Endlich geht es richtig los – Barichara, die schönste Kleinstadt Kolumbiens

Nachdem wir unser Auto endlich aus dem Hafen hatten, das Kistentetris erledigt und Frank aussah wie ein Streuselkuchen (die Mücken mögen ihn einfach), musste noch Gas organisiert (was nicht wirklich einfach ist) und das Salz der Seereise vom Auto runtergespült werden. Nicht unbedingt in der Reihenfolge. Für das Gas machten wir einen Umweg von ca. 200 km, aber immerhin in die Geburtsstadt von Shakira. Barranquilla war unser Ziel.

Nicht nur während der Fahrt waren die Kolumbianer von unserem Camper begeistert. Als dann am sauberen Sprinter auch noch die kolumbianische Flagge angebracht wurde, gab es Applaus.

In iOverlander war als einzige Möglichkeit zum Gastanken im Norden Kolumbiens „Julios Gas“ in Barranquilla aufgeführt. Als wir dort ankamen, saß Julio in seinem Segeltuchstuhl, sah uns und wusste sofort was angesagt war. Mit unserem US Gasadapter (wir waren ja gut vorbereitet) ging dann auch alles wunderbar glatt. Allerdings war das Parken in der Abfahrt einer Schnellstraße für uns Europäer etwas gewöhnungsbedürftig.

Waren wir bisher entlang der Karibikküste von Kolumbien unterwegs, drehten wir jetzt nach Süden. Die Gegend durch die wir fuhren, war eine der ärmeren des Landes. Landschaftlich abwechslungsreich, aber flach.

Sobald eine Ortschaft zu durchfahren war, wurde es verkehrstechnisch chaotisch. Was auf den Bildern nicht wirklich darstellbar ist, sind die unzähligen Mopeds und Motorräder, die von allen Seiten überholten.

Was uns bis dahin gar nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass schon im Norden von Kolumbien die Anden losgehen, zwar nicht mit über 3.000m, aber mit schmalen Straßen die kurvig auf und ab gingen. Das erklärte auch die Durchschnittsgeschwindigkeit, die das Navi anzeigte. Landschaftlich wurde es allerdings dadurch nur schöner.

Wenn es dunkel wird wollen wir eigentlich nicht mehr unterwegs sein. Für die Übernachtung auf der Strecke, wie hier beispielsweise nach Barichara, nutzen wir Tankstellen, an denen auch die LKW Fahrer übernachten. Also so wie auch in Russland. So sieht das dann aus.

Und so sieht dann morgens das Frühstück aus, wenn man nicht wirklich weiß, was man bestellt, aber als alter Globetrotter ein typisch kolumbianisches Frühstück haben will.

Unsere erstaunten Gesichter (zurückhaltend ausgedrückt) sind wohlweislich nicht im Bild. Aber eigentlich war die fette Fleischbrühe sehr lecker und hat bis abends vorgehalten (vor allem beim Bäuerchen).

Erstaunlich waren auch die blinden Passagiere und Schwarzfahrer (oje, ist das politisch noch korrekt?) die uns untergekommen sind.

Als wir San Gil erreichten, haben wir erstmals die Überlandstrasse verlassen und sind durch den Ort über Nebenstraßen gefahren, die noch gepflastert sind wie dunnemals, und ziemlich steil auf und ab gehen.

Nachdem wir Barichara erreichten, versagte unser Navi kläglich. Die Straße, die uns angezeigt wurde, endete sehr eng an einer Baustelle, wäre aber auch mit einem Fahrzeug unserer Größe ohne Baustelle nicht befahrbar gewesen. Nur einem überaus netten Kolumbianer, der aus seinem Haus kam, um sein Auto wegzufahren, verdankten wir es, wenden zu können. Hier ein kleiner Einschub: Wir haben Kolumbianer als überaus liebe und nette Menschen, offen, herzlich und immer hilfsbereit erlebt.

Schließlich standen wir falsch rum in einer Einbahnstraße und versuchten uns zu orientieren.

Ein Zeichen, sozusagen eine Fügung, war ein Bus, der in der für uns nächsten Kreuzung abbog. Also gegen die Einbahnstraße, unter verwunderten Blicken, bis zur nächsten Kreuzung und dann dem Bus hinterher. Auf der Hauptstraße in Barichara fanden wir auch wieder Orientierung und erreichten schließlich, etwas außerhalb von Barichara, den von uns angepeilten „Campingplatz“.

Mitten in freier Natur haben zwei holländische Architekten ein kleines Paradies geschaffen.

Dies erkennt man schon an den „Badezimmern“. Abends unter freiem Himmel zu duschen ist wirklich besonders.

Hier noch ein paar Eindrücke von diesem schönen Ort.

Nach Barichara gibt es einen Wanderweg. Nach Aussage von Joepp (gesprochen Jupp), 30 bis 35 Minuten easy Hike. So ging’s los nach unten….

….und so ging’s gegenüber wieder nach oben.

Wir wanderten keine 30 bis 35 Minuten sondern eher eine Stunde. Rund 50 Höhenmeter bergab und 200 Höhenmeter dann wieder steil bergauf.

An dem markanten Baum steht unser Sprinter.

Oben dann eine kleine Überraschung neben dem Mobilfunkmast.

Ich bitte die Schatten zu entschuldigen, aber wir mussten mit der Sonne fotografieren. Wir nehmen auch nicht an, dass wir hier präkolumbianische Kunst bewundern dürfen, sondern denken eher an europäische Esoteriker.

Zuletzt nun ein paar Eindrücke von Barichara das, wenn vielleicht auch nicht „die“ schönste Stadt Kolumbiens, zumindest aber eine der schönsten ist.

Zurück sind wir übrigens nicht mehr „gewandert“, sondern haben uns diese TukTuk gegönnt.

So und jetzt gut’s Nächtle aus Barichara…

Salento – mitten im Kaffeedreieck von Kolumbien

Barichara hatte uns richtig gut gefallen, aber drei Monate sind kurz, um einen ganzen Kontinent zu bereisen, deshalb mussten wir weiter. Einmal quer über die Anden, erstmals über 3.000 Meter hoch, ständig auf und ab und sehr kurvig war die Fahrt. Langsame LKW, die mit 15 bis 20 km/h die Berge hochkrochen und schnelle Kolumbianer, die an den unmöglichsten Stellen überholten.

Übernachtet haben wir auf ca. 2.600 m Höhe vor dem Tor eines Naturparks, den wir abends über eine üble Piste erreichten.

Insgesamt war die Fahrt sehr abwechslungsreich, aber ca. 600 km bedeuteten auch zwei lange Fahrtage, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 38 km/h.

