Von Mestia nach Ushguli ist es gar nicht so weit, allerdings ist in Georgien (Größenvergleich Bayern) alles nicht so weit voneinander entfernt. Das merkten wir vor allem daran, dass wir ständig die selben Menschen getroffen haben 😉
Jetzt ging es aber richtig ins Gebirge.
Nach einer wunderschönen Fahrt durch Svanetien erreichten wir Ushguli und zunächst sah es so aus, wie wir uns das vorgestellt hatten.
Ushguli (Weltkulturerbe) ist bekannt für seine große Anzahl an Wehrtürmen, seine ursprünglichen engen Gassen und dafür, dass es das höchste ganzjährig bewohnte Dorf Georgiens ist.
Es folgen ein paar Eindrücke:
Man konnte sehen und riechen, dass auch Kühe das Dorf bewohnen. Wir konnten aber allen Tretmienen ausweichen.
Die Ausblicke aus dem Dorf waren atemberaubend.
Hier der kleine Spazierweg ins Tal.
Leider (aber verständlicherweise) sieht die Realität aber auch so aus.
Überall an den Rändern wird gebaut. Eine ganze Menge Cafés und Restaurants in modernen Neubauten sind schon fertig, Hotels sind teilweise fertig oder im Bau. Deshalb verzichteten wir auch auf die geplante Übernachtung und fuhren über den Pass in das nächste Tal.
Zwischendurch füllten wir unser Wasser an einer der vielen Quellen auf….
…und auf einmal war unsere Straße zu Ende. Wir fuhren erst mal ein Stück den Waldweg weiter, aber der machte irgendwann gar nicht mehr den Eindruck als würde er befahren. Ein Blick auf unser Offroad Navi zeigte uns dann warum. Zwei der zwölf Kilometer durch den Wald waren als unpassierbar eingezeichnet.
Na gut, also rückwärts wieder raus und 100 km Umweg fahren. Wir sind ja im Urlaub, also kein Problem.
War auch eine nette Tour.
Wir wollten nach Gori, Stalins Geburtsstadt. Aber zunächst die gewaltige Festung….
…und die Kirche.
Dann ab in den Stalin Park an der Stalin Allee und da war es eingebaut in ein Sowjet-Monument.
Als wir dann durch die Stadt zu unserem Auto zurückgingen, kamen wir an einem Pub vorbei, der Leffe (belgisches Bier) ausschenkte. Andrea nahm dann ihr erstes Khachapuri.
Wir wollten wieder in die Natur und die georgische Heerstraße (Richtung russische Grenze) befahren.
Dabei passierten wir auch das Wehrkloster Ananuri…
…und das georgisch russische Freundschaftsmonument.
Die Aussichten in die Berge waren gigantisch.
Bis an die russische Grenze sind wir dann nicht gefahren, sondern in das Truso Tal abgebogen, um dort eine ruhige Nacht in Wahnsinnsumgebung, unterhalb eines verlassenen Dorfes, zu verbringen.
Unser Blick abends….
…und morgens
Wir drehen jetzt in den Süden nach Tiflis (Tbilisi).
Bonjour Tristesse, bzw. Moin, postsozialistische Einöde. Das war der erste Eindruck nach der Grenze. Wir haben uns beide gefragt, ob wir das was wir sahen wirklich wollten.
Aber es entwickelte sich und nach einiger Zeit waren wir überrascht, dass uns Armenien fast besser gefallen hat als Georgien. Aber der Reihe nach. Wir fangen an mit der eigentlichen Begrüßung.
Die fand statt zu Beginn einer Fahrt durch ein herrliches Bergtal.
Auf einem der Berge hat Martin ein cooles Overlander Camp geschaffen.
Das zweite Bild auf seinem Wohncontainer (verdeckt durch die Blätter) war John Lennon. Es war alles da, was man benötigt, inklusive zweier Restaurants fußläufig im Dorf. Bereits auf dem Platz waren Nelly und Uwe aus D, auf Ihrer ersten Reise nachdem Nelly vor zwei Jahren einen Blitzschlag überlebte. Wir testeten eins der Restaurants und hatten einen schönen Abend, bevor wir uns am nächsten Morgen das Kloster Hagpath ansahen, das wir zu Fuß erreichen konnten.
Armenien war das erste vollständig christliche Land. Das Kloster Hagpath wurde im Jahr 976 gegründet und strahlt eine gewisse Würde aus, obwohl es schon seit sowjetischen Zeiten nicht mehr genutzt wurde.
Von Hagpath aus fuhren wir weiter durch die faszinierende Bergwelt Armeniens. Meistenteils auf relativ guten Straßen, aber auch auf Pisten und schlaglöcherübersäten „Reststraßen“.
Die Städte sahen eher ärmlich aus, die Geschäfte (auch die Räume) wirkten aber moderner als in Georgien.
Die Tunnel eher nicht. (Man beachte den Lüftungs-Schornstein)
Immer wieder Klöster und Kirchen.
Als wir den Sewan See erreichten, entschlossen wir uns, doch lieber in den Bergen zu übernachten, da die möglichen Plätze am See arg mit Plastikmüll verziert waren.
An dem von uns angepeilten Platz windete es jedoch so stark, dass wir uns nach einer Alternative umsahen.
Wir landeten an einem Platz, auf dem bereits eine Gruppe Deutscher und Holländer standen, die gerade aus China zurückkamen. Das wurde ein interessanter Abend, vor allem, da wir noch das Menü des anhängenden Restaurants bestellen konnten und hervorragend armenisch aßen.
Das reisen durch die faszinierende Bergwelt Armeniens mit den heruntergekommen Städten und schönen Dörfern machte einen Riesenspass.
Wir hatten sogar das Glück, den heiligen Berg der Armenier, den Ararat (liegt heute auf türkischem Staatsgebiet), zu sehen.
