Bis an die Grenze der EU

Unser Weg führt uns diesmal durch Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Türkei bis nach Georgien und von da aus auch nach Armenien. Zurück wissen wir derzeit noch nicht genau, welche Route wir, nach der Türkei, nehmen werden.

Zuerst begann aber alles etwas später als gedacht, da Andrea eine massive Glaskörperablösung im Auge hatte und sie dies zunächst prüfen lassen wollte. Sonntags in der Uni-Klinik dauerte dies fünf Stunden, da viele Menschen da waren, die keinen Facharzttermin bekommen konnten. So fuhren wir nicht nach dem Frühstück los, sondern nachmittags und schafften es noch bis nach Straubing. War auch schön.

Am Montag war es von da aus sozusagen nur noch ein Katzensprung zum Balaton, der unser erstes Ziel sein sollte. So war die Abendstimmung am Ufer…

….und so sah die andere Seite aus.

Alles sehr touristisch und tagsüber total überlaufen. Wir fanden einen netten Campingplatz und informierten unseren Freund Parvis, dass wir etwas schneller als geplant zu unserem Besuch in Szeged aufschlagen würden. Parvis lebt schon seit fast 30 Jahren in der Nähe von Szeged und freute sich auch über einen etwas verfrühten Besuch.

Nachdem er uns vor einem Supermarkt aufpickte, zeigte er uns einen wunderbaren Übernachtungsplatz an einem See und (noch besser) vor einer Gaststätte.

Wir verbrachten einen lustigen Abend mit Parvis und seiner Freundin und trafen uns morgens dann wieder zum Frühstück, bevor wir uns anschließend auf den Weg nach Rumänien machten.

Hier war Sibiu (Hermannstadt) unser erstes Ziel. Sowohl der Stadt als auch den umgebenden Ortschaften merkt man ihre deutsche Vergangenheit nicht nur an der Architektur, sondern auch an Beschriftungen der Häuser und den Statuen an. Sie war vormals der zentrale Ort Siebenbürgens.

Die weltbekannte Lügenbrücke (Sibiu war 2007 zusammen mit Luxemburg Kulturhauptstadt), eine gusseiserne Fußgängerbrücke von 1859. Sie hieß eigentlich Liegenbrücke, aber der heutige Name hat sich dann durchgesetzt.

Nach der Stadtbesichtigung beschlossen wir uns noch ein wenig Natur zu gönnen und brachen auf zur Transfāgārāsan (Transfogarascher Hochstraße). Das ist eine Passstraße 2042m hoch gelegen. Teilweise durchaus in gutem Zustand, teilweise eher sanierungsbedürftig. Aber mit tollen Aussichten.

Es ging dann über die Baumgrenze und auf einmal konnten wir auch sehen, was für ein Verkehr herrschte.

Unterhalb der Passhöhe standen wir dann im Stau. Ein Polizeiwagen fuhr mit heulender Sirene an uns vorbei und wir vermuteten einen Unfall.

Wie sich aber später herausstellte, war es bloß der allgemeine Wahnsinn vor den Parkplätzen auf der Passhöhe. Verkaufsbuden, viele Fußgänger, Parkplätze auf beiden Seiten, die schon voll waren und alles ging kreuz und quer. Nachdem wir es daran vorbei geschafft hatten, ging es wieder abwärts durch Wälder. Vor uns tauchten auf einmal drei Autos mit Warnblinker auf. Auch wir bremsten ab.

Bei der Recherche zur Reise wurde die Transfāgārāsan auch dafür hervorgehoben, dass die Möglichkeit besteht, Bären in freier Wildbahn zu erleben. Genau dieses Glück hatten wir.

Dieser Bär lag an der Notparkbucht in der Sonne. Wie bestellt. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Tatsächlich hatten wir aber noch viel mehr Glück. Insgesamt fünf Bären haben wir im Wald und an der Straße gesehen. Andrea sogar noch einen sechsten.

Dabei gelang Andrea noch ein spektakuläres Foto, während sie schon, mit leicht erhöhter Intensität, rief, ich solle weiterfahren.

Nach dieser Erfahrung ging es weiter in Richtung Bran, zum Draculaschloss mit Übernachtung auf dem Vampire-Camping.

Wie erwartet, waren Bran und das Schloss total überlaufen.

Die Besichtigung war ein Durchschieben und auch nicht wirklich interessant. Hätte man sich sparen können. Nach der Besichtigung schauten wir uns noch den Ort an und suchten uns ein Restaurant für den Abend aus. Dieser Besuch stand aber unter keinem guten Stern. Kurz bevor wir aufbrechen wollten, begann ein Gewitter. Ein Gewitter, das Dracula jede Ehre machte. Ok, fiel der Restaurantbesuch eben auch aus und wir hatten einen gemütlichen Abend im Camper.

Die Zeit in Rumänien war zu Ende und wir fuhren an die Grenze nach Bulgarien. Zwei EU Länder, was sollte da schon schiefgehen.
Tja, was sollen wir sagen. Die Freundschaftsbrücke über die Donau….

…wird saniert. Mehr als drei Stunden brauchten wir für diesen Grenzübergang.