Kurz vor Salento zeigte uns unser Navi eine Straße an, die sich als schmaler Waldweg mit fetten Steigungen und erstaunlich viel Gegenverkehr (auf einspurigem Untergrund) entpuppte.

Dafür kamen wir aber nach 10 km Waldweg, für die wir ca. 45 Minuten brauchten, auch auf der Seite von Salento an, auf der sich der von uns geplante Camping-Spot befand. Hinter den Pferdeställen fanden wir Platz auf einer Wiese, zusammen mit zwei Schweizern, die sich ihr Auto in British Columbia gekauft hatten.

Von dort aus erreichten wir Salento zu Fuß in einer viertel Stunde, allerdings auch bergauf, bergab bei 30°C.

Die kleine Hütte hinter den Jeeps ist der zentrale Verkaufsstand für Fahrten zu den Kaffeefarmen und in das Valle de Cocora.

Dieser Jeep fährt allerdings keine Touren mehr, er ist die Station für Coffee to Go in Salento.

Weitere Eindrücke von Salento:

Am nächsten Tag unternahmen wir dann unsere Kaffee-Tour auf die Ocaso-Farm. Hier fand die Begrüßung statt…

…unser Guide Nicolas (Betonung auf das „as“ am Ende). Er studiert Sprachen, hat das Studium allerdings unterbrochen, da ihm das Geld ausgegangen war.

Und jetzt Eindrücke von der Führung, nähere Erläuterungen gerne dann mündlich.

Kaffeepflanzen brauchen Schatten, weswegen auf jeder Kaffeeplantage eine Menge anderer Pflanzen zu finden sind.

Die reifen Kaffeekirschen werden aufgedrückt und die zwei Bohnen pro Kirsche kommen ans Tageslicht.

Das wird allerdings normalerweise maschinell gemacht. Hier eine kleine Vorführmaschine…

…und hier die „große“ Maschine der Farm, die 500 kg pro Stunde verarbeiten kann.

Danach geht der Kaffee zum trocknen, bevor er geröstet wird.

Zum Abschluss haben wir uns noch ein Kilo des wirklich hervorragenden Kaffees mitgenommen.

Am nächsten Tag sind wir dann noch ins Valle de Cocora gefahren, der zweiten Attraktion der Gegend um Salento. Hier wachsen die höchsten Palmen der Welt. Die größten Exemplare sind über 60 m hoch.

Wir fahren nach einer längeren Wanderung weiter Richtung Süden, einem einzigartigen Weltkulturerbe und der Grenze von Ecuador entgegen. Dazu gibt es neben den auch in Deutschland bekannten derzeitigen Problemen, noch eine weitere Situation, die unser Weiterkommen beeinträchtigt. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

Sanctuario de Las Lajas

Auch in Europa hört man derzeit viel über Ecuador. Vor allem über die Sicherheitslage. Verwandte und Freunde machen sich Sorgen, bzw. sagen uns „Ihr traut Euch ja was“. Leute die derzeit in Ecuador sind oder sogar hier leben sagen stattdessen, dass man außerhalb der Krisenregion an der Küste und der direkten Grenznähe zu Kolumbien eigentlich kaum etwas merkt.

Für uns war aber das viel größere Problem „wie kommen wir rein“. Von Kolumbien aus muss man durch Ecuador um den Rest von Südamerika überhaupt erreichen zu können. Die einzige mögliche Alternative wäre eine Route über das völlig verarmte Venezuela. Eine Grenze zwischen Kolumbien und Peru gibt es zwar, dort, im Amazonasgebiet, sind aber keine Straßen.

Zu allem Überfluss hat Ecuador im Rahmen des Ausnahmezustandes die Einreise in das Land an die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses mit Apostille, welches im Heimatland auf spanisch übersetzt sein muß, geknüpft.

Jetzt saßen wir also in Kolumbien und machten uns Gedanken, ob die geplante Reise überhaupt noch möglich ist. Wir verfolgten die Entwicklung vor allem in der „WhatsApp Panamericana-Gruppe“ und sprachen gleichzeitig mit der Stadt Neu-Isenburg, über die ein solches polizeiliches Führungszeugnis zu beantragen war. Das hat gut geklappt. Vielen Dank dafür an die superflexible Stadtverwaltung von Neu-Isenburg. Im schlimmsten Fall saßen wir jetzt 10 bis 12 Tage zusätzlich in Kolumbien fest. Natürlich viel Zeit, wenn man Südamerika in drei Monaten machen will, aber besser als einfach den Kopf in den Sand zu stecken.

Die Situation entwickelte sich weiterhin dynamisch. Als Information in der Gruppe kam zuerst, dass es unter Umständen möglich sei, ein Transitvisum für 5 Tage zu erhalten. Dann kam die Information, dass im Explorer Magazin in Deutschland von einem 10 Tage Transitvisum geschrieben wurde. In der Panamericana-Gruppe kündigte ein Teilnehmer an, innerhalb der nächsten 2-3 Tage einen Versuch zu starten.

Wir entschieden uns, auch auf diese Lösung zu setzen und unseren Plan ab Salento einfach umzusetzen und nach dem „Prinzip Hoffnung“ so zu tun, als ob das jetzt so ist und wir ein 10 Tage Visum mindestens erhalten können.

Also fuhren wir aus dem Valle Corpora Richtung Süden und der ecuadorianischen Grenze entgegen. Es ging durch eine wunderschöne Berglandschaft.

Als wir im Stau vor einer Baustelle standen, stieg ein Mann aus und schaute sich unseren Sprinter genauer an. Das war für uns erst mal nichts Neues. Wir hatten uns bereits daran gewöhnt, dass sehr viele Menschen uns den gehobenen Daumen zeigten, LKW Fahrer hupten, sogar einmal ein Fahrer, der uns überholte danach an den Rand fuhr, um uns filmend noch einmal zu überholen. Hier im Stau stieg dann aber zusätzlich ein kleiner Junge aus und der Mann fing an uns zu befragen. Wir verstanden zwar die Fragen ganz gut, aber unser spanisch reichte für vernünftige Antworten einfach nicht aus. Mit Händen und Füßen gelang die Verständigung trotzdem. Wie meistens in fremden Ländern.

Wir luden die beiden ein, sich den Sprinter von innen anzuschauen, was gerne angenommen wurde. Nachdem der kleine Junge seinem Vater dann auch noch die Frage nach unserer Herkunft beantworten konnte und ihn darauf hinwies, dass das doch vorne am Sprinter draufsteht, war das Eis endgültig gebrochen.

Im Gegenzug bekamen wir ein Geschenk. Gleichzeitig die Erläuterung, wie man es ißt.

Eine Guame, oder Icecream-Bean. Man isst die weiße Innenhülle, den schwarzen Kern wirft man weg. Sehr gut.

