direkt am Mekong gefunden. Ihr dürft jetzt angemessen neidisch sein.

Erstmal mussten aber die Inselstrasse und zwei gewöhnungsbedürftige Brücken überwunden werden.

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Dann die Belohnung. Hier verbringen wir jetzt erstmal 2 Nächte und genießen unser Wochenende am Mekong.

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Blick von unserem Balkon.

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Kambodscha, 8. bis 10. August

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Diesmal fangen wir mit einem Bild an. Wir sind so „geflasht“, dass wir die Reihenfolge etwas verändert haben.

Nun der Reihe nach.

Zum Abschluss von Laos haben wir uns noch kurz vor der Grenze den breitesten Wasserfall der Welt (über 10 km breit), den Mekongfall angeschaut.

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Danach hatten wir uns irgendwie mit den Entfernungen verschätzt, denn auf einmal tauchte die Grenze auf und wir hatten unsere Beerlao-Vorräte noch nicht aufgefrischt.
Also, wir umgedreht und ins nächste Dorf gefahren. Dort gab es aber gar keinen Laden, sondern nur drei Restaurants, die zu allem Überfluss nur kambodschanisches Bier hatten. Lange Rede, kurzer Sinn – nach einer dreiviertel Stunde haben wir frustriert und ohne Beerlao aufgegeben und sind wieder zur Grenze gefahren, weil ein Grenzübertritt auch Zeit kostet.

Spannend war der Grenzübergang, da wir bei unserer Recherche irgendwie nicht mitbekommen haben, dass man ein Auto, welches man einführen will, 14 Tage vorher beim Zoll in Phnom Penh anmelden muss. Sebastians zwischenzeitliche Recherche bei der Botschaft in Berlin blieb ohne Ergebnis, die wussten auch nichts davon. Also sind wir einfach mal an die Grenze gefahren. Die laotischen Zöllner schickten uns erstmal ohne Auto zwecks Anfrage zu den kambodschanischen Kollegen.

Gerettet hat uns unser Carnet de Passage, das die Zöllner anerkannten, obwohl Kambodscha dem Carnetabkommen nicht beigetreten ist. Egal, wir waren drin!

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Kambodscha ist ärmer als seine Nachbarn, das erkennt man ziemlich schnell. Die Häuser sind nur noch Bretterbuden. Die Besseren sehen so aus.

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Trotzdem ist es schön und vor allem schattiger, da es hier weniger Reisfelder und dafür mehr Bäume gibt.

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Wir sind auf direktem Weg nach Siem Reap gefahren, der Stadt, die bei Angkor Wat liegt. Auch hier gibt es ein Mahnmal für die Killing Fields.

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Eigentlich haben wir dies heute erst zum Schluss gesehen, wollten aber nicht den Eindruck von Angkor Wat und den anderen Tempeln beeinträchtigen.

Nach Angkor Wat fährt man mit einem Tuk Tuk, das man für den ganzen Tag mietet, da die Entfernungen zwischen den Tempeln zu groß sind, um zu laufen. Man könnte auch mit dem Fahrrad fahren, aber wir gehen ja auch nicht mit dem Hometrainer in die Sauna.

 

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Unser Fahrer empfahl uns zunächst die Tempelrunde zu machen und danach erst Angkor Wat anzugehen. Er war der Chef.

Dementsprechend kommen jetzt Bilder von Bayon, Ta Prohm, Banteay Kdei, Pre Rup und Preah Khan. Natürlich nur eine kleine subjektive Auswahl. Das erste Bild des Beitrags ist übrigens auch vom Bayon.

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Wir können leider nicht beschreiben, was in uns ablief, als wir diese Tempel mitten im Wald sahen. Wir waren überwältigt.

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Nach dieser ganzen Pracht brauchten wir eine Stärkung. Unser Fahrer war völlig platt, als wir sagten, dass wir nicht in eines der Touristenrestaurants wollten, sondern lieber in eine der Garküchen am Wegrand. Ihm war es am Anfang fast peinlich uns zu erklären, dass es dort nur kambodschanisches Essen gibt, dabei musste er uns erst mal zeigen wie man das isst. Das war für die anderen Gäste eine echte Belustigung. Letztlich hat es aber prima geschmeckt, auch wenn  wir zunächst nicht sicher waren, ob das Limettenwasser für die Finger oder den Salat war.

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Danach holten wir uns einen ersten Eindruck von Angkor Wat, das wir dann am nächsten Tag eingehend besuchten. Hier wieder nur ein paar kurze Eindrücke:

Der Eingang mit dem 200m breiten Wassergraben.

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Der Blick nach dem Eingangstor.

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Jetzt keine weiteren Kommentare mehr, wir haben fast 500 Bilder von der Anlage und den Details gemacht. Es ist unglaublich.

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Wir haben jetzt auf unserer Reise so viel „Weltkulturerbe“ gesehen, dass man beinahe den Überblick verlieren kann. Angkor (der archäologische Park insgesamt) nimmt aber sicher einen besonderen Platz ein. Die Anlage ist riesig und wir waren zeitweise regelrecht ergriffen. Wahnsinn!