Und dann erreichten wir den 3gs Campingplatz. Ein Treffpunkt für Reisende, die nach Zentralasien oder in den Iran reisen. Sandra, die Besitzerin, hat hier ein echtes kleines Paradies geschaffen, mit einem Standard, der auch in Westeuropa seines Gleichen sucht. Auch hier trafen wir wieder Menschen, die aus allen Richtungen in alle Richtungen fuhren. Wir trafen auch Menschen, die wir schon an anderen Plätzen auf unserer Reise getroffen hatten.
Nach unserem „Abschiedsessen“ (nach fast zwei Tagen Bekanntschaft) umfuhren wir noch Yerevan und das dortige Verkehrschaos und nahmen kurz hintereinander die Grenzen Armenien/Georgien und Georgien/Türkiye in Angriff. Von Armenien nach Georgien hat es leider etwas länger gedauert, da Frank unbedingt noch ohne echte Not die Drohne erwähnt hat. Aber auch das haben wir noch hinbekommen und waren dann flugs auch in der Türkei.
Gestartet sind wir in Cartagena, Kolumbien. Ziel war es, Ushuaia auf Feuerland zu erreichen und danach von Montevideo aus zurück zu verschiffen. Das gelang in 14 Wochen, wobei zwei Wochen keine Reisezeit waren, sondern für die Verschiffung drauf gingen. D.h. Zoll usw. für Ein- und Ausfuhr des Fahrzeugs.
Am Ende mussten wir aus Zeitmangel ein wenig abkürzen und den Torres del Paine Nationalpark sowie Punta Arenas auslassen, damit Ushuaia und Feuerland noch in der vorgegebenen Zeit möglich waren.
Wie auf dem Bild unseres Tracks zu sehen, waren es nicht nur über 20.000 km, sondern auch 135 km nach oben und das manchmal ziemlich steil.
Wir sitzen in einem schönen Park, mitten in der Natur in Santa Rosa, Kolumbien. Das Auto ist eingerichtet und morgen geht die Reise richtig los.
Angefangen hat es aber etwas holprig. Erst wurde das von uns eigentlich gebuchte Schiff für den Camper umgeleitet. Die Reederei ließ es nur noch nach Kingston auf Jamaika fahren. Glücklicherweise hatten wir mit Ricardo Gomez von Overlander Shipping einen engagierten Agenten, der uns, allerdings leider deutlich teurer, eine Alternative auf einem Flat-Rack-Container organisierte. Das ist ein Container ohne Dach und Seitenteile. So konnte es dann für den Camper in Hamburg losgehen.
Allerdings spielte zunächst das Wetter nicht mit, so dass das Schiff statt am 21. Dezember erst am 27. wegkam. Bedeutet natürlich gleichzeitig, dass es erst später, nämlich am 10. Januar statt am 7. in Cartagena angekommen ist. Unsere Flüge waren aber schon für den 5. gebucht und unsere Unterkunft nur bis zum 10. Januar.
Als dann auch noch unser Flug verspätet losging und wir unseren Anschlussflug in Bogota verpassten, dachten wir, irgendwie läuft es nicht wirklich rund.
Cartagena, einstmals der wichtigste Hafen Spaniens in Südamerika (Neuspanien), hier sammelte sich die Silberflotte, ist eine Millionenstadt. Wir haben unsere Unterkunft in Centro, dem historischen Kern Cartagenas, innerhalb der historischen Stadtmauer gebucht und am frühen Morgen des 6. Januar (eigentlich wollten wir am 5. nachmittags ankommen) bezogen. Taxifahrer hier kennen sich übrigens in ihrer Stadt nicht wirklich aus, so dass auch unsere Taxifahrt vom Flughafen nicht 20 Minuten, sondern über eine Stunde gedauert hat und das mit einem zunehmend verzweifelter stöhnenden Taxifahrer.
Es lief nicht wirklich rund.
Am nächsten Morgen sah die Welt allerdings schon viel schöner aus.
Die Temperaturen waren allerdings nicht darauf ausgelegt ausgiebige Touren zu Fuss zu gestatten. Die Wetter App gab 36°, gefühlt 44° an. Ausgedehnte Siestas waren die Folge.
Abends ließen wir es gerne in einer Bar mit Terrasse auslaufen, wie hier im „Donde Fidel“.
Hier die Stadtmauer mit dem Wahrzeichen von Cartagena, dem Torre de Reloj.
Noch mit Weihnachtsdeko. Die Stadtmauer mit Kathedrale….
…und ohne
Ein längerer Fußweg zur Festung San Felipe de Barajas bei 35° war auch nicht wirklich ein Vergnügen. Als wir ankamen hatten auch noch fast gleichzeitig zwei Busse ihre Passagiere entladen. Wir hatten Glück, dass uns ein freundlicher Wasserverkäufer auf einen Insidereingang hinwies, wo wir uns nicht anstellen mussten. Wer weiß, ob wir uns überhaupt angestellt hätten.
Wie man sieht, ging’s auch noch steil bergan, nachdem wir die Kasse hinter uns gebracht hatten. Mit zwei Flaschen Wasser vom freundlichen Verkäufer, haben wir es aber letztendlich geschafft.
Wie zu sehen, wurden wir mit schönen Ausblicken auf die neuen Stadtteile und Centro belohnt.
Auf dem Rückweg sind wir nochmals über die Stadtmauer gewandert und konnten so wie die alten Spanier von der Mauer zur Festung herüber schauen. War schon beeindruckend…
Aber auch wenn Cartagena schön ist, wurde die Warterei auf den Camper langsam nervig, insbesondere weil die Agentin hier vor Ort nicht den Eindruck machte besonders guten Service für ihre Kunden erbringen zu wollen, sondern eher daran interessiert schien, uns etwas länger warten zu lassen, da das die Hafengebühren erhöht.