Die Bulgaren erschienen uns mürrisch und abweisend. Nirgendwo ein Lächeln, nirgendwo ein freundlicher Blick. Dazu kam, dass wir abends feststellen mussten, dass unser Reserveradhalter gebrochen war.

Glücklicherweise hatte eine Schraube das Reserverad noch gehalten, so dass keine Katastrophe passierte. Trotzdem musste alles demontiert und die Tür wieder gerichtet werden. So legten wir einen ungeplanten Zusatztag auf einem Campingplatz am schwarzen Meer ein. Ein wunderschöner Platz und auf einmal lernten wir die Bulgaren als nette offene Menschen kennen, die uns Tipps für die Weiterreise und für Highlights in Bulgarien gaben. Unsere Nachbarin brachte uns abends noch etwas frisch gekochtes Essen und wir konnten den wunderbaren Ort so richtig genießen.

Für uns geht es jetzt weiter in die Türkei. Wir werden berichten.

Türkei die Schwarzmeerküste

Nachdem wir bereits zwischen Rumänien und Bulgarien gefühlt einen „echten“ Grenzübergang hatten, waren wir von dem Übergang in die Türkei angenehm überrascht. Nach kaum zwei Stunden standen wir schon hinter Grenze für unseren Mautsticker an.

Wir fuhren sofort wieder in Richtung schwarzes Meer, da wir (wegen des Verkehrs) Istanbul umfahren wollten. Erstes Ziel war der kleine Ort Rumelifeneri, der vor der Yavuz-Sultan-Selim-Brücke (nördlichste Bosporusbrücke) liegt. Der Ort selber ist kein echtes Highlight, der Stellplatz ist jedoch als sehr gut bekannt. Außerdem gibt es einen größeren Fischereihafen, den wir abends besuchten. Da war der Hafen natürlich schon nicht mehr aktiv, aber ein wunderbares Fischrestaurant schon.

Der Hafen, mit der Brücke im Hintergrund, bei Tageslicht…

…und zu späterer Stunde, sozusagen bei der Nachspeise.

So ging die Türkei kulinarisch bei uns los….

…in diesem netten Ambiente.

Das fing gut an.

Wir wussten, dass die Schwarzmeerküste nicht so touristisch ist, wie die Mittelmeerküste. Wir ließen uns treiben, da es keine im Voraus festgelegten Ziele gab, außer Nüsse und Pistazien kaufen. Wir waren ja auf dem Weg nach Georgien.

Das es nicht so touristisch ist, heißt ja auch nicht, dass es nicht unheimlich viele schöne Orte gab.In einem davon, der Name ist Yeniçaga, schlugen wir unser zweites Lager auf. An einem schönen See, den wir über eine kleine Pisteneinlage (völlig unnötig, wie wir bei der Rückfahrt Richtung Autobahn feststellten) erreichten. Es war idyllisch.

Zum Essen sind wir in den Ort gelaufen. Wir wissen ja nicht wirklich, was typisch türkisch ist, aber uns kam es dort so vor.

Wir kamen sogar mit dem Besitzer des „Dürüm Sarayi“ ins Gespräch (mit Google Übersetzer), der uns noch alle Highlights auf unserer weiteren Route auf einen Zettel schrieb.

Als wir bezahlen wollten, legte er sich die Hand aufs Herz und sagte, er könne nach einer so netten Unterhaltung von uns doch kein Geld verlangen.

Tolles Essen und tolle Menschen – die Türkei.

Das mit dem Geld haben wir natürlich nicht akzeptiert und haben noch ein fettes Trinkgeld für die Reisetipps draufgelegt.

So traten wir beschwingt den Rückweg zu unserem Camper an und hatten eine super Nacht.

Ziel für den nächsten Tag war Samsun. Die Fahrt dorthin war entspannt.

Merkwürdige Höchstgeschwindigkeit auf der Schnellstraße bei Ortsdurchfahrten haben sie hier. Beim ersten Mal, als wir das Schild sahen, hielten wir es noch für einen Scherz. Ist aber so, hält sich eh keiner dran.

Samsun ist die größte Stadt am schwarzen Meer, entsprechend war der Verkehr bei der Durchfahrt zu unserem Stellplatz am Yachthafen. Hier haben wir dann auch im Basar die Nüsse und Pistazien gekauft, hatten also keine Hand mehr frei, um Fotos zu machen.

Auf dem Stellplatz machten wir dann die Bekanntschaft von Heino und Franzi, zwei jungen Bayern, die mit einem vier Monate alten Kind, in einem dreißig Jahre alten VW LT, unterwegs nach Asien sind. Bei ein paar Landebier stellten wir gegenseitig fest, dass wir schon eine ganze Menge von der Welt gesehen haben. Allerdings sind Heino und Franzi nur halb so alt wie wir. Respekt!

Auch abends war die Kamera noch im Auto. Erst am nächsten Morgen gelang uns ein Schnappschuss in Samsun.

Wir näherten uns Trabzon und damit der letzten Übernachtung in der Türkei.