Wir erreichten unser Ziel, den Parkplatz zur Seilbahn, die zum Weltkulturerbe „Sanctuario de Las Lachas“ fuhr. Hier das Sanctuario:

Bilder von innen konnten wir keine machen, da gerade eine Messe gefeiert wurde.

Im Anschluss machten wir uns auf zu unserem geplanten Schlafplatz. Alleine, wir konnten ihn nicht finden, trotz GPS Daten. Es wurde langsam dunkel und guter Rat war teuer. Die Tankstelle/Rastplatz in der Nähe wollte uns keinen Schlafplatz überlassen.

Glücklicherweise hatte Andrea auf der Durchfahrt einen LKW Stellplatz hinter einer Mauer gesehen. Den fuhren wir dann an. Die Chefin des Platzes ließ uns gerne übernachten, war aber etwas besorgt, dass wir Nachts auf keinen Fall das Auto verlassen dürften, da ab 22 Uhr die Hunde frei liefen. Hunde? Das waren zwei Monster, riesige Mastiff-Mischlinge. Uns hätten keine 10 Pferde aus dem Auto rausgebracht. Sicher fühlten wir uns aber in dieser Nacht.

Am nächsten Morgen ging es zur Grenze, aber das ist eine Geschichte für den nächsten Blog-Beitrag.

Ecuador – Bis zum Cotopaxi

Morgens um 7.15 Uhr stehen wir an der Grenze. Versuch Nr. 1 der Einreise scheiterte schnell nach der Frage zu unserem Criminal Report. Auch unser Hinweis, dass ein Transitvisum erst gestern an mindestens zwei Reisende vergeben wurde, nutzte nichts, die Beamtin verwies darauf, dass ihr Chef in einer halben Stunde da sei und wir dann nochmals antreten sollten.

Zweiter Versuch, eine halbe Stunde später. Diesmal eine andere Immigrations Mitarbeiterin. Visum, Einreise, kein Problem. Wir bekamen anstandslos 10 Tage Transit. Das bedeutete zwar eine Änderung unserer Reisepläne (die ändern sich aber eh ständig), doch wir kommen wenigstens weiter in den Süden.

Nette Geschichte am Rande: Wir kennen schon Leute in Südamerika. Während wir unsere halbe Stunde absaßen, fuhr ein Toyota, hupend, mit der Familie (die mit der Guama) halb aus dem Auto raushängend, winkend an uns vorbei.

Jetzt waren wir in Ecuador und wurden gleich mit einem tollen Panorama begrüßt.

Wir machten uns auf den Weg zur Finca Sommerwind. Betrieben wird sie von Hans und seiner Frau Maria. Wir hatten ja über die Panamericana Gruppe wegen des Grenzübergangs Kontakt zu Hans gehabt. Hans hatte dort schon gepostet, dass – abgesehen von der Küstenregion um Guayaquil – das Land ruhig und sicher sei.

Wie das passiert erlebten wir in den ersten 30 km nach der Grenze hautnah (wörtlich gemeint).

Etwa 10 km nach der Grenze fuhren wir in die erste Militärkontrolle. Alle schwer bewaffnet. Aussteigen, Auto öffnen, Durchsuchung. Als erstes kam eine Plastiktüte mit meinem E-Zigaretten Liquid zur Diskussion. Letztlich lief alles sehr freundlich und professionell ab und nach 15 Minuten durften wir weiterfahren.

7 bis 8 km später die zweite Militärkontrolle. Alle schwer bewaffnet. Diesmal musste ich aussteigen, Beine breit ans Auto lehnen und wurde abgetastet. Andrea nicht. Auch hier wieder alles freundlich und professionell, allerdings mit Spätfolgen. Andrea nennt mich jetzt nur noch wahlweise Pablo Klaus oder Frank Escobar. Meistens aber Pablo.

Nach zwei weiteren Polizeikontrollen (alles noch im Grenzgebiet) erreichten wir die Finca Sommerwind. Ein Overlander Spot mit Biergarten, Waschmaschine und allem was man sonst so braucht. Mit Ausblick.

Nach ein paar Weißbier, viel Informationen zum weiteren Ablauf der Reise durch Ecuador, Wäschewaschen, Wasser tanken und ablassen, machten wir uns nach 2 Tagen auf den Weg nach Quito.

Die Straßen in Ecuador sind durchschnittlich etwas besser als in Kolumbien.

Bevor wir nach Quito kamen wollten wir noch zwei Highlights von Ecuador besuchen. Als erstes den Markt von Otavalo, dem größten in Südamerika. Was wir nicht bedacht hatten, es war Samstag und viele Leute aus Quito hatten den selben Gedanken wie wir. Es war ein einziges Chaos und wir scheiterten daran, einen Parkplatz für unseren Sprinter zu finden. Nun gut, es gibt andere Märkte, die wir vielleicht mit etwas besserem Zeitbewusstsein dann auch besuchen können.

Nachdem wir uns aus dem Chaos (mit viel Angstschweiß) befreien konnten, ging es zum nächsten Highlight. Wir überfuhren nämlich auf dem Land den Äquator. Das geht in Südamerika eigentlich nur in Ecuador, da der Äquator ansonsten durch den Regenwald verläuft.

Dazu fuhren wir nicht an den Touristenhotspot „Mitad del Mundo“ (der übrigens 240 m südlich des Äquators aufgebaut wurde, kleiner Messfehler der Initiatoren), sondern zu dem Projekt Quitsato, das exakt auf dem Äquator errichtet wurde und ein sehenswertes Museum beherbergt. Hier ist der Äquator mit 1 mm Genauigkeit bestimmt worden.

Folgend eine Schautafel über die Vermessungsarbeiten zwischen den Jahren 1735 bis 1745.

Andrea steht im Norden und Frank (Pablo) im Süden.

Das Museum beinhaltet auch einen sehenswerten Agavenpark.

Nach diesem kleinen Schritt für die Menschheit aber großem für die Kläuse ging es weiter nach Quito. Wegen unserem beschränkten Zeitbudget (10 Tage Visum) und der Sicherheitshinweise verzichteten wir auf einen Besuch der sehenswerten Altstadt von Quito, wohnten aber ziemlich spektakulär oberhalb der Stadt. Dazu ein Bild vom Abend….

…und eins vom Morgen, mit unserem nächsten Ziel….

…dem Cotopaxi.

Die Fahrt dorthin verlief wieder über gute Straßen, bis wir in den Cotopaxi Nationalpark abbogen. Ab dann ging es 23 km über eine abenteuerliche Piste.

Schon während der Fahrt gab es aber auch eine fette Belohnung. Atemberaubende Ausblicke.