Schließlich durften wir am 11. Januar in den Hafen. Der Camper stand noch auf seinem Flat-Rack und in meiner Naivität dachte ich wir bekommen das Auto heute auch aus dem Hafen raus.
Stattdessen saßen und standen wir den ganzen Tag auf dieser netten Fläche am Hafen, bei 35° und bei Wasser ohne Brot, für insgesamt 10 Minuten Action. Einmal durfte ich den Sprinter vom Flat-Rack fahren und dann kam der Zoll noch für eine 2 Minuten Kontrolle.
Zusammen mit mir (es durfte nur der eingetragene Eigentümer in den Hafen) warteten noch James, ein Kanadier mit Truck und Boot, und Sebastian, ein deutscher YouTuber (Neuland Stories) auf ihre Fahrzeuge.
Obwohl wir alles probierten, inclusive Sprint zum DIAN (dem hiesigen Zoll), um noch die Freigabe zu kriegen, bekam am Schluss nur James seinen Truck noch am Freitag Abend aus dem Hafen raus. Ich konnte den Sprinter dann am Samstag Mittag endlich rausfahren, Basti wartet aktuell (Montag) immer noch, darf aber wohl morgen früh sein Auto in Empfang nehmen.
Wir sitzen, wie bereits eingangs erwähnt, jetzt in der Nähe von Cartagena auf einer Finca und haben nach ein bisschen Kisten-Tetris die meisten Sachen an ihre Plätze geräumt.
Zwar lief nicht alles rund zu Beginn, aber es gibt schlimmere Schicksale als hier in der Natur zu sitzen und nach einer leckeren Tarte mit Thunfisch und Tomate die letzten Tage zusammenzufassen.
Nachdem wir unser Auto endlich aus dem Hafen hatten, das Kistentetris erledigt und Frank aussah wie ein Streuselkuchen (die Mücken mögen ihn einfach), musste noch Gas organisiert (was nicht wirklich einfach ist) und das Salz der Seereise vom Auto runtergespült werden. Nicht unbedingt in der Reihenfolge. Für das Gas machten wir einen Umweg von ca. 200 km, aber immerhin in die Geburtsstadt von Shakira. Barranquilla war unser Ziel.
Nicht nur während der Fahrt waren die Kolumbianer von unserem Camper begeistert. Als dann am sauberen Sprinter auch noch die kolumbianische Flagge angebracht wurde, gab es Applaus.
In iOverlander war als einzige Möglichkeit zum Gastanken im Norden Kolumbiens „Julios Gas“ in Barranquilla aufgeführt. Als wir dort ankamen, saß Julio in seinem Segeltuchstuhl, sah uns und wusste sofort was angesagt war. Mit unserem US Gasadapter (wir waren ja gut vorbereitet) ging dann auch alles wunderbar glatt. Allerdings war das Parken in der Abfahrt einer Schnellstraße für uns Europäer etwas gewöhnungsbedürftig.
Waren wir bisher entlang der Karibikküste von Kolumbien unterwegs, drehten wir jetzt nach Süden. Die Gegend durch die wir fuhren, war eine der ärmeren des Landes. Landschaftlich abwechslungsreich, aber flach.
Sobald eine Ortschaft zu durchfahren war, wurde es verkehrstechnisch chaotisch. Was auf den Bildern nicht wirklich darstellbar ist, sind die unzähligen Mopeds und Motorräder, die von allen Seiten überholten.
Was uns bis dahin gar nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass schon im Norden von Kolumbien die Anden losgehen, zwar nicht mit über 3.000m, aber mit schmalen Straßen die kurvig auf und ab gingen. Das erklärte auch die Durchschnittsgeschwindigkeit, die das Navi anzeigte. Landschaftlich wurde es allerdings dadurch nur schöner.
Wenn es dunkel wird wollen wir eigentlich nicht mehr unterwegs sein. Für die Übernachtung auf der Strecke, wie hier beispielsweise nach Barichara, nutzen wir Tankstellen, an denen auch die LKW Fahrer übernachten. Also so wie auch in Russland. So sieht das dann aus.
Und so sieht dann morgens das Frühstück aus, wenn man nicht wirklich weiß, was man bestellt, aber als alter Globetrotter ein typisch kolumbianisches Frühstück haben will.
Unsere erstaunten Gesichter (zurückhaltend ausgedrückt) sind wohlweislich nicht im Bild. Aber eigentlich war die fette Fleischbrühe sehr lecker und hat bis abends vorgehalten (vor allem beim Bäuerchen).
Erstaunlich waren auch die blinden Passagiere und Schwarzfahrer (oje, ist das politisch noch korrekt?) die uns untergekommen sind.
Als wir San Gil erreichten, haben wir erstmals die Überlandstrasse verlassen und sind durch den Ort über Nebenstraßen gefahren, die noch gepflastert sind wie dunnemals, und ziemlich steil auf und ab gehen.
Nachdem wir Barichara erreichten, versagte unser Navi kläglich. Die Straße, die uns angezeigt wurde, endete sehr eng an einer Baustelle, wäre aber auch mit einem Fahrzeug unserer Größe ohne Baustelle nicht befahrbar gewesen. Nur einem überaus netten Kolumbianer, der aus seinem Haus kam, um sein Auto wegzufahren, verdankten wir es, wenden zu können. Hier ein kleiner Einschub: Wir haben Kolumbianer als überaus liebe und nette Menschen, offen, herzlich und immer hilfsbereit erlebt.
Schließlich standen wir falsch rum in einer Einbahnstraße und versuchten uns zu orientieren.