In Trabzon bogen wir allerdings in die Berge ab, um eine kühle Nacht zu haben. Wir übernachteten direkt auf dem Stellplatz eines Restaurants, …oder so ähnlich.

Wieder sehr herzliche Menschen. Der gut englisch sprechende Sohn führte uns ins Landleben ein und wir hatten auch hier einen schönen Abend.

Am nächsten Tag ging es dann Richtung georgische Grenze, die sich schon siebzehn Kilometer vorher mit LKW Staus ankündigte.

Wir konnten glücklicherweise vorbeifahren. Trennen mussten wir uns dann an der Grenze, da nur der Fahrer (und eingetragenen Eigentümer) im Auto die Grenze überqueren darf. Andrea kann jetzt haarsträubende Geschichten über drängelnde Mütterchen mit Riesenmengen an Gepäck erzählen, während Frank nur etwas länger warten musste.

Letztlich ging alles gut und innerhalb von zweieinhalb Stunden durch die Bürokratie. Zu überhöhten Preisen erwarben wir noch eine Versicherung für das Auto und eine SIM Karte. Wir waren in Georgien.

Georgien 1, von Batumi nach Mestia

Nur 20 km nach der Grenze waren wir schon in Batumi, dem wuseligen Ballermann von Georgien.

Eine Stadt voller Gegensätze, erst traditionell und noch ein wenig postsozialistisch….

…und dann hypermodern.

Das ist übrigens die Sicht von dem Parkplatz auf dem wir unser Wohnzimmer für den Aufenthalt in Batumi geparkt haben. War nicht der schönste Platz, aber sehr gut am Ende der kilometerlangen Strandpromenade gelegen.

Abends logierten wir in einem der zahllosen netten Restaurants an der Promenade und den nächsten Tag nutzten wir für eine Stadtbesichtigung. Nachfolgend ein paar Eindrücke:

Der Alphabetturm, der das vollständige georgische Alphabet (immaterielles Weltkulturerbe) abbildet.

Das Riesenrad im Haus, das noch nie gelaufen ist. Weitere Eindrücke vom Weg durch die Innenstadt.

Hier von der Strandpromenade.

Ein extravaganter McDonalds, mit Garten im Gebäude. Als wir uns entschlossen hatten, auf dieser Reise auch mal einen McDonalds zu besuchen, bekehrte uns die Riesenschlange vor und im Gebäude.

Auch dieser Bambuswald liegt an der Uferpromenade.

Abschließend Nino und Ali, die alle halbe Stunde miteinander verschmelzen.

Nach so viel Trubel ging es für uns nun in den hohen Kaukasus. Viele nette Begegnungen hatten wir auf dem Weg in die Berge.

Es ging aber nicht nur durch Kuh- und Schafherden, sondern auch durch unbeleuchtete Tunnel.

Die Landschaft wurde immer spektakulärer….

…und dann bestätigten die ersten Wehrtürme die Ankunft in Svanetien.

Unser Schlafzimmer parkten wir diesmal auf einem kleinen Bauernhof vor Mestia, den wir über eine ziemlich schmale Piste erreichten.

Die Ausblicke entschädigten für die abenteuerliche Anfahrt.

Am nächsten Tag besichtigten wir noch den Skiort Mestia, der in sozialistischen Zeiten den Schweizer Skiorten nachempfunden wurde (mehr oder weniger).

Nach tanken und frischem Klatschbrot (Andreas Wortschöpfung für Brot, das an die Ofenränder geworfen und dort gebacken wird, eigentlich heißt es „Tonis Puri“) aufnehmen, ging es für uns dann weiter nach Ushguli, dem berühmtesten Dorf Georgiens.

Georgien 2, Ushguli und Truso Tal

Von Mestia nach Ushguli ist es gar nicht so weit, allerdings ist in Georgien (Größenvergleich Bayern) alles nicht so weit voneinander entfernt. Das merkten wir vor allem daran, dass wir ständig die selben Menschen getroffen haben 😉

Jetzt ging es aber richtig ins Gebirge.

Nach einer wunderschönen Fahrt durch Svanetien erreichten wir Ushguli und zunächst sah es so aus, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Ushguli (Weltkulturerbe) ist bekannt für seine große Anzahl an Wehrtürmen, seine ursprünglichen engen Gassen und dafür, dass es das höchste ganzjährig bewohnte Dorf Georgiens ist.

Es folgen ein paar Eindrücke:

Man konnte sehen und riechen, dass auch Kühe das Dorf bewohnen. Wir konnten aber allen Tretmienen ausweichen.

Die Ausblicke aus dem Dorf waren atemberaubend.

Hier der kleine Spazierweg ins Tal.

Leider (aber verständlicherweise) sieht die Realität aber auch so aus.

Überall an den Rändern wird gebaut. Eine ganze Menge Cafés und Restaurants in modernen Neubauten sind schon fertig, Hotels sind teilweise fertig oder im Bau. Deshalb verzichteten wir auch auf die geplante Übernachtung und fuhren über den Pass in das nächste Tal.

Zwischendurch füllten wir unser Wasser an einer der vielen Quellen auf….