Der Cotopaxi ist mit einer Höhe von fast 6.000 m der zweithöchste Vulkan Ecuadors und aufgrund der elliptischen Form der Erde fast 2 km weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als der Mount Everest. Noch weiter, und damit am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt, ist der Chimborazo Vulkan, der nicht weit entfernt ist. Ein Besuch fällt allerdings unserem beschränkten Zeitbudget zum Opfer.

Dafür leisteten wir uns im Cotopaxi Nationalpark eine Übernachtung bei der Tambopaxi-Lodge. Dies ist der einzige „Campingplatz“ innerhalb des Nationalparks.

Suchbild mit Sprinter. Wie zu sehen ist, Unterkünfte mit Sensationsblick. Allerdings auch atemberaubend (auf 3.749 m Höhe).

Der Cotopaxi!

Der selbe Blick nochmals, diesmal während des Frühstücks in dem Lodge Restaurant.

Verewigt haben wir uns hier übrigens auch.

Von hier aus geht´s weiter in den Süden, aber nicht ohne eine angemessene Verabschiedung durch einen Andenfuchs.

Ecuador – der Süden

Wir haben ja nur ein Visum für 10 Tage erhalten, deshalb mussten wir uns ein wenig eilen. Die eigentlich geplante Umfahrung des Chimborazo, mit Besuch einer Schokoladenfabrik, fiel deshalb aus und als Ausgleich machten wir einen kleinen Abstecher auf die Ruta de las Cascadas bei Baños.

Zur Besichtigung haben wir uns den Pailon del Diablo ausgesucht. Hier ein erster Blick auf den Fluss Pastaza, der sich kurz danach in die Tiefe stürzt.

Der Weg dorthin war nicht wirklich lang, aber echt steil.

Am Wegesrand versuchten auch ein paar kleinere Bäche sich als Wasserfall zu profilieren.

Der Pailon mit seinen über 80 Metern sah aber dann doch ein bisschen anders aus.

Man kann bis hinter den Wasserfall hochklettern, wegen der Feuchtigkeit waren aber keine Aufnahmen möglich.

Nach dem anstrengenden Rückweg, weil steil und auf über 1.800 m, freuten wir uns auf unseren designierten Stellplatz im Tal. Als wir den endlich gefunden hatten, nach einer Piste auf einem Abbaugelände, stellte sich heraus, dass es ihn nicht mehr gab. Macht ja nichts, wir hatten eine Alternative. Als wir dort aufschlugen, empfing uns am Eingang das Schild „cerrado“.

Mist, nur noch eine Stunde Tageslicht. Bedeutete eine Übernachtung auf einer 24 Stunden Tankstelle, weil sicher.

Am nächsten Morgen ging es dann früh los, weil auf der Tanke auch die LKW früh aufbrachen. Das bedeutete aber nicht, dass es nicht trotzdem ein beeindruckender Aufbruch war.

Solche Bilder gibt es in Ecuador überall. Es ist faszinierend.

Wir waren auf dem Weg nach Cuenca, der schönsten Stadt Ecuadors. Jeder Ecuadorianer mit dem wir uns unterhielten, sagte uns, wir würden diese Stadt lieben. Cuenca, das auf ca. 2.500 m liegt, hat rd. 330.000 Einwohner und ist nicht nur kulturelles Zentrum des Landes, sondern auch noch eine der wichtigsten Städte für den Panama Hut.

Als wir dann auch noch den Stellplatz fanden, den es nicht nur tatsächlich gab, sondern der auch noch fußläufig zur Innenstadt lag, konnten wir, da wir bereits gegen Mittag da waren, gleich in die historische Altstadt starten.

Als erstes ging es in´s Hutmuseum, das gleichzeitig auch Hutmanufaktur ist.

In Cuenca und dem naheliegenden Montechristo wurde der Panamahut, der heute immaterielles Weltkulturerbe ist, erstmals aus Fasern der nur hier wachsenden Toquilla-Palme geflochten. Das Flechten dauert je nach Qualität des Huts von 4 Tagen bis zu 3 Monaten.

Der Hut heißt übrigens Panama-Hut, da ein Teilnehmer der Weltausstellung 1900 in Paris einen solchen trug. Der Teilnehmer kam aus Panama und der Name des Huts war geboren.

Nach dem Flechten geht der Rohling in die Presse.

Zum Abschluss noch eine Mitarbeiterin, bei den letzen Feinarbeiten für den Hut von unserem Kollegen Andreas.

Ein paar Meter entfernt, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, fanden wir die berühmte Markthalle von Cuenca. Den Fleischteil lassen wir aus Rücksicht auf unsere vegetarischen und veganen Freunde aus. Der sah aber auch klasse aus, insbesondere weil auch angerichtete Speisen verkauft wurden.

Als wir dann beim Rundgang durch die Altstadt auch noch einen Innenhof mit mehreren Gaststätten fanden, wo eine besser aussah als die andere, wussten wir, für heute war´s genug des „rundgehens“. Eine von den Gaststätten war auch noch eine Hausbrauerei mit gutem Essen. Was wollten wir mehr.

Der zweite Tag in Cuenca war nicht nur dem weiteren Rundgang gewidmet, sondern diente auch dem Auffüllen von Vorräten etc. Hier noch ein paar Eindrücke dieser wunderschönen Stadt.

Unsere Zeit in Ecuador näherte sich nun ihrem Ende. Wir brauchten noch zwei Tage bis zur Grenze und entschieden uns, nicht über den Hauptgrenzübergang nach Peru zu fahren, sondern nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ einen kleinen unbedeutenden Grenzübergang zu nehmen, von dem wir gelesen hatten.

Die Besonderheit war, dass 50 km vor dem Grenzübergang auf der ecuadorianischen Seite, die Straße nur noch eine Piste war. Bei Regen wurde strengstens von ihr abgeraten. Den Rest erzählen die Bilder…

…ab hier dann Piste und wir kamen uns vor wie auf einer Dschungeltour…

…aber nicht, dass ihr glaubt es gab keinen Gegenverkehr..

Übernachtet haben wir am Busbahnhof von Zumba. Als wir dort fragten, ob das möglich wäre, kam nur eine gelangweilte Handbewegung. Kam demnach öfter vor.

Am nächsten Morgen ging es genauso weiter, es war ein Fest.

Kurz vor der Grenze stand dann ein Bus im Weg, der Goldwäscher fuhr. Ja tatsächlich Goldwäscher. Die Mopeds an der Seite wurden mit dem Equipment beladen oder es ging zu Fuß zum Fluss runter.

Der Grenzübergang ging dann relativ schnell und wir waren in Peru.

Peru – bis Trujillo

Nach dem Grenzübertritt nach Peru haben wir wieder eine geteerte Straße. Zwar mit dem einen oder anderen fiesen Schlagloch, unsere Reisegeschwindigkeit steigt aber wieder.