Ein Zeichen, sozusagen eine Fügung, war ein Bus, der in der für uns nächsten Kreuzung abbog. Also gegen die Einbahnstraße, unter verwunderten Blicken, bis zur nächsten Kreuzung und dann dem Bus hinterher. Auf der Hauptstraße in Barichara fanden wir auch wieder Orientierung und erreichten schließlich, etwas außerhalb von Barichara, den von uns angepeilten „Campingplatz“.
Mitten in freier Natur haben zwei holländische Architekten ein kleines Paradies geschaffen.
Dies erkennt man schon an den „Badezimmern“. Abends unter freiem Himmel zu duschen ist wirklich besonders.
Hier noch ein paar Eindrücke von diesem schönen Ort.
Nach Barichara gibt es einen Wanderweg. Nach Aussage von Joepp (gesprochen Jupp), 30 bis 35 Minuten easy Hike. So ging’s los nach unten….
….und so ging’s gegenüber wieder nach oben.
Wir wanderten keine 30 bis 35 Minuten sondern eher eine Stunde. Rund 50 Höhenmeter bergab und 200 Höhenmeter dann wieder steil bergauf.
An dem markanten Baum steht unser Sprinter.
Oben dann eine kleine Überraschung neben dem Mobilfunkmast.
Ich bitte die Schatten zu entschuldigen, aber wir mussten mit der Sonne fotografieren. Wir nehmen auch nicht an, dass wir hier präkolumbianische Kunst bewundern dürfen, sondern denken eher an europäische Esoteriker.
Zuletzt nun ein paar Eindrücke von Barichara das, wenn vielleicht auch nicht „die“ schönste Stadt Kolumbiens, zumindest aber eine der schönsten ist.
Zurück sind wir übrigens nicht mehr „gewandert“, sondern haben uns diese TukTuk gegönnt.
Barichara hatte uns richtig gut gefallen, aber drei Monate sind kurz, um einen ganzen Kontinent zu bereisen, deshalb mussten wir weiter. Einmal quer über die Anden, erstmals über 3.000 Meter hoch, ständig auf und ab und sehr kurvig war die Fahrt. Langsame LKW, die mit 15 bis 20 km/h die Berge hochkrochen und schnelle Kolumbianer, die an den unmöglichsten Stellen überholten.
Übernachtet haben wir auf ca. 2.600 m Höhe vor dem Tor eines Naturparks, den wir abends über eine üble Piste erreichten.
Insgesamt war die Fahrt sehr abwechslungsreich, aber ca. 600 km bedeuteten auch zwei lange Fahrtage, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 38 km/h.
Kurz vor Salento zeigte uns unser Navi eine Straße an, die sich als schmaler Waldweg mit fetten Steigungen und erstaunlich viel Gegenverkehr (auf einspurigem Untergrund) entpuppte.
Dafür kamen wir aber nach 10 km Waldweg, für die wir ca. 45 Minuten brauchten, auch auf der Seite von Salento an, auf der sich der von uns geplante Camping-Spot befand. Hinter den Pferdeställen fanden wir Platz auf einer Wiese, zusammen mit zwei Schweizern, die sich ihr Auto in British Columbia gekauft hatten.
Von dort aus erreichten wir Salento zu Fuß in einer viertel Stunde, allerdings auch bergauf, bergab bei 30°C.
Die kleine Hütte hinter den Jeeps ist der zentrale Verkaufsstand für Fahrten zu den Kaffeefarmen und in das Valle de Cocora.
Dieser Jeep fährt allerdings keine Touren mehr, er ist die Station für Coffee to Go in Salento.
Weitere Eindrücke von Salento:
Am nächsten Tag unternahmen wir dann unsere Kaffee-Tour auf die Ocaso-Farm. Hier fand die Begrüßung statt…
…unser Guide Nicolas (Betonung auf das „as“ am Ende). Er studiert Sprachen, hat das Studium allerdings unterbrochen, da ihm das Geld ausgegangen war.
Und jetzt Eindrücke von der Führung, nähere Erläuterungen gerne dann mündlich.
Kaffeepflanzen brauchen Schatten, weswegen auf jeder Kaffeeplantage eine Menge anderer Pflanzen zu finden sind.
Die reifen Kaffeekirschen werden aufgedrückt und die zwei Bohnen pro Kirsche kommen ans Tageslicht.
Das wird allerdings normalerweise maschinell gemacht. Hier eine kleine Vorführmaschine…
…und hier die „große“ Maschine der Farm, die 500 kg pro Stunde verarbeiten kann.
Danach geht der Kaffee zum trocknen, bevor er geröstet wird.
Zum Abschluss haben wir uns noch ein Kilo des wirklich hervorragenden Kaffees mitgenommen.
Am nächsten Tag sind wir dann noch ins Valle de Cocora gefahren, der zweiten Attraktion der Gegend um Salento. Hier wachsen die höchsten Palmen der Welt. Die größten Exemplare sind über 60 m hoch.
Wir fahren nach einer längeren Wanderung weiter Richtung Süden, einem einzigartigen Weltkulturerbe und der Grenze von Ecuador entgegen. Dazu gibt es neben den auch in Deutschland bekannten derzeitigen Problemen, noch eine weitere Situation, die unser Weiterkommen beeinträchtigt. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.
Auch in Europa hört man derzeit viel über Ecuador. Vor allem über die Sicherheitslage. Verwandte und Freunde machen sich Sorgen, bzw. sagen uns „Ihr traut Euch ja was“. Leute die derzeit in Ecuador sind oder sogar hier leben sagen stattdessen, dass man außerhalb der Krisenregion an der Küste und der direkten Grenznähe zu Kolumbien eigentlich kaum etwas merkt.
Für uns war aber das viel größere Problem „wie kommen wir rein“. Von Kolumbien aus muss man durch Ecuador um den Rest von Südamerika überhaupt erreichen zu können. Die einzige mögliche Alternative wäre eine Route über das völlig verarmte Venezuela. Eine Grenze zwischen Kolumbien und Peru gibt es zwar, dort, im Amazonasgebiet, sind aber keine Straßen.