…und auf einmal war unsere Straße zu Ende. Wir fuhren erst mal ein Stück den Waldweg weiter, aber der machte irgendwann gar nicht mehr den Eindruck als würde er befahren. Ein Blick auf unser Offroad Navi zeigte uns dann warum. Zwei der zwölf Kilometer durch den Wald waren als unpassierbar eingezeichnet.

Na gut, also rückwärts wieder raus und 100 km Umweg fahren. Wir sind ja im Urlaub, also kein Problem.

War auch eine nette Tour.

Wir wollten nach Gori, Stalins Geburtsstadt. Aber zunächst die gewaltige Festung….

…und die Kirche.

Dann ab in den Stalin Park an der Stalin Allee und da war es eingebaut in ein Sowjet-Monument.

Als wir dann durch die Stadt zu unserem Auto zurückgingen, kamen wir an einem Pub vorbei, der Leffe (belgisches Bier) ausschenkte. Andrea nahm dann ihr erstes Khachapuri.

Wir wollten wieder in die Natur und die georgische Heerstraße (Richtung russische Grenze) befahren.

Dabei passierten wir auch das Wehrkloster Ananuri…

…und das georgisch russische Freundschaftsmonument.

Die Aussichten in die Berge waren gigantisch.

Bis an die russische Grenze sind wir dann nicht gefahren, sondern in das Truso Tal abgebogen, um dort eine ruhige Nacht in Wahnsinnsumgebung, unterhalb eines verlassenen Dorfes, zu verbringen.

Unser Blick abends….

…und morgens

Wir drehen jetzt in den Süden nach Tiflis (Tbilisi).

Georgien 3, Tiflis (Tbilisi)

Nach so viel Natur stand die Besichtigung von Tiflis an. Aber zuerst war die Fahrt in den Süden wieder ein Fest.

Die Straßenschilder laden schon zur nächsten Tour ein.

Eigentlich war geplant, weiterhin „wild“ zu campen, aber in Tiflis wollten wir erst einmal wieder richtig duschen und den Rest erledigen (Klo entsorgen, Wasser und Biervorräte auffüllen, einkaufen etc.). Deshalb übernachteten wir in einem Hinterhof in einem Stadtteil am Rand von Tiflis.

Der Fußweg zum Supermarkt gewährte Einblicke.

Am nächsten Tag ging es in die Altstadt, über der wir an der armenischen Kathedrale, einem echten Overlanderhotspot, übernachten wollten.

Aber erst mal ankommen….

…und gleich zu Fuß weiter in die historische Altstadt von Tiflis.

Die berühmte Friedensbrücke über die Mtkwari (fragt uns nicht, wie man das ausspricht).

Die Mutter Georgiens von unten. Wir sind dann später mit der Seilbahn noch nach oben gefahren.

Weitere Impressionen:

Abends auf dem Parkplatz an der armenischen Kathedrale trafen wir dann Leute, die wir auf dem Weg schon getroffen hatten, Leute, die aus Zentralasien zurückkamen oder dorthin auf dem Weg waren und Menschen, die wie wir nur eine „Kurzreise“ nach Georgien unternahmen.

Es ging bis in die Nacht mit vielen Geschichten und viel Bier. Am nächsten Morgen war Frank etwas malade, es half aber nichts, für uns ging es nach Armenien weiter.

Armenien

Bonjour Tristesse, bzw. Moin, postsozialistische Einöde. Das war der erste Eindruck nach der Grenze. Wir haben uns beide gefragt, ob wir das was wir sahen wirklich wollten.

Aber es entwickelte sich und nach einiger Zeit waren wir überrascht, dass uns Armenien fast besser gefallen hat als Georgien.
Aber der Reihe nach. Wir fangen an mit der eigentlichen Begrüßung.

Die fand statt zu Beginn einer Fahrt durch ein herrliches Bergtal.

Auf einem der Berge hat Martin ein cooles Overlander Camp geschaffen.

Das zweite Bild auf seinem Wohncontainer (verdeckt durch die Blätter) war John Lennon. Es war alles da, was man benötigt, inklusive zweier Restaurants fußläufig im Dorf. Bereits auf dem Platz waren Nelly und Uwe aus D, auf Ihrer ersten Reise nachdem Nelly vor zwei Jahren einen Blitzschlag überlebte. Wir testeten eins der Restaurants und hatten einen schönen Abend, bevor wir uns am nächsten Morgen das Kloster Hagpath ansahen, das wir zu Fuß erreichen konnten.

Armenien war das erste vollständig christliche Land. Das Kloster Hagpath wurde im Jahr 976 gegründet und strahlt eine gewisse Würde aus, obwohl es schon seit sowjetischen Zeiten nicht mehr genutzt wurde.

Von Hagpath aus fuhren wir weiter durch die faszinierende Bergwelt Armeniens. Meistenteils auf relativ guten Straßen, aber auch auf Pisten und schlaglöcherübersäten „Reststraßen“.

Die Städte sahen eher ärmlich aus, die Geschäfte (auch die Räume) wirkten aber moderner als in Georgien.

Die Tunnel eher nicht. (Man beachte den Lüftungs-Schornstein)

Immer wieder Klöster und Kirchen.