Unsere Reisepläne für Peru haben sich geändert. Ursprünglich wollten wir, wegen der Tierwelt, in Richtung Moyobamba in das Amazonasbecken fahren. Doch die schlechten Meldungen reißen nicht ab und wir haben von dem unbefristeten Streik in Machu Picchu gehört. Wir entschieden uns deshalb nach Kuelap, dem „Machu Picchu des Nordens“ zu fahren.

Anfangs ging es uns aber darum, erst mal eine Sim-Karte zu kaufen. Dies ist für Ausländer in Peru sehr schwer bis fast unmöglich. Unser Weg führte uns nach San Ignacio, da nach den Aufzeichnungen anderer Overlander hier ein Laden lag, bei dem es gelingen könnte.

Leider hatten wir kein Glück. Also keine Sim-Karte. Egal, geht auch ohne und was wir bisher von Peru gesehen haben, entschädigt.

Entlang an Reisfeldern ging es für uns wieder in die Höhe. Kuelap liegt auf 3.000 m. Auffällig sind die bevorzugten Verkehrsmittel in Peru. Umgebaute Honda Mopeds.

Ansonsten ist, wie immer, die Umgebung auffällig.

Wir erreichten Chachapoyas, die Provinzhauptstadt in diesem abgelegenen Teil von Peru.

Hier haben wir ein Foto der Plaza Bolivar. Der Rest der Stadt ist eher unansehnlich, matschig und staubig. Hier gab es aber ein tolles Kaffeehaus mit sehr leckerem Frühstück. Um nach Kuelap zu gelangen, mussten wir dann noch über eine abenteuerliche Straße 30 km weiterfahren.

Die untergegangene Hochkultur der Chachapoyas hat die Festung Kuelap zwischen 900 und 1400 n.C. erbaut. Die Festung liegt auf einem Höhenrücken, was auch ihren Beinamen „Festung der Nebelkrieger“ bzw. „Festung der Wolkenmenschen“ erklärt.

Hoch ging es von ca. 2.000 m mit einer Seilbahn. Leider im Regen, so dass keine Aufnahmen der durchaus spektakulären Umgebung möglich waren. An der Seilbahn empfängt das Besucherzentrum die Ankommenden und man sieht einen gepflasterten Aufgang in die Höhe. Es hieß, ein kleiner „Spaziergang“ von rd. eineinhalb Kilometern.

Nun bei gleichzeitig 150 Höhenmetern auf rd. 3.000 m ist das für den nicht vollständig klimatisierten Reisenden schon anstrengend. Was uns aber nach den ersten Treppen erwartete, war bei Regen wirklich sehr gefährlich. Nach einiger Zeit waren die Profile der Schuhe „zugematscht“ und glitschige Steine waren oft unter dem Matsch kaum auszumachen.

Die Umgebung aber….

Dann, als Frank schon langsam die Puste ausging, kam sie endlich in Sicht. Die Festung Kuelap.

Ein Teil der Mauer ist 2022 eingestürzt und droht weiter abzurutschen, deshalb die Plane. Hier ein Teil ohne Plane.

Die Festungsstadt teilte sich in drei Teile auf, den für die Adeligen, den fürs Militär und die Beamten und den für die Bevölkerung. Charakteristisch waren die Rundbauten, die auch noch gut zu erkennen sind. Hier ein kleiner Überblick.

Kleiner FunFact am Rande, ebenso wie Machu Picchu wurde Kuelap niemals von den Spaniern entdeckt. Getrübt wurde die Freude über die „Entdeckung“ Kuelaps durch uns allerdings stark von dem „Spaziergang“ hin und weg von der Festung. Würden wir nochmals zur Festung Kuelap reisen? Jedenfalls nicht bei regnerischem Wetter. Das wäre uns zu gefährlich.

Auf dem Weg zur Festung kamen wir an einem Restaurante-Campestre vorbei, der auch auf iOverlander als Übernachtungsplatz angegeben wurde. Da wollten wir jetzt hin und den Tag ausklingen lassen. Als wir ankamen, fand zu unserer Überraschung auf dem Bolzplatz ein Fußballturnier statt, was uns aber nicht hinderte hier zu übernachten.

Bei Bier und „Homemade Banana Chips“ war es ein vergnüglicher Abend und eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen wendeten wir uns der Küste zu, um den zweiten kulturellen Höhepunkt Nordperus zu erkunden. Trujillo an der Pazifikküste.

Schnell änderte sich die Landschaft von grün zu braun, da die Küste eher wüstenähnlich ist, mit entsprechenden Temperaturen.

Zuerst ging es aber, wie es für Nebelkrieger gehört, durch die Wolken.

Und dann kamen wir in den Bereich etwas dichterer Besiedlung. Darauf waren wir nicht vorbereitet.

Überall Müll. Die Luft so dreckig, dass man es nicht nur riechen, sondern auch sehen konnte. Überall Staub. Ein krasser Gegensatz zu Peru in den Bergen.

Nach Trujillo wollten wir wegen Chan Chan, einer präkolumbischen Stadt der Chimú, sowie der Huacas del Sol y de la Luna (Pyramiden).

Unser Nachtlager errichteten wir auf der Rückseite der Huaca del Sol.

So sehen die Pyramiden heute aus.

Von dort aus nahmen wir uns ein Taxi um die zweite Weltkulturerbestätte Trujillos zu erkunden, Chan Chan.

Chan Chan erstreckt sich noch heute über 28 Quadratkilometer und war zu ihrer Zeit (etwa um 1300) eine der größten Städte der Welt. Sie wurde komplett aus Lehm (Adobe) gebaut.

Am Eingang erwartete uns eine Überraschung.

Eine „Seabridge“-Reisegruppe, die geführt die Panamericana bereist (Kosten pro Person, alleine für die Organisation, rd. 13.000 €). Muss man mögen.

Aber zurück zu Chan Chan und ein paar Eindrücken.

Nach Chan Chan ging es für uns in die moderne Mall von Trujillo, um Vorräte aufzustocken und ein wenig „klimatisiert“ zu schlendern.

Wir hatten genug von dieser Küstenlandschaft. Für uns ging es zurück in Berge, Richtung Huaraz an der Cordillera Blanca.

Peru – zum Nabel der Welt

Wir hatten genug von dieser Küstengegend und wollten zurück in die Berge. Die Cordillera Blanca, eine beeindruckende Bergkette, war das Ziel. Dazu suchten wir uns auf der Karte eine schöne Strecke aus. Als wir gerade von der Hauptstraße abgebogen waren, kamen wir in eine Polizeikontrolle.