Zu allem Überfluss hat Ecuador im Rahmen des Ausnahmezustandes die Einreise in das Land an die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses mit Apostille, welches im Heimatland auf spanisch übersetzt sein muß, geknüpft.
Jetzt saßen wir also in Kolumbien und machten uns Gedanken, ob die geplante Reise überhaupt noch möglich ist. Wir verfolgten die Entwicklung vor allem in der „WhatsApp Panamericana-Gruppe“ und sprachen gleichzeitig mit der Stadt Neu-Isenburg, über die ein solches polizeiliches Führungszeugnis zu beantragen war. Das hat gut geklappt. Vielen Dank dafür an die superflexible Stadtverwaltung von Neu-Isenburg. Im schlimmsten Fall saßen wir jetzt 10 bis 12 Tage zusätzlich in Kolumbien fest. Natürlich viel Zeit, wenn man Südamerika in drei Monaten machen will, aber besser als einfach den Kopf in den Sand zu stecken.
Die Situation entwickelte sich weiterhin dynamisch. Als Information in der Gruppe kam zuerst, dass es unter Umständen möglich sei, ein Transitvisum für 5 Tage zu erhalten. Dann kam die Information, dass im Explorer Magazin in Deutschland von einem 10 Tage Transitvisum geschrieben wurde. In der Panamericana-Gruppe kündigte ein Teilnehmer an, innerhalb der nächsten 2-3 Tage einen Versuch zu starten.
Wir entschieden uns, auch auf diese Lösung zu setzen und unseren Plan ab Salento einfach umzusetzen und nach dem „Prinzip Hoffnung“ so zu tun, als ob das jetzt so ist und wir ein 10 Tage Visum mindestens erhalten können.
Also fuhren wir aus dem Valle Corpora Richtung Süden und der ecuadorianischen Grenze entgegen. Es ging durch eine wunderschöne Berglandschaft.
Als wir im Stau vor einer Baustelle standen, stieg ein Mann aus und schaute sich unseren Sprinter genauer an. Das war für uns erst mal nichts Neues. Wir hatten uns bereits daran gewöhnt, dass sehr viele Menschen uns den gehobenen Daumen zeigten, LKW Fahrer hupten, sogar einmal ein Fahrer, der uns überholte danach an den Rand fuhr, um uns filmend noch einmal zu überholen. Hier im Stau stieg dann aber zusätzlich ein kleiner Junge aus und der Mann fing an uns zu befragen. Wir verstanden zwar die Fragen ganz gut, aber unser spanisch reichte für vernünftige Antworten einfach nicht aus. Mit Händen und Füßen gelang die Verständigung trotzdem. Wie meistens in fremden Ländern.
Wir luden die beiden ein, sich den Sprinter von innen anzuschauen, was gerne angenommen wurde. Nachdem der kleine Junge seinem Vater dann auch noch die Frage nach unserer Herkunft beantworten konnte und ihn darauf hinwies, dass das doch vorne am Sprinter draufsteht, war das Eis endgültig gebrochen.
Im Gegenzug bekamen wir ein Geschenk. Gleichzeitig die Erläuterung, wie man es ißt.
Eine Guame, oder Icecream-Bean. Man isst die weiße Innenhülle, den schwarzen Kern wirft man weg. Sehr gut.
Wir erreichten unser Ziel, den Parkplatz zur Seilbahn, die zum Weltkulturerbe „Sanctuario de Las Lachas“ fuhr. Hier das Sanctuario:
Bilder von innen konnten wir keine machen, da gerade eine Messe gefeiert wurde.
Im Anschluss machten wir uns auf zu unserem geplanten Schlafplatz. Alleine, wir konnten ihn nicht finden, trotz GPS Daten. Es wurde langsam dunkel und guter Rat war teuer. Die Tankstelle/Rastplatz in der Nähe wollte uns keinen Schlafplatz überlassen.
Glücklicherweise hatte Andrea auf der Durchfahrt einen LKW Stellplatz hinter einer Mauer gesehen. Den fuhren wir dann an. Die Chefin des Platzes ließ uns gerne übernachten, war aber etwas besorgt, dass wir Nachts auf keinen Fall das Auto verlassen dürften, da ab 22 Uhr die Hunde frei liefen. Hunde? Das waren zwei Monster, riesige Mastiff-Mischlinge. Uns hätten keine 10 Pferde aus dem Auto rausgebracht. Sicher fühlten wir uns aber in dieser Nacht.
Am nächsten Morgen ging es zur Grenze, aber das ist eine Geschichte für den nächsten Blog-Beitrag.
Morgens um 7.15 Uhr stehen wir an der Grenze. Versuch Nr. 1 der Einreise scheiterte schnell nach der Frage zu unserem Criminal Report. Auch unser Hinweis, dass ein Transitvisum erst gestern an mindestens zwei Reisende vergeben wurde, nutzte nichts, die Beamtin verwies darauf, dass ihr Chef in einer halben Stunde da sei und wir dann nochmals antreten sollten.
Zweiter Versuch, eine halbe Stunde später. Diesmal eine andere Immigrations Mitarbeiterin. Visum, Einreise, kein Problem. Wir bekamen anstandslos 10 Tage Transit. Das bedeutete zwar eine Änderung unserer Reisepläne (die ändern sich aber eh ständig), doch wir kommen wenigstens weiter in den Süden.
Nette Geschichte am Rande: Wir kennen schon Leute in Südamerika. Während wir unsere halbe Stunde absaßen, fuhr ein Toyota, hupend, mit der Familie (die mit der Guama) halb aus dem Auto raushängend, winkend an uns vorbei.