Als wir den Sewan See erreichten, entschlossen wir uns, doch lieber in den Bergen zu übernachten, da die möglichen Plätze am See arg mit Plastikmüll verziert waren.

An dem von uns angepeilten Platz windete es jedoch so stark, dass wir uns nach einer Alternative umsahen.

Wir landeten an einem Platz, auf dem bereits eine Gruppe Deutscher und Holländer standen, die gerade aus China zurückkamen. Das wurde ein interessanter Abend, vor allem, da wir noch das Menü des anhängenden Restaurants bestellen konnten und hervorragend armenisch aßen.

Das reisen durch die faszinierende Bergwelt Armeniens mit den heruntergekommen Städten und schönen Dörfern machte einen Riesenspass.

Wir hatten sogar das Glück, den heiligen Berg der Armenier, den Ararat (liegt heute auf türkischem Staatsgebiet), zu sehen.

Und dann erreichten wir den 3gs Campingplatz. Ein Treffpunkt für Reisende, die nach Zentralasien oder in den Iran reisen. Sandra, die Besitzerin, hat hier ein echtes kleines Paradies geschaffen, mit einem Standard, der auch in Westeuropa seines Gleichen sucht.
Auch hier trafen wir wieder Menschen, die aus allen Richtungen in alle Richtungen fuhren. Wir trafen auch Menschen, die wir schon an anderen Plätzen auf unserer Reise getroffen hatten.

Nach unserem „Abschiedsessen“ (nach fast zwei Tagen Bekanntschaft) umfuhren wir noch Yerevan und das dortige Verkehrschaos und nahmen kurz hintereinander die Grenzen Armenien/Georgien und Georgien/Türkiye in Angriff. Von Armenien nach Georgien hat es leider etwas länger gedauert, da Frank unbedingt noch ohne echte Not die Drohne erwähnt hat. Aber auch das haben wir noch hinbekommen und waren dann flugs auch in der Türkei.

Türkei, die Rückreise

Nachdem wir ja auf dem Hinweg entlang der Schwarzmeerküste gereist sind (vor allem wegen der Nüsse), da dies die kürzeste Route nach Georgien ist, ging es für uns zurück quer durch die Türkei. Weder Schwarzes Meer, noch Mittelmeer war unser Ziel.

Für uns ging es durch Anatolien an den Van See. Das ist der größte See der Türkei und wohl der größte Soda See der Welt. Man kann sozusagen seine Klamotten ohne Waschmittel drin waschen. Eine Übernachtung mussten wir aber einlegen, insbesondere da nach dem längeren Grenzübergang nach Georgien (wegen der Drohne), der Grenzübertritt in die Türkei erst am Nachmittag erfolgte.
Kurz nach der Grenze fuhr ein Auto längere Zeit hinter uns her und an einer Kreuzung dann neben uns. Die Scheibe ging runter und der Fahrer hielt uns sein Handy mit der türkischen Flagge rüber und „beschwerte“ sich, dass die ja gar nicht an unserem Sprinter war. Wir konnten ihm wegen fehlender Sprachkenntnisse zwar nicht erklären, dass dies wegen Armenien war (dort darf man keine türkische Flagge zeigen) aber wir konnten ihm den neuen Aufkleber zeigen und ihm klarmachen, dass die Flagge in Kürze auf dem Auto ist. Schon lustig, dass diese Flaggen auf dem Auto sehr oft Ausgangspunkt für Gespräche sind.

Übernachtet haben wir dann auf dem Parklatz vor einem Café, von dem wir dachten, dass es auf war. Wir bekamen auch einen Chai aber es waren wohl nur ein paar Mitarbeiter noch da, die den Feierabend ausklingen ließen. Natürlich durften wir dort übernachten und mit Google-Übersetzer haben sie uns noch klar gemacht, dass die Türken die Deutschen sehr mögen und dass diverse Familienangehörige von ihnen in Deutschland leben. Das war dann unser Blick beim Kaffeetrinken am nächsten Morgen.

Als wir über den Feldweg zur Straße aufbrachen, kamen uns die Jungs entgegen und wir winkten uns nochmals zu. Wir wollten den Vansee am Nachmittag erreichen und wir fuhren durch die sehr abwechslungsreiche Landschaft Ost-Anatoliens.

Am späten Nachmittag erreichten wir Tatvan. Die Stadt liegt am Westufer des Sees, praktisch genau gegenüber von Van. Der Verkehr war heftig und es kostete mehr als eine Stunde durchzukommen. War aber auch sehr lustig, allen beim Drängeln zuzuschauen und mitzumachen.

Unseren Schlafplatz hatten wir auf YouTube entdeckt. Er befand sich auf einer kleinen Halbinsel im See. Die Anfahrt war gar nicht so einfach wie gedacht, vor allem weil wir uns im Dorf einmal verfuhren. Wir standen dann oben auf dem Hügel, statt unten auf der Halbinsel. Als wir drehen mussten, beobachteten uns drei kleine Mädchen. Was wir von ihrem Gespräch mitkriegen konnten, war, dass wir als die Touristen bezeichnet wurden. Der Rest war wahrscheinlich eh nicht nett für uns, da wir uns ja irgendwie wieder dort wegbewegen mussten und die Mädels das eher belustigt beobachteten.