Als wir den Polizisten auf Nachfrage sagten, dass wir in Richtung Huaraz unterwegs waren, stießen wir auf etwas Verwunderung. Sie diskutierten untereinander, ob dies möglich sei und ein Polizist erwähnte den Canon del Pato. Dann sagten uns die Polizisten aber, das sei möglich und nickten mit dem Kopp. Anschließend mussten wir noch das Auto noch kurz von Innen zeigen, dann durften wir weiter.

Vom Canon del Pato, also der Entenschlucht, hatten wir schon mal bei der Recherche zu dieser Reise gehört, wussten aber momentan nicht mehr genau, was uns erwartet. Hierzu ein kleiner Auszug aus dem Reiseführer, den wir im Anschluss gelesen haben:

Der Canon del Pato trennt die Cordillera Negra von der Cordillera Blanca. Durch die Schlucht führt eine extrem enge einspurige Schotterpiste mit 38 Tunneln. Sie wird natürlich in beide Richtungen befahren. Die Schlucht fasziniert mit einer spektakulären Felslandschaft, viel Nervenkitzel und Adrenalinkicks. Wir können das bestätigen und hatten eigentlich diese Straße nicht auf dem Plan.

„An der engsten Stelle kommen die mächtigen, über 2000 m tiefen Ausläufer der Andengebirgsketten bis auf 15 m zusammen. Unten, wo sich der Rio Santa seinen Weg durch die Gebirgsketten gebahnt hat, sind es gerade noch 6 m, die die schneebedeckte Cordillera Blanca von der Cordillera Negra trennt.“

Zunächst ging es harmlos los, mit einer Schlaglochpiste, die noch geteert war, schon mit Blick auf die Berge.

Und dann ging es los…

Das Ganze mit Gegenverkehr, auch LKW und Busse, abgebrochenen Straßenteilen, Rückwärtsfahren im unbeleuchteten langen Tunnel. Am Schluss waren wir trotz aller Faszination froh, dass es überstanden war. Hier noch mal ein Blick zurück.

Wir waren vom Meer wieder auf über 3000 m hochgefahren. Dementsprechend atemlos sahen wir uns um. Eine wunderschöne Bergwelt umgab uns. Die Luft war wieder rein sozusagen. Der Ausblick von unserem Schlafplatz sagt alles.

Hier wollten wir eigentlich weiter entlang der Cordillera Blanca durch die Anden bis Cusco fahren.

Nach der Aktion mit dem Canon del Pato recherchierten wir allerdings etwas genauer unsere gewählte Strecke und stellten fest, dass die Straße wohl ab einem bestimmten Punkt heftige Piste mit vielen Baustellen ist. Ein Eintrag auf iOverlander spricht davon, für 150 km acht Stunden benötigt zu haben. Als dann der Wetterbericht auch noch Regen ansagt, war klar, dass wir diese Strecke nicht nehmen würden.

Also haben wir umgeplant und fahren wieder an die Küste, durch Lima und in Richtung Nazca, um uns die Nazca Linien anzuschauen. Übernachten wollten wir in einer Eco Lodge direkt am Pazifik.

Der angesagte Regen erwischte uns dann glücklicherweise nicht auf einer schmierigen Piste, sondern auf einer halbwegs guten Straße.

Danach kämpften wir uns durch den Verkehr von Lima. Dabei stellten wir wieder fest, dass Peruaner absolut rücksichtslose Autofahrer sind.

Kurz nach Lima bekam der Sprinter die absolut notwendige Reinigung.

Im Anschluss ging’s weiter Richtung Pazifik, zum schlafen und für eine romantische Büchse Bier auf der Klippe.

Am nächsten Morgen weiter durch die Wüste und Oasen Richtung Nazca. Hier sah es auch an der Küste nicht mehr aus wie in Trujillo.

Dann waren wir da! Die Nazca Linien werden ja oft mit dem Flugzeug erkundet. Dabei kommt es aber auch immer wieder zu Unfällen und für uns war es nicht möglich, die seriösen Anbieter zu identifizieren. Deshalb haben wir uns auf die Besuche bei den zwei Aussichtspunkten beschränkt. Bei immerhin 41°C auch nicht ganz ohne.

Drei Figuren und die geraden Linien konnten wir so sehen.

So, jetzt auch die Auflösung zu dem merkwürdigen Titel dieses Beitrages. Jetzt fuhren wir nämlich wieder in die Berge, Richtung Cusco. Der Name der Stadt bedeutet in einer indigenen Sprache nämlich Nabel der Welt.
Cusco liegt auf ca. 3800 m, was für uns einen Aufstieg um 3800 m durch eine absolut faszinierende Bergwelt darstellte.

Was das für eine Chipstüte bedeutet, zeigt dieses Bild:

Nun lasst Euch mitnehmen auf die Fahrt zum Nabel der Welt und genießt mit uns.

Übernachtet haben wir auf rd. 4000 m Höhe bei einer Rangerstation im Nationalpark Pampas Galeras.

Unterwegs trifft man auch immer mal auf umgestürzte oder abgerutschte LKW und Busse. Hier mal ein Bild dazu, da es keine Verletzten gab.

So, und wer bis hierhin durchgehalten hat, bekommt zum Abschluss ein Küsschen.

Peru – von Cusco zum Titicaca See

Eigentlich hätte der Titel Cusco und Machu Picchu heißen sollen. Leider ist es uns aber nicht gelungen, Karten für Machu Picchu mit einem der guten Rundgänge zu erhalten. Dies liegt zum Einen an einem leichten Rückstau der Besucher nach dem Streik hier in Cusco, zum Anderen daran, dass nur die Rundgänge 1 und 2 auch fast alle Sehenswürdigkeiten abdecken. Da wir nicht, wie die meisten anderen Panamericana-Reisenden, ein oder zwei Jahre dafür Zeit haben, konnten wir auch nicht zwei Wochen warten, bis wieder Plätze frei sind. Na gut, nachdem alles Abklappern der Agenturen in Cusco nichts gebracht hat, haben wir jetzt einen Grund nochmal hierher zu kommen. Cusco lohnt sich.

Aber noch ein klein wenig der Reihe nach. Von unserem letzten Schlafplatz vor Cusco ging es nämlich durch ein wunderbares Flusstal abwärts. Von über 4000 m Höhe auf nur noch rd. 3800 m.

Auf einmal fuhren wir sogar im Karnevalszug eines Bergdorfes mit. Ob die was mit unseren Helau Rufen anfangen konnten, haben wir allerdings nicht erfahren.

Die Einfahrt nach Cusco verlief eigentlich entspannt, bis wir durch die Altstadt mussten. Auf einmal standen wir vor einer kleinen Gasse, die fürchterlich steil nach unten ging. Auf dem Bild kommt das leider nicht ganz raus, aber im Auto fühlte es sich fast wie freier Fall an. Man erkennt es ein wenig daran, dass die Fußgängerwege Treppen sind.