Jetzt waren wir in Ecuador und wurden gleich mit einem tollen Panorama begrüßt.
Wir machten uns auf den Weg zur Finca Sommerwind. Betrieben wird sie von Hans und seiner Frau Maria. Wir hatten ja über die Panamericana Gruppe wegen des Grenzübergangs Kontakt zu Hans gehabt. Hans hatte dort schon gepostet, dass – abgesehen von der Küstenregion um Guayaquil – das Land ruhig und sicher sei.
Wie das passiert erlebten wir in den ersten 30 km nach der Grenze hautnah (wörtlich gemeint).
Etwa 10 km nach der Grenze fuhren wir in die erste Militärkontrolle. Alle schwer bewaffnet. Aussteigen, Auto öffnen, Durchsuchung. Als erstes kam eine Plastiktüte mit meinem E-Zigaretten Liquid zur Diskussion. Letztlich lief alles sehr freundlich und professionell ab und nach 15 Minuten durften wir weiterfahren.
7 bis 8 km später die zweite Militärkontrolle. Alle schwer bewaffnet. Diesmal musste ich aussteigen, Beine breit ans Auto lehnen und wurde abgetastet. Andrea nicht. Auch hier wieder alles freundlich und professionell, allerdings mit Spätfolgen. Andrea nennt mich jetzt nur noch wahlweise Pablo Klaus oder Frank Escobar. Meistens aber Pablo.
Nach zwei weiteren Polizeikontrollen (alles noch im Grenzgebiet) erreichten wir die Finca Sommerwind. Ein Overlander Spot mit Biergarten, Waschmaschine und allem was man sonst so braucht. Mit Ausblick.
Nach ein paar Weißbier, viel Informationen zum weiteren Ablauf der Reise durch Ecuador, Wäschewaschen, Wasser tanken und ablassen, machten wir uns nach 2 Tagen auf den Weg nach Quito.
Die Straßen in Ecuador sind durchschnittlich etwas besser als in Kolumbien.
Bevor wir nach Quito kamen wollten wir noch zwei Highlights von Ecuador besuchen. Als erstes den Markt von Otavalo, dem größten in Südamerika. Was wir nicht bedacht hatten, es war Samstag und viele Leute aus Quito hatten den selben Gedanken wie wir. Es war ein einziges Chaos und wir scheiterten daran, einen Parkplatz für unseren Sprinter zu finden. Nun gut, es gibt andere Märkte, die wir vielleicht mit etwas besserem Zeitbewusstsein dann auch besuchen können.
Nachdem wir uns aus dem Chaos (mit viel Angstschweiß) befreien konnten, ging es zum nächsten Highlight. Wir überfuhren nämlich auf dem Land den Äquator. Das geht in Südamerika eigentlich nur in Ecuador, da der Äquator ansonsten durch den Regenwald verläuft.
Dazu fuhren wir nicht an den Touristenhotspot „Mitad del Mundo“ (der übrigens 240 m südlich des Äquators aufgebaut wurde, kleiner Messfehler der Initiatoren), sondern zu dem Projekt Quitsato, das exakt auf dem Äquator errichtet wurde und ein sehenswertes Museum beherbergt. Hier ist der Äquator mit 1 mm Genauigkeit bestimmt worden.
Folgend eine Schautafel über die Vermessungsarbeiten zwischen den Jahren 1735 bis 1745.
Andrea steht im Norden und Frank (Pablo) im Süden.
Das Museum beinhaltet auch einen sehenswerten Agavenpark.
Nach diesem kleinen Schritt für die Menschheit aber großem für die Kläuse ging es weiter nach Quito. Wegen unserem beschränkten Zeitbudget (10 Tage Visum) und der Sicherheitshinweise verzichteten wir auf einen Besuch der sehenswerten Altstadt von Quito, wohnten aber ziemlich spektakulär oberhalb der Stadt. Dazu ein Bild vom Abend….
…und eins vom Morgen, mit unserem nächsten Ziel….
…dem Cotopaxi.
Die Fahrt dorthin verlief wieder über gute Straßen, bis wir in den Cotopaxi Nationalpark abbogen. Ab dann ging es 23 km über eine abenteuerliche Piste.
Schon während der Fahrt gab es aber auch eine fette Belohnung. Atemberaubende Ausblicke.
Der Cotopaxi ist mit einer Höhe von fast 6.000 m der zweithöchste Vulkan Ecuadors und aufgrund der elliptischen Form der Erde fast 2 km weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als der Mount Everest. Noch weiter, und damit am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt, ist der Chimborazo Vulkan, der nicht weit entfernt ist. Ein Besuch fällt allerdings unserem beschränkten Zeitbudget zum Opfer.
Dafür leisteten wir uns im Cotopaxi Nationalpark eine Übernachtung bei der Tambopaxi-Lodge. Dies ist der einzige „Campingplatz“ innerhalb des Nationalparks.
Suchbild mit Sprinter. Wie zu sehen ist, Unterkünfte mit Sensationsblick. Allerdings auch atemberaubend (auf 3.749 m Höhe).
Der Cotopaxi!
Der selbe Blick nochmals, diesmal während des Frühstücks in dem Lodge Restaurant.
Verewigt haben wir uns hier übrigens auch.
Von hier aus geht´s weiter in den Süden, aber nicht ohne eine angemessene Verabschiedung durch einen Andenfuchs.
Wir haben ja nur ein Visum für 10 Tage erhalten, deshalb mussten wir uns ein wenig eilen. Die eigentlich geplante Umfahrung des Chimborazo, mit Besuch einer Schokoladenfabrik, fiel deshalb aus und als Ausgleich machten wir einen kleinen Abstecher auf die Ruta de las Cascadas bei Baños.
