Kirgistan 23. bis 26. Juni

Wir sind total begeistert. Wenn Usbekistan das bisherige kulturelle Highlight war (Entschuldigung St. Petersburg), dann ist Kirgistan das Natur-Highlight.

Es war allerdings sehr schwierig nach Kirgistan zu kommen. Wie in Kasachstan war es auch in Usbekistan schwieriger das Land zu verlassen, als hinein zu gelangen. Der erste von uns angefahrene Grenzübergang war geschlossen. Der zweite ebenfalls. Wir mussten dann ganz rüber nach Osh fahren, um einen geöffneten Grenzübergang zu finden. Um dann Usbekistan zu verlassen, mussten wir (zusammen mit 5 Zöllnern) unser Auto auf den Kopf stellen um dann, nach zweieinhalb Stunden, gesagt zu bekommen, dass alles wunderbar wäre, vor allem unser Auto. In Kirgistan wurden wir sehr zuvorkommend begrüsst, war auch alles easy, aber bis alle Daten in gefühlt hundert Kladden eingetragen waren, vergingen auch zwei Stunden. Der ganze Tag also für Grenzüberquerung genutzt.

Dann waren wir drinnen, zusammen mit unserem Beleg über die neu eingeführte Ökosteuer.

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Wir hatten auch noch Äpfel aus Kasachstan dabei (Andrea hatte gelesen das dort mit Fäkalien gedüngt wird) die wir noch ihrer Bestimmung zuführen mussten.

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Zunächst waren wir immer noch im Ferganatal unterwegs in Richtung Berge, mussten aber den Weg auf der kirgisischen Seite der Grenze wieder zurückfahren, den wir wegen der geschlossenen Grenzübergänge auf der usbekischen Seite Richtung Osten gefahren waren.

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Kirgisische Autofahrer unterscheiden sich nicht von usbekischen. Jeder ist bereit, für drei Meter Raumgewinn sein Leben zu riskieren. Überall muss man auf einer einspurigen Strasse schauen, ob man gerade von rechts oder von links überholt wird.

 

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So zischten also links und rechts die Fahrzeuge an uns vorbei und letztlich waren wir so ziemlich die Langsamsten auf der Strecke. Aber das schützte uns nicht vor der kirgisischen Verkehrspolizei. Die Einzigen, die ständig rausgewunken wurden, waren wir. Einmal waren wir auch tatsächlich, zwar immer noch die Langsamsten, 50 statt 40 gefahren. Mit Protokoll und Fahrt zur Bank usw. haben sie uns gedroht, da haben wir lieber „freiwillig“ 200$ bezahlt, um weiter zu kommen. Das schien den zwei beteiligten Polizisten so gut gefallen zu haben, dass sie uns auf den nächsten 100 km noch zwei mal rausgewunken haben. Einmal der Hinweis wir seien zu schnell gefahren, aber sie winkten uns trotzdem weiter und einmal eine weitere Kontrolle mit Radarpistole. Rauswinken war eins, doch dann die für sie schlechte Nachricht, wir waren „akkurat“ unterwegs. Danach tauchten sie nicht mehr auf.

Das Landleben machte auf uns einen beschaulichen Eindruck.

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Auf dem Weg in die Berge, d.h. jetzt wirklich in die Berge, Pässe von über 3500m Höhe.

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Ein Stausee, noch im Vorgebirge.

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Kirgisische Raststätte. Auf dem Weg zur Toilette landete Andrea im Gebetsraum, der hier wohl deutlich wichtiger ist als die Toilette, die sich dann weit neben dem Gebäude befand. Auch das Essen bestellen war hier etwas schwierig, doch mit zeigen auf das Essen anderer Gäste, sehr zur Belustigung des Publikums, haben wir es hinbekommen.

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Dann, schon auf etwas mehr als 2000m Höhe, unsere erste „echte“ Jurte….

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….gleich mit Pferden.

Die kirgisische Hochebene, oder jedenfalls ein Teil davon. Jetzt sind wir schon auf ca. 2500m.

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Wie „gigantisch“ das alles auf uns gewirkt hat, können die Bilder leider nicht ansatzweise rüberbringen. Es war einfach der Hammer.

Schlafplatzsuche noch auf der Hochebene.

 

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Als das nicht zu unserer Zufriedenheit ausfiel, trafen wir die Entscheidung, noch über den nächsten Pass zu fahren und dann weiter zu schauen, statt zurückzufahren und bei den Jurten zu übernachten.
Das war eine glatte Fehlentscheidung. Denn jetzt kam der Töö-Arbuut-Pass, 3586m hoch, widrigste Strassenbedingungen, LKW, die sich im Schritt nach oben kämpfen und zu allem Überfluss ein mindestens 3 km langer Tunnel, an dem zwei LKW nicht aneinander vorbeikommen. Adrenalinausstoss ohne Ende ist garantiert.

Danach keine Hochebene mehr. Es geht runter Richtung Bishkek. Mist. Aber zurückfahren war auf keinen Fall eine Alternative. Nie mehr wieder diesen Pass, na ja jedenfalls nicht an einem Tag zwei mal.

Also suchten wir uns dann in der Ebene einen Schlafplatz. War dann auch sehr nett, mit schöner Aussicht.

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Wie gesagt, Kirgistan ist wunderschön.

Wir sind am nächsten morgen dann Richtung Ysyk-Köl See, nach dem Titicaca See der zweitgrösste Gebirgssee der Welt, aufgebrochen.

Eigentlich wollten wir noch in Bishkek eine Zwischenlandung machen, haben jedoch vor dem Verkehr in die Stadt irgendwann kapituliert.

Dafür haben wir dann am Ysik-Köl einen sehr schönen Schlafplatz mit grandioser Aussicht finden können.

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Unsere Nachbarn am See.

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Unsere Aussicht beim Frühstück.

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Hier hätten wir es auch noch länger ausgehalten. Wir waren allerdings mit Natali verabredet. Mit ihr haben wir uns jetzt auch getroffen und sitzen in einer bezaubernden Pension, bei Tanja und Jura in Cholpon-Ata (am Ysik-Köl) und haben gerade lecker gegessen und ein paar Wodka getrunken.

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Ihr könnt den Eingang zu unserem Zimmer sehen.

Hier lassen wir es uns jetzt gutgehen, bis wir zum Torugart- Pass und damit nach China aufbrechen.

 

 

 

8 Gedanken zu “Kirgistan 23. bis 26. Juni

  1. Hallo Ihr Lieben! Schön, dass Ihr so tolle „Erlebnisse“ habt und Geldstrafen das Einzige sind, dass die Reise beeinträchtigt. Haben uns gestern abend gefragt, ob Ihr denn auch Fussball verfolgt/verfolgen könnt. Grüssle

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  2. Super Eindrücke und ganz toll geschildert ,habe richtig mitgefiebert …!..gute Weiterfahrt in China !! liebe Grüße Robby

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  3. Liebe Andrea und Frank, nun habt ihr 1/3 der Reise hinter euch. Ich wünsche euch weiterhin alles Gute und eine tolle Durchfahrt durch China. Bin schon ganz neugierig. Ganz liebe Grüße Lenka

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  4. na endlich! Wir freuen uns wieder von euch zu hören und darüber, dass es euch gut geht. Wir verfolgen Euch weiterhin mit Spannung.

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  5. Oh wie schön wieder von euch zu hören! Hab euch vermisst!!
    Habe sehr über die Methode der Autowaschanlage geschmunzelt! Seid ihr auch gleich mitgewaschen worden?
    Zumindest seht ihr sehr ordentlich auf den Ausweisen aus!!;)

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