Belfast, 31.08. und 01.09.

Tja, jetzt sind wir schon in Belfast, wo wir doch eigentlich noch einen Tag am Loch Lemond verbringen wollten. Wie wir aber schon im letzten Beitrag anmerkten, war es dort schlicht zu voll. Deshalb sind wir gleich nach Stranraer weitergefahren und dann mit der Fähre von Cairnryan nach Belfast.

Ein letzter Blick auf Schottland….

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…und 2 Stunden später konnten wir schon die nordirische Küste bewundern.

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Nach einer ruhigen Überfahrt kamen wir dann in Belfast an und, ihr werdet es kaum glauben, wir hatten über 20° C. Das erste mal seit wir Holland verlassen hatten. Uns war es schon fast zu warm.

Für die Stadtbesichtigung hatten wir uns in einem Hotel eingemietet, direkt am Fluß. Hier der Blick aus dem Fenster.

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Frühstück hatten wir nicht mitgebucht, da direkt bei unserem Hotel St. Georges Market ist, wo es am Wochenende den Weekendmarket gibt, auf dem man perfekt frühstücken kann. Schon die Markthalle sieht klasse aus und ist die letzte viktorianische Markthalle Belfasts.

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Von da aus sind es nur ein paar hundert Meter in die Innenstadt von Belfast, Irlands zweitgrößter Stadt (rd. 340.000 Einwohner) und zum Zeitpunkt der Trennung (in den 20er Jahren des 20.Jh.) das industrielle Zentrum Irlands.

Das Rathaus ist der Hammer und, was wir toll fanden, die Grünflächen innerhalb der Umzäunung werden genutzt.

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Hier noch ein paar Eindrücke…

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…mit Albert Memorial Clock Tower (heißt hier in Belfast Schiefer Turm, wie man sehen kann)…

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…bevor wir dann zum Titanic Museum rausgingen

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Die Titanic wurde, bevor sie 1912 unterging, in Belfast gebaut. Ist hier ein Riesen Happening mit allem Drum und Dran.

Wir ließen unseren ersten Tag dann in einem Pub ausklingen, natürlich im Cathedral Quarter, dem Amüsierviertel der Stadt. Hier sind die Pubs, Bars und Restaurants alle gestopft voll, war gar nicht so einfach irgendwo einen Platz zu bekommen. Überall Live Music und überall feiernde Iren.

Unseren zweiten Tag in Belfast begannen wir (nach dem Frühstück) mit einer Black Taxi Tour. Diese Tour brachte uns an die Brennpunkte der Troubles. Unsere Erwartung war, Brennpunkte der Geschichte zu sehen. Was wir zwar theoretisch wußten, aber in der Realität so doch nicht erwartet hatten, waren die Auswirkungen, die auch heute noch spürbar sind.

Bemalte Wände zu Anfang waren noch die Folklore, mit der wir rechneten…

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…aber es gab auch schon neue Wände, mit ganz aktuellem Bezug…

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Am Sinn Fein Büro, das während der Troubles schon in der Divis Street war, hingen dann die ersten Gedenktafeln für getötete Katholiken.

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Die Divis Street war der Ausgangspunkt für die Troubles in Belfast und einer der Schwerpunkte. Von ihr und ihren Nebenstraßen handelt der bekannte U2 Titel „Where the Streets have no Name“.

Heute eine „normale“ Straße.

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Hier fahren auch wieder Busse, was während der Troubles nicht so war, da diese ständig in Brand gesetzt und als Straßensperren gegen die Polizei und die britische Armee eingesetzt wurden. Damals behalf man sich mit dem Ankauf von alten „London Taxis“ die man als Bus-Taxis einsetzte. Die gibt es übrigens heute auch noch.

Im Rahmen der Tour besuchten wir auch sog. Memorial Gardens, die den Kämpfern der IRA, aber vor allem den getöteten Zivilisten gewidmet sind.

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Der Mann an der Säule ist übrigens Paddy, unser Fahrer und Guide.

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Die Memorial Gardens liegen an der sog. Peace Wall, an der man dann auch bestaunen kann, wie bis heute Gebäude geschützt werden (die Gitter über den Hinterhöfen).

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Dann ging es rüber auf die protestantische Seite. Schier unglaublich, das Tor, durch das wir fahren mussten. Es öffnet noch heute um 6.30 Uhr und schließt abends um 23.30 Uhr automatisch.P1070434.JPG

Man beachte die Sicherungsanlagen.

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Diese Realität kann unmöglich den beteiligten Politikern in London bewusst gewesen sein, als sie den Brexit propagiert haben. Wenn doch, dann ist der Brexit noch stärker menschenverachtend als wir bisher annahmen.

Hier ein Blick auf die 7 (in Worten sieben) Meter hohe Peace Wall.

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Das ist keine in Teilen als Denkmal stehen gelassene Mauer. Sie erfüllt heute noch eine Aufgabe. Kaum zu glauben, wenn man durch die quirlige Innenstadt spaziert. Die übrigens während der Troubles von einer 2,5 Meter hohen Stahlmauer umgeben war, welche man nur nach Personen- und Fahrzeugkontrolle passieren konnte.

Auch auf protestantischer Seite Wandmalereien.

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Für heute verabschieden sich zwei nachdenkliche Kläuse, die sich in den nächsten Tagen die nordirische und die irische Westküste anschauen werden.

 

 

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