Letztlich haben wir unseren Platz aber erreicht und hatten einen gigantischen Sonnenuntergang.

Ein herrlicher Platz und ein wunderschöner Morgen. Was will man mehr?

Auf der Weiterfahrt bemerkten wir, dass wir uns im kurdischen Teil der Türkei aufhielten. Ständig fuhren wir in Polizeikontrollen, die fest installiert waren.

Das störte das Erlebnis Anatolien jedoch nicht wirklich. Zumal die Kontrollen, jedenfalls uns gegenüber, immer kurz und freundlich ausfielen.

Übernachtet haben wir neben einem Restaurant, dessen Wirt französisch sprach und darauf bestand, uns ein Menü der traditionellen türkischen Küche zusammen zu stellen. Wir wussten nicht was kam, aber schon die Meze waren fantastisch. Es hörte dann gar nicht mehr auf, bis wir ermattet abwinkten.

Am nächsten Tag ging es weiter durch eine schöne Landschaft.

An dieser Tankstelle bekamen wir nicht nur Diesel, sondern der Tankwart stattete uns auch mit einem frischen Chai aus, der allerdings so heiß war, dass wir eine „Truckerpause“ eingelegt haben.

Andrea kam auch gleich mit einer Frau ins Gespräch (oder so ähnlich), die mit ihrer Familie ebenfalls eine kleine Pause im Schatten machte. Überall trafen wir hier offene, freundliche Menschen. Es war einfach schön.

Dann erreichten wir Göreme in Kappadokien und ein weiteres Highlights unserer Reise begann.

Im Vordergrund die alten „Höhlenwohnungen“, heute nicht mehr bewohnt und im Hintergrund Göreme.

Eine faszinierende Umgebung. Göreme selber ist sehr touristisch. Das war aber auch mal eine nette Abwechslung.

Was Göreme aber einzigartig macht, ist die Ballonfahrt.

Am ersten Abend standen wir deshalb auf einem Plateau vor Göreme. Wir fragten zwei englische Camperinnen, ob die Plätze gut für die morgendliche Beobachtung des Starts seien. Sie sagten, die Plätze seien perfekt.
Im Laufe des Tages kamen weitere Camper. Unter anderem auch Max, dessen Frau zwei Tage vorher wegen Urlaubsende schon nach Hause geflogen ist. Er fährt nun alleine weiter und sagte Andrea, dass er schon ein bißchen Schiss vor dem Alleinsein hat. Deshalb lud er uns für abends zum grillen ein, da er auch noch so viel Gemüse und Kartoffeln hätte. Wir brachten das Bier mit und unsere Hühnchenbrust, die eigentlich nicht fürs Grillen gedacht war, aber auch vom Grill vorzüglich schmeckte.
Während des Essens sagte uns Max dann, dass es ihm schon passiert sei, dass er von diesem Plateau keine Starts gesehen hätte, was uns etwas unruhig machte.
Egal unser Wecker war auf 4 Uhr gestellt, damit wir noch genug Zeit zum Kaffee machen etc. hatten, bevor gegen 5.30 Uhr die Startvorbereitungen losgehen.

Tatsächlich waren wir vor lauter Aufregung, ob auch bei uns gestartet wird, bereits vor dem Wecker wach. Draußen war es noch stockdunkel und wir sahen Autos mit Anhängern, die an den Startplätzen vor uns vorbeifuhren. Sollte Max recht gehabt haben?
Dann ein Auto, dass auf uns zufuhr. Mit dem Fernglas konnten wir im Scheinwerferlicht Ballone am Boden entdecken. Erleichterung. Wir würden einen tollen Vormittag erleben. Da schmeckte der Kaffee gleich noch einmal so gut.

Die ersten Starts und es wurde immer besser.

Wahnsinn.

Für den zweiten Tag wechselten wir auf die andere Seite, also oberhalb Göreme, auf einen Campingplatz. Das war zwar auch wegen der Duschen und dem kurzen Weg rein nach Göreme. Aber so konnten wir am nächsten Morgen die Ballons gegen den Sonnenaufgang bewundern.

Dazu gibt es jetzt nichts weiter zu sagen.

Der Weg nach Hause

Nach diesem Höhepunkt war irgendwie die Luft raus. Wir wollten zwar eigentlich noch nach Fethiye, unserem Urlaubsort aus den 2000er Jahren, fahren und uns die Veränderung anschauen, aber das wäre ein Umweg von 4 Tagen gewesen. Vielleicht sogar eine Enttäuschung.
Wir entschieden uns Schluss zu machen und den Heimweg über Griechenland anzutreten. Auch das waren noch mindestens 4 Tage, denn wir wollten nicht mehr hetzen, wie auf unserer Rückreise von Kreta.
Zunächst ging es weiter durch schöne türkische Landschaft. Das Marmarameer kam in Sicht und mit ihm auch eine erster Blick auf die Brücke über die Dardanellen (Cannakale 1915 Köprüsü).