Unseren Schlafplatz in Cusco wählten wir vor einem Hotel, nur 500 m von der historischen Altstadt entfernt, zwischen einem Brasilianer (im Sprinter) und einem jungen Pärchen aus Argentinien im kleinen Ford. Gefrühstückt haben die beiden mit Campingmöbeln auf dem Gehweg.

Der Brasilianer hat uns dann erst mal alle Annehmlichkeiten des Platzes erklärt, die da wären: Der Wasseranschluss an der Tankstelle nebenan und der lose Gullydeckel, in den man seine Toilette entleeren kann. Na immerhin.

So, und jetzt ein paar Bilder von Cusco, der bis dahin schönsten Stadt auf dieser Reise, die wir besucht haben.

In Cusco nahmen wir dann auch unseren ersten Pisco Sour, das peruanische Nationalgetränk, zusammen mit Choclo con Queso, ebenfalls einer Spezialität dieser Gegend, zu uns.

Auch andere Spezialitäten, wie Lomo Saltado, Trucha frita oder Alpaka Steak gönnten wir uns in den zahllosen guten Restaurants. Alles in allem ein schöner Aufenthalt in Cusco, wenn auch manchmal anstrengend bei 3800 m Höhe.

Wenn man sich Videos anschaut, oder in Reiseführern liest, kommt man manchmal auf echt blöde Gedanken (vor allem Frank ist davor nicht gefeit).

Nur rund 100 km nach Cusco gibt es den Rainbow Mountain. Ein Bergrücken, der in sieben Farben glänzt. Da wollten wir hin. Wir hatten zwar schon Schwierigkeiten kurze Strecken bei 3800 m zu laufen, aber ein zweistündiger Marsch von 4400 m auf über 5000 m, das wollten wir wenigstens probieren.

Der erste Versuch dem Berg überhaupt näher zu kommen, scheiterte bereits im Ansatz an unserer Navigation, da wir schlicht nicht weiterfahren konnten wegen einer zu engen Straße.

Die Brücke auf der wir standen war auch zu eng am Ende. Die Wendeaktion auf der Kreuzung mit engen Gassen war angstschweißtreibend.

Als wir dann den zweiten Versuch über eine andere Straße starteten, fing es auch noch an zu regnen. Wir waren auf ca. 4000 m schon fast in den Wolken. Die Piste wurde schmierig. Die perfekte Ausrede. Berg in Wolken, Straßen- bzw. Pistenverhältnisse immer schwieriger…. Mist, wir hätten es ja gemacht :-).

Für uns ging’s stattdessen im Regen weiter Richtung Titicaca See und damit zur bolivianischen Grenze.

Manchmal mussten wir auch heute die Straße teilen.

Dann erreichten wir den Titicaca See auf der peruanischen Seite. Von unserer „Übernachtungstankstelle“ ein Blick auf Puno, der größten Stadt am See. Dort abends durchzufahren war keine Freude. Am Morgen bot sie aber einen erfreulichen Anblick.

Der Titicaca See, auf 3820 m, bietet faszinierende Landschaften und ebensolche Wolkenbilder. Er ist 15 mal so groß wie der Bodensee, fast so groß wie Korsika und das höchste schiffbare Gewässer der Welt.

Nur, die meisten Ortschaften sind nicht wirklich schön.

Aber auch hier….

Schließlich erreichten wir die Grenze. Auf der peruanischen Seite Migracion und Zoll, war in 30 Minuten erledigt….

…und dann auf der bolivianischen Seite…

… Karneval.


Die Zollbeamtin hatte ihr Baby in einem Tuch auf dem Rücken und alles lief echt gechillt ab. Nach weiteren 30 Minuten waren wir in Bolivien.

Bolivien – Copacabana und La Paz

Karneval dauert hier länger. Nachdem wir in Bolivien angekommen waren, mussten wir erst wieder einen Karnevalszug mit schmetternden Trompeten und donnernden Trommeln an uns vorbei ziehen lassen, bis wir in Richtung Copacabana (am Titicaca und nicht in Rio) aufbrechen konnten. Das gab uns Zeit, Geld zu wechseln und raus zu bekommen, wo wir eine SIM Karte für Bolivien kaufen können.

Unseren Schlafplatz schlugen wir in einer ECO Lodge vor Copacabana direkt am Strand auf. Der Weg war wieder einmal steiler, als auf dem Foto zu erkennen.

Dafür war der Blick von unserem Platz auf den See ziemlich grandios.

In den Ort konnte man in einer Dreiviertelstunde am Strand lang wandern. Ging langsam, aber über 3800 meter geht alles etwas langsamer. War aber ein schöner Spaziergang, da eben.

Im Ort ging es dann natürlich wieder hoch und runter. Aber der Entel Shop für eine SIM war leider hoch oben.

Nach einem geruhsamen Tag in Copacabana incl. eines Essens am Strand, machten wir uns auf den Weg nach La Paz, das keine 200 km entfernt war. Dabei fuhren wir zunächst um den Titicaca, verbunden mit tollen Aussichten auf den See.

Unser Weg führte nach San Pedro de Tiquina, von wo aus wir eine der Holzfähren über den Titicaca nehmen wollten. Doch auch hier….

als Teilnehmer auch dabei, das örtliche Militär…

…mit etwas abgewandelten Uniformen. Nachdem der Zug, mit viel schrägem Tschingderassabum durch den Ort gezogen war, erreichten wir den „Fährhafen“.

Hier sahen wir dann auch, was uns aus dem Weltspiegel der ARD bereits bekannt war, den Stützpunkt der bolivianischen Marine. Unser Führer durch La Paz, Gert, klärte uns dann weiter über die bolivianische Sehnsucht nach einem eigenen Meereszugang auf. Bolivien hatte diesen nämlich in einem Krieg mit Chile verloren. Ein Kriegsschiff und eine Marinetruppe stehen jedenfalls bereit.

So sieht das dann aus, wenn auch LKW und Busse auf den „Fähren“ den Titicaca befahren.

Wir waren jedenfalls froh, alles unbeschadet überstanden zu haben, selbst die Rückwärtsfahrt von der Fähre.

La Paz liegt in einem Talkessel auf ca. 3200 m Höhe. Es ist mit der Zeit aus diesem Kessel etwas herausgewachsen woraus die Stadt El Alto (die Hohe, ca. 4100 m über Meeresspiegel) entstanden ist, die heute größer als La Paz ist (La Paz ca. 800T Einwohner, El Alto ca. 1,2 Mio.). Durch El Alto mussten wir durchfahren, um unseren Campspot bei dem Hotel Oberland erreichen zu können. Davon gibt es leider keine Bilder, da diese Fahrt der reinste Horror war. An jeder Ampel verkeilte sich der Verkehr, weil von allen Seiten Autos versuchten einen Platz gut zu machen, oder in den laufenden Verkehr reinzudrängen. Zu allem Überfluss kamen noch ein paar Umleitungen auf schmalere Nebenstraßen, auf denen auch noch ein Markt stattfand. Es war unbeschreiblich und dauerte für vielleicht 7 bis 8 km rd. 2 Stunden. Danach waren wir beide verkrampft und ziemlich fertig.