Zur Besichtigung haben wir uns den Pailon del Diablo ausgesucht. Hier ein erster Blick auf den Fluss Pastaza, der sich kurz danach in die Tiefe stürzt.
Der Weg dorthin war nicht wirklich lang, aber echt steil.
Am Wegesrand versuchten auch ein paar kleinere Bäche sich als Wasserfall zu profilieren.
Der Pailon mit seinen über 80 Metern sah aber dann doch ein bisschen anders aus.
Man kann bis hinter den Wasserfall hochklettern, wegen der Feuchtigkeit waren aber keine Aufnahmen möglich.
Nach dem anstrengenden Rückweg, weil steil und auf über 1.800 m, freuten wir uns auf unseren designierten Stellplatz im Tal. Als wir den endlich gefunden hatten, nach einer Piste auf einem Abbaugelände, stellte sich heraus, dass es ihn nicht mehr gab. Macht ja nichts, wir hatten eine Alternative. Als wir dort aufschlugen, empfing uns am Eingang das Schild „cerrado“.
Mist, nur noch eine Stunde Tageslicht. Bedeutete eine Übernachtung auf einer 24 Stunden Tankstelle, weil sicher.
Am nächsten Morgen ging es dann früh los, weil auf der Tanke auch die LKW früh aufbrachen. Das bedeutete aber nicht, dass es nicht trotzdem ein beeindruckender Aufbruch war.
Solche Bilder gibt es in Ecuador überall. Es ist faszinierend.
Wir waren auf dem Weg nach Cuenca, der schönsten Stadt Ecuadors. Jeder Ecuadorianer mit dem wir uns unterhielten, sagte uns, wir würden diese Stadt lieben. Cuenca, das auf ca. 2.500 m liegt, hat rd. 330.000 Einwohner und ist nicht nur kulturelles Zentrum des Landes, sondern auch noch eine der wichtigsten Städte für den Panama Hut.
Als wir dann auch noch den Stellplatz fanden, den es nicht nur tatsächlich gab, sondern der auch noch fußläufig zur Innenstadt lag, konnten wir, da wir bereits gegen Mittag da waren, gleich in die historische Altstadt starten.
Als erstes ging es in´s Hutmuseum, das gleichzeitig auch Hutmanufaktur ist.
In Cuenca und dem naheliegenden Montechristo wurde der Panamahut, der heute immaterielles Weltkulturerbe ist, erstmals aus Fasern der nur hier wachsenden Toquilla-Palme geflochten. Das Flechten dauert je nach Qualität des Huts von 4 Tagen bis zu 3 Monaten.
Der Hut heißt übrigens Panama-Hut, da ein Teilnehmer der Weltausstellung 1900 in Paris einen solchen trug. Der Teilnehmer kam aus Panama und der Name des Huts war geboren.
Nach dem Flechten geht der Rohling in die Presse.
Zum Abschluss noch eine Mitarbeiterin, bei den letzen Feinarbeiten für den Hut von unserem Kollegen Andreas.
Ein paar Meter entfernt, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, fanden wir die berühmte Markthalle von Cuenca. Den Fleischteil lassen wir aus Rücksicht auf unsere vegetarischen und veganen Freunde aus. Der sah aber auch klasse aus, insbesondere weil auch angerichtete Speisen verkauft wurden.
Als wir dann beim Rundgang durch die Altstadt auch noch einen Innenhof mit mehreren Gaststätten fanden, wo eine besser aussah als die andere, wussten wir, für heute war´s genug des „rundgehens“. Eine von den Gaststätten war auch noch eine Hausbrauerei mit gutem Essen. Was wollten wir mehr.
Der zweite Tag in Cuenca war nicht nur dem weiteren Rundgang gewidmet, sondern diente auch dem Auffüllen von Vorräten etc. Hier noch ein paar Eindrücke dieser wunderschönen Stadt.
Unsere Zeit in Ecuador näherte sich nun ihrem Ende. Wir brauchten noch zwei Tage bis zur Grenze und entschieden uns, nicht über den Hauptgrenzübergang nach Peru zu fahren, sondern nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ einen kleinen unbedeutenden Grenzübergang zu nehmen, von dem wir gelesen hatten.
Die Besonderheit war, dass 50 km vor dem Grenzübergang auf der ecuadorianischen Seite, die Straße nur noch eine Piste war. Bei Regen wurde strengstens von ihr abgeraten. Den Rest erzählen die Bilder…
…ab hier dann Piste und wir kamen uns vor wie auf einer Dschungeltour…
…aber nicht, dass ihr glaubt es gab keinen Gegenverkehr..
Übernachtet haben wir am Busbahnhof von Zumba. Als wir dort fragten, ob das möglich wäre, kam nur eine gelangweilte Handbewegung. Kam demnach öfter vor.
Am nächsten Morgen ging es genauso weiter, es war ein Fest.
Kurz vor der Grenze stand dann ein Bus im Weg, der Goldwäscher fuhr. Ja tatsächlich Goldwäscher. Die Mopeds an der Seite wurden mit dem Equipment beladen oder es ging zu Fuß zum Fluss runter.
Der Grenzübergang ging dann relativ schnell und wir waren in Peru.
Nach dem Grenzübertritt nach Peru haben wir wieder eine geteerte Straße. Zwar mit dem einen oder anderen fiesen Schlagloch, unsere Reisegeschwindigkeit steigt aber wieder.
Unsere Reisepläne für Peru haben sich geändert. Ursprünglich wollten wir, wegen der Tierwelt, in Richtung Moyobamba in das Amazonasbecken fahren. Doch die schlechten Meldungen reißen nicht ab und wir haben von dem unbefristeten Streik in Machu Picchu gehört. Wir entschieden uns deshalb nach Kuelap, dem „Machu Picchu des Nordens“ zu fahren.