Noch eine letzte Kleinstadt auf der asiatischen Seite und dann über die Brücke zurück nach Europa.

Kurz vor der Grenze sind wir in den kleinen Ort Ipsala gefahren, um eine Postfiliale zu finden. Dort haben wir dann unser HGS Guthaben (Straßenmaut der Türkei) geprüft, damit wir an der Grenze keine Schwierigkeiten haben.

Am Ortsausgang dann der Wegweiser nach Griechenland.

Wieder was gelernt.

Der Grenzübergang war schnell und problemlos. Wir waren wieder in der EU. Für uns ging es nun nach Alexandroupolis auf einen Campingplatz um Tzatziki am Mittelmeerstrand zu genießen.

Hier kein Foto vom Tzatziki, sondern vom Ausblick.

Für den nächsten Stop hatten wir uns etwas Besonderes ausgesucht. Ein Weingut in Nordmazedonien. Der Weg von der Autobahn dorthin war schon etwas kompliziert und führte auf einer sehr schmalen Straße um einen See.

Es hat sich aber gelohnt.

Allerdings war das 5-Gang Degustationsmenü nicht ganz das, was wir erwartet hatten. Es waren nämlich 5 Gänge gute Hausmannskost in ungewohnter Abfolge aber mit großen Portionen. Dafür war der Wein aber unerwartet gut. Wir durften dann auch auf dem Parkplatz übernachten (eine Weiterfahrt wäre auch nicht möglich gewesen) und erfuhren dann, wie Autobahnauffahrten in Nordmazedonien aussehen. Keine Feldwege, aber auch keine wirklichen Straßen.

Nächster Halt war in Kroatien auf dem Campingplatz eines Hotels/Pferdehof/Eventhalle/Sportanlage. Es war sozusagen alles dabei. Glücklicherweise fanden wir in dem zugehörigen kleinen Ort noch einen Lebensmittelladen in dem wir unsere Landebiervorräte auffüllen konnten. Abends gab es, natürlich, eine kleine Balkanplatte im Restaurant und morgens das kleine Camperfrühstück.

In den letzten 4 Tagen unserer Reise schafften wir es so locker, ungefähr so viele Kalorien zu vertilgen wie in den 4 1/2 Wochen zuvor. Vor allem, da der letzte Stop dann in Österreich stattfand. Direkt an der deutschen Grenze, um den deutschen Kontrollen auf der Autobahn zu entgehen.
Das war aber auch noch mal ein schöner Abend in Schärding, den wir mit Max (> 70) einem Fahrradfahrer, der gerade aus Leipzig auf dem Weg zum Wolfgangsee war. Da er schon durch den nahen Osten und Zentralasien mit dem Fahrrad unterwegs war, gab es wieder viele Geschichten zum Austausch.

Am nächsten Morgen ging es dann über den Inn nach Deutschland.

Ab der deutschen Grenze hatten wir dann auf den letzten 450 km mit 5 Staus mehr Staus als auf den 11.000 km vorher. Willkommen zu Hause.

Zum Abschluss unser Track zum nachschauen.

Es war eine wunderbare Reise durch sehr unterschiedliche Länder und Landschaften. Wie immer mit vielen netten Menschen, tollen Begegnungen mit anderen Reisenden, gutem Essen und der einen oder anderen Strecke, die anspruchsvoll war. Spätestens wenn wir unsere Reise in das Morgenland (Iran, Oman, Saudi Arabien) machen, werden wir einige Orte wiedersehen. Wir freuen uns jetzt schon darauf.

Südamerika entlang der Panamericana – Die Route

Gestartet sind wir in Cartagena, Kolumbien. Ziel war es, Ushuaia auf Feuerland zu erreichen und danach von Montevideo aus zurück zu verschiffen. Das gelang in 14 Wochen, wobei zwei Wochen keine Reisezeit waren, sondern für die Verschiffung drauf gingen. D.h. Zoll usw. für Ein- und Ausfuhr des Fahrzeugs.

Am Ende mussten wir aus Zeitmangel ein wenig abkürzen und den Torres del Paine Nationalpark sowie Punta Arenas auslassen, damit Ushuaia und Feuerland noch in der vorgegebenen Zeit möglich waren.

Wie auf dem Bild unseres Tracks zu sehen, waren es nicht nur über 20.000 km, sondern auch 135 km nach oben und das manchmal ziemlich steil.

Jetzt aber zum Blog, viel Spaß.

Panamerikana Süd, es geht los

Wir sitzen in einem schönen Park, mitten in der Natur in Santa Rosa, Kolumbien. Das Auto ist eingerichtet und morgen geht die Reise richtig los.

Angefangen hat es aber etwas holprig. Erst wurde das von uns eigentlich gebuchte Schiff für den Camper umgeleitet. Die Reederei ließ es nur noch nach Kingston auf Jamaika fahren. Glücklicherweise hatten wir mit Ricardo Gomez von Overlander Shipping einen engagierten Agenten, der uns, allerdings leider deutlich teurer, eine Alternative auf einem Flat-Rack-Container organisierte. Das ist ein Container ohne Dach und Seitenteile. So konnte es dann für den Camper in Hamburg losgehen.