 

 

 

Immer noch Kambodscha… 11.bis ??8.

Zum Abschluss unseres Besuchs von Angkor Wat sind wir noch mal mit dem Bus hingefahren, um ein Bild von der Durchfahrt durch das Tor des Bayon zu machen.

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Danach waren wir in echter Hochstimmung und haben uns auf den Weg an die thailändische Grenze gemacht.

Dort wurde der Tag, der so gut begann, ziemlich schnell schlechter. In Thailand gibt es nämlich seit dem 27. Juni (da waren wir in Kirgistan) ein neues Gesetz. Danach darf man nicht mehr mit seinem Privatfahrzeug nach Thailand einreisen.
Zuerst gehört haben wir davon, als wir kurz davor waren China zu verlassen, also Ende Juli.  Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, wie man damit umgeht. Es gab unterschiedliche Informationen im Internet.

Für uns bedeutete dies einen langen Tag im Niemandsland zwischen Kambodscha und Thailand, sitzend auf zwei Plastikstühlchen, bis die Grenze um 22.00 Uhr schloss und unser Einreisestempel im Pass gecancelt wurde.

Glücklicherweise waren die Kambodschaner dann großzügiger und ließen uns wieder auf unser Visum einreisen.

Jetzt saßen wir in Poipet, einer nicht unbedingt schönen Grenzstadt im Dunkeln, wollten nicht weiterfahren und mussten erst mal ein Zimmer in einem Guesthouse besorgen und nachdenken wie es jetzt weitergeht.

Unsere Freunde in Pattaya, die schon den ganzen Tag im Hintergrund bei den thailändischen Behörden gearbeitet hatten, nannten uns dann eine Agentur in Aranyaprathet, die für Einreiseerlaubnisse nach Thailand zuständig ist und evtl. etwas für uns tun könnte. Mit einer Mitarbeiterin dieser Agentur trafen wir uns am nächsten Tag und stellten den entsprechenden Antrag. Jetzt müssen wir erst mal warten, wie es weitergeht.

Wir entschlossen uns, nach Sihanoukville im Süden von Kambodscha, ans Meer zu fahren. Man kann ja auch an angenehmen Orten warten.

Auf diese Weise lernten wir auch Pursat, eine kleine Provinzstadt am Tonle Sap kennen. Dort mussten wir übernachten, weil wir erst mittags von Poipet aufbrechen konnten.

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Dort hatten wir ein schönes Hotel am Fluss und unsere Laune stieg wieder ein wenig.

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Als wir am nächsten Morgen losfuhren, wurde dann aber das Geräusch am vorderen rechten Stoßdämpfer immer lauter und zum Klappern kam noch ein Quietschen hinzu. Da konnte einem schon Angst und Bange werden.

Wieder Planänderung. Nicht nach Sihanoukville sondern nach Phnom Penh, um eine Werkstatt zu finden. VW Kambodscha war nicht zu finden. Doch dann ein echter Glücksfall. Wir fanden eine Werkstatt, die noch eine echte Werkstatt ist. Die haben in viereinhalb Stunden den ganzen Stoßdämpfer auseinander gebaut, den Fehler festgestellt, (er war in Teilen ausgeschlagen), haben geschliffen und neue Teile eingeschweißt und das Ganze wieder so hergerichtet, dass das Auto nach Wochen wieder fährt wie neu. Anders als VW in Lhasa, die nur feststellten, dass schon alles halten wird und sie die Originalteile eh nicht da haben.

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So, und jetzt die Servicegeschichte.

Stellt Euch vor ihr fahrt in Deutschland zu einer Werkstatt. Es ist Samstag Nachmittag. Ihr habt keinen Termin. Was passiert?
Hier wurden wir zuvorkommend auf eine Couch gesetzt, in einem schönen Showbereich. Wir bekamen Wasser und einen Kaffee. Ständig kam jemand, um uns über den genauen Stand zu informieren und sich dafür zu entschuldigen, dass es so lange dauert.
Am Schluss entschuldigten sie sich dann auch noch dafür, dass die Reparatur 75$ kosten sollte. Mit Trinkgeldern war es dann natürlich etwas teurer, aber unser Auto klapperte und quietschte nicht mehr. Genial!

Wir fanden dann auch noch ein nettes Hotel mitten im Kneipenviertel von Phnom Penh und feierten dieses Ereignis.

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Die Ausfahrt aus Phnom Penn war dann ziemlich abenteuerlich. Der Verkehr heftig. Die Mopedfahrer selbstmörderisch.

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Je näher wir dann dann dem Meer kamen, desto ruhiger wurde es in unsere Fahrtrichtung. Sihanoukville ist nämlich der Badeort für die Leute aus Phnom Penh, die Sonntags aber schon auf der Rückreise waren.

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Jetzt sitzen wir also statt in Nordthailand in Sihanoukville und warten darauf, wie es weitergehen kann. Es gibt aber schlimmere Schicksale, wie der Blick von unserem Balkon zeigt.

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