Anfangs ging es uns aber darum, erst mal eine Sim-Karte zu kaufen. Dies ist für Ausländer in Peru sehr schwer bis fast unmöglich. Unser Weg führte uns nach San Ignacio, da nach den Aufzeichnungen anderer Overlander hier ein Laden lag, bei dem es gelingen könnte.
Leider hatten wir kein Glück. Also keine Sim-Karte. Egal, geht auch ohne und was wir bisher von Peru gesehen haben, entschädigt.
Entlang an Reisfeldern ging es für uns wieder in die Höhe. Kuelap liegt auf 3.000 m. Auffällig sind die bevorzugten Verkehrsmittel in Peru. Umgebaute Honda Mopeds.
Ansonsten ist, wie immer, die Umgebung auffällig.
Wir erreichten Chachapoyas, die Provinzhauptstadt in diesem abgelegenen Teil von Peru.
Hier haben wir ein Foto der Plaza Bolivar. Der Rest der Stadt ist eher unansehnlich, matschig und staubig. Hier gab es aber ein tolles Kaffeehaus mit sehr leckerem Frühstück. Um nach Kuelap zu gelangen, mussten wir dann noch über eine abenteuerliche Straße 30 km weiterfahren.
Die untergegangene Hochkultur der Chachapoyas hat die Festung Kuelap zwischen 900 und 1400 n.C. erbaut. Die Festung liegt auf einem Höhenrücken, was auch ihren Beinamen „Festung der Nebelkrieger“ bzw. „Festung der Wolkenmenschen“ erklärt.
Hoch ging es von ca. 2.000 m mit einer Seilbahn. Leider im Regen, so dass keine Aufnahmen der durchaus spektakulären Umgebung möglich waren. An der Seilbahn empfängt das Besucherzentrum die Ankommenden und man sieht einen gepflasterten Aufgang in die Höhe. Es hieß, ein kleiner „Spaziergang“ von rd. eineinhalb Kilometern.
Nun bei gleichzeitig 150 Höhenmetern auf rd. 3.000 m ist das für den nicht vollständig klimatisierten Reisenden schon anstrengend. Was uns aber nach den ersten Treppen erwartete, war bei Regen wirklich sehr gefährlich. Nach einiger Zeit waren die Profile der Schuhe „zugematscht“ und glitschige Steine waren oft unter dem Matsch kaum auszumachen.
Die Umgebung aber….
Dann, als Frank schon langsam die Puste ausging, kam sie endlich in Sicht. Die Festung Kuelap.
Ein Teil der Mauer ist 2022 eingestürzt und droht weiter abzurutschen, deshalb die Plane. Hier ein Teil ohne Plane.
Die Festungsstadt teilte sich in drei Teile auf, den für die Adeligen, den fürs Militär und die Beamten und den für die Bevölkerung. Charakteristisch waren die Rundbauten, die auch noch gut zu erkennen sind. Hier ein kleiner Überblick.
Kleiner FunFact am Rande, ebenso wie Machu Picchu wurde Kuelap niemals von den Spaniern entdeckt. Getrübt wurde die Freude über die „Entdeckung“ Kuelaps durch uns allerdings stark von dem „Spaziergang“ hin und weg von der Festung. Würden wir nochmals zur Festung Kuelap reisen? Jedenfalls nicht bei regnerischem Wetter. Das wäre uns zu gefährlich.
Auf dem Weg zur Festung kamen wir an einem Restaurante-Campestre vorbei, der auch auf iOverlander als Übernachtungsplatz angegeben wurde. Da wollten wir jetzt hin und den Tag ausklingen lassen. Als wir ankamen, fand zu unserer Überraschung auf dem Bolzplatz ein Fußballturnier statt, was uns aber nicht hinderte hier zu übernachten.
Bei Bier und „Homemade Banana Chips“ war es ein vergnüglicher Abend und eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen wendeten wir uns der Küste zu, um den zweiten kulturellen Höhepunkt Nordperus zu erkunden. Trujillo an der Pazifikküste.
Schnell änderte sich die Landschaft von grün zu braun, da die Küste eher wüstenähnlich ist, mit entsprechenden Temperaturen.
Zuerst ging es aber, wie es für Nebelkrieger gehört, durch die Wolken.
Und dann kamen wir in den Bereich etwas dichterer Besiedlung. Darauf waren wir nicht vorbereitet.
Überall Müll. Die Luft so dreckig, dass man es nicht nur riechen, sondern auch sehen konnte. Überall Staub. Ein krasser Gegensatz zu Peru in den Bergen.
Nach Trujillo wollten wir wegen Chan Chan, einer präkolumbischen Stadt der Chimú, sowie der Huacas del Sol y de la Luna (Pyramiden).
Unser Nachtlager errichteten wir auf der Rückseite der Huaca del Sol.
So sehen die Pyramiden heute aus.
Von dort aus nahmen wir uns ein Taxi um die zweite Weltkulturerbestätte Trujillos zu erkunden, Chan Chan.
Chan Chan erstreckt sich noch heute über 28 Quadratkilometer und war zu ihrer Zeit (etwa um 1300) eine der größten Städte der Welt. Sie wurde komplett aus Lehm (Adobe) gebaut.
Am Eingang erwartete uns eine Überraschung.
Eine „Seabridge“-Reisegruppe, die geführt die Panamericana bereist (Kosten pro Person, alleine für die Organisation, rd. 13.000 €). Muss man mögen.
Aber zurück zu Chan Chan und ein paar Eindrücken.
Nach Chan Chan ging es für uns in die moderne Mall von Trujillo, um Vorräte aufzustocken und ein wenig „klimatisiert“ zu schlendern.
Wir hatten genug von dieser Küstenlandschaft. Für uns ging es zurück in Berge, Richtung Huaraz an der Cordillera Blanca.