Allerdings spielte zunächst das Wetter nicht mit, so dass das Schiff statt am 21. Dezember erst am 27. wegkam. Bedeutet natürlich gleichzeitig, dass es erst später, nämlich am 10. Januar statt am 7. in Cartagena angekommen ist. Unsere Flüge waren aber schon für den 5. gebucht und unsere Unterkunft nur bis zum 10. Januar.

Als dann auch noch unser Flug verspätet losging und wir unseren Anschlussflug in Bogota verpassten, dachten wir, irgendwie läuft es nicht wirklich rund.

Cartagena, einstmals der wichtigste Hafen Spaniens in Südamerika (Neuspanien), hier sammelte sich die Silberflotte, ist eine Millionenstadt. Wir haben unsere Unterkunft in Centro, dem historischen Kern Cartagenas, innerhalb der historischen Stadtmauer gebucht und am frühen Morgen des 6. Januar (eigentlich wollten wir am 5. nachmittags ankommen) bezogen. Taxifahrer hier kennen sich übrigens in ihrer Stadt nicht wirklich aus, so dass auch unsere Taxifahrt vom Flughafen nicht 20 Minuten, sondern über eine Stunde gedauert hat und das mit einem zunehmend verzweifelter stöhnenden Taxifahrer.

Es lief nicht wirklich rund.

Am nächsten Morgen sah die Welt allerdings schon viel schöner aus.

Die Temperaturen waren allerdings nicht darauf ausgelegt ausgiebige Touren zu Fuss zu gestatten. Die Wetter App gab 36°, gefühlt 44° an. Ausgedehnte Siestas waren die Folge.

Abends ließen wir es gerne in einer Bar mit Terrasse auslaufen, wie hier im „Donde Fidel“.

Hier die Stadtmauer mit dem Wahrzeichen von Cartagena, dem Torre de Reloj.

Noch mit Weihnachtsdeko. Die Stadtmauer mit Kathedrale….

…und ohne

Ein längerer Fußweg zur Festung San Felipe de Barajas bei 35° war auch nicht wirklich ein Vergnügen. Als wir ankamen hatten auch noch fast gleichzeitig zwei Busse ihre Passagiere entladen. Wir hatten Glück, dass uns ein freundlicher Wasserverkäufer auf einen Insidereingang hinwies, wo wir uns nicht anstellen mussten. Wer weiß, ob wir uns überhaupt angestellt hätten.

Wie man sieht, ging’s auch noch steil bergan, nachdem wir die Kasse hinter uns gebracht hatten. Mit zwei Flaschen Wasser vom freundlichen Verkäufer, haben wir es aber letztendlich geschafft.

Wie zu sehen, wurden wir mit schönen Ausblicken auf die neuen Stadtteile und Centro belohnt.

Auf dem Rückweg sind wir nochmals über die Stadtmauer gewandert und konnten so wie die alten Spanier von der Mauer zur Festung herüber schauen. War schon beeindruckend…

Aber auch wenn Cartagena schön ist, wurde die Warterei auf den Camper langsam nervig, insbesondere weil die Agentin hier vor Ort nicht den Eindruck machte besonders guten Service für ihre Kunden erbringen zu wollen, sondern eher daran interessiert schien, uns etwas länger warten zu lassen, da das die Hafengebühren erhöht.

Schließlich durften wir am 11. Januar in den Hafen. Der Camper stand noch auf seinem Flat-Rack und in meiner Naivität dachte ich wir bekommen das Auto heute auch aus dem Hafen raus.

Stattdessen saßen und standen wir den ganzen Tag auf dieser netten Fläche am Hafen, bei 35° und bei Wasser ohne Brot, für insgesamt 10 Minuten Action. Einmal durfte ich den Sprinter vom Flat-Rack fahren und dann kam der Zoll noch für eine 2 Minuten Kontrolle.

Zusammen mit mir (es durfte nur der eingetragene Eigentümer in den Hafen) warteten noch James, ein Kanadier mit Truck und Boot, und Sebastian, ein deutscher YouTuber (Neuland Stories) auf ihre Fahrzeuge.

Obwohl wir alles probierten, inclusive Sprint zum DIAN (dem hiesigen Zoll), um noch die Freigabe zu kriegen, bekam am Schluss nur James seinen Truck noch am Freitag Abend aus dem Hafen raus. Ich konnte den Sprinter dann am Samstag Mittag endlich rausfahren, Basti wartet aktuell (Montag) immer noch, darf aber wohl morgen früh sein Auto in Empfang nehmen.

Wir sitzen, wie bereits eingangs erwähnt, jetzt in der Nähe von Cartagena auf einer Finca und haben nach ein bisschen Kisten-Tetris die meisten Sachen an ihre Plätze geräumt.

Zwar lief nicht alles rund zu Beginn, aber es gibt schlimmere Schicksale als hier in der Natur zu sitzen und nach einer leckeren Tarte mit Thunfisch und Tomate die letzten Tage zusammenzufassen.