Bei der Abfahrt nach La Paz ergaben sich aber schon wieder erstaunliche Ansichten

Es war auch gut, dass auf iOverlander ein Deutscher, der schon seit 40 Jahren in La Paz lebt, als super Fremdenführer für La Paz angepriesen wurde. Wir schickten Gert eine WhatsApp, auf die er auch umgehend reagierte und so trafen wir uns schon am Abend zur Vorbesprechung, die mit unserem Landebier zusammenfiel.

Am nächsten Morgen um 9.00 Uhr ging es dann zunächst mit dem Taxi los bis zur nächsten Seilbahnstation. Die Teleferico ist das Nahverkehrssystem von La Paz, das die U-Bahn ersetzt, die nicht realisierbar wäre. Es gibt insgesamt sieben Linien, von denen wir fünf zum größten Teil befuhren.

Doch jetzt genug geschrieben, hier kommen die Impressionen einer faszinierenden Großstadt. Teilweise erlebt aus der Vogelperspektive. Wir sind allerdings auch mehr als 10 km zu Fuß unterwegs gewesen.

Übrigens, alles bis zur oberen Kante ist La Paz, ab der Kante El Alto.

Gestartet sind wir mit der grünen Linie, umgestiegen in die gelbe, die uns nach El Alto gebracht hat. In El Alto haben wir die rote Linie genutzt, bis wir mit der lila Linie wieder nach unten gefahren sind.
Hier der Blick von El Alto auf La Paz.

In El Alto besuchten wir den Schamanenmarkt, die sich allerdings nicht so gerne fotografieren lassen, und den Hexenmarkt. Es gibt dazu zwar auch in La Paz Gegenstücke, die sind nach Auskunft von Gerd allerdings viel stärker touristisch. Hier der erste Blick auf den Schamanenmarkt, noch aus der roten Gondel.

Und dann ab ins Getümmel…

Die hier zu sehenden Lama-Föten gehören unter jedes bolivianische Haus.

Danach ging es wieder runter. Mittagessen war angesagt. Es gab die, nach Gerts Meinung, besten Salteñas der Stadt. Salteñas sind ähnlich wie Empanadas, mit Fleisch/Fisch und Gemüse gefüllte Teigtaschen. Schmecken klasse, sind aber für Anfänger nicht fehlerfrei, sprich ohne Sauerei, zu essen, da sie teilweise flüssig gefüllt sind.

Bevor es zum Abschluss der Tour auf die Plaza Murillo ging, meinte Gert, er müsse uns unbedingt noch die Calle Jaén zeigen, da andernfalls irgendwann jemand uns fragen würde, ob wir da gewesen seien.

Am Ende der Calle befindet sich das Atelier und die Galerie von Roberto Mamani Mamani, dem berühmtesten zeitgenössischen Maler Boliviens.

Hier gibt es einen Laden, in dem es ihn (dessen Namen man nicht (mehr) aussprechen darf) zu kaufen gibt

Mit dem Bus, so einem bunten alten, ging es dann noch auf einen Aussichtspunkt, von dem man auch das berüchtigte (wegen seiner Höhe) Nationalstadion zu sehen war…

von dort aus ging es zu Fuß zur Plaza Molinar.

Zum Abschluss, das Parlamentsgebäude. Vorne das alte, dahinter das neue. Ihr könnt selber entscheiden, welches mehr Stil hat.

Ein wunderbarer Tag ging zu Ende, so wie dieser Blogbeitrag. Zurück ging’s wieder mit Seilbahn und Taxi.

Salar de Uyuni

Eigentlich wollten wir nach Sucre fahren, der Hauptstadt von Bolivien (Regierungssitz ist aber La Paz). Die weiße Stadt, eine der schönsten Städte Südamerikas. Als wir aber abends hinter Ruinen eines alten Dorfes standen, entschieden wir mal wieder um. Nach La Paz und zugegebenermaßen dem dortigen Verkehrschaos, hatten wir eigentlich keine Lust in die nächste Stadt zu fahren. Dazu beigetragen hat auch der schöne Übernachtungsplatz zwischen Ruinen und Fluss. Es war aber auch viel schöner ohne dichten Verkehr unterwegs zu sein.

Da der Schlafplatz am Fluss kurz hinter der Verzweigung Sucre / Uyuni lag, fuhren wir am nächsten Tag wieder an die Verzweigung und wählten den Weg nach Uyuni. Dort liegt der größte Salzsee der Welt. Nach Gerts Meinung das bedeutendste Naturwunder Boliviens und für uns einfach das bessere Ziel. Auf Stadt hatten wir keine Lust. Lieber ab und zu kleinere Städte, mit großen Ortsschildern und einer großartigen Landschaft.

Ungewohnte Schilder…

…und dann der erste Blick auf den Salar de Uyuni.

Es sah total unwirklich aus, eher wie eine Luftspiegelung. Als die Abzweigung zum Salar kam, entschieden wir uns näher ranzufahren ,um einen ersten Eindruck zu gewinnen, bevor wir morgen versuchen wollten den Salar zu befahren. Im südamerikanischen Winter ist das einfach möglich, da kein Wasser im See ist, wir waren aber jetzt in der Regenzeit hier.
Der unwirkliche erste Eindruck blieb erhalten, als wir vorne an der Landzunge/Salzzunge standen.

Das Wetter war gut. Wir sahen uns um, machten ein paar Fotos und überlegten, ob wir auch bis zum Salzhotel fahren sollten. Wir diskutierten mit ein paar polnischen Motorradfahrern auf deutsch und englisch. Gut, die hatten mit ihren Motorrädern keine Chance, dafür war das Wasser schon kurz nach dem Ufer zu tief. Wir schauten noch einem LKW hinterher, der in Richtung Salzhotel unterwegs war und dann gaben wir uns einen Ruck und fuhren auch los. Was für ein Erlebnis. Wie soll man das beschreiben? Das leise Rauschen des Wassers, die Suche nach der richtigen Spur, das leichte Unbehagen und gleichzeitig das berauschende Gefühl den Salar zu befahren (in der Regenzeit).

Alles ging ineinander über, es gab keinen Horizont, außer wenn man in Richtung der Inseln schaute.

Ein Blick zurück ans Ufer.

Ein Blick zur Seite.

Ein Blick nach vorne.

Dann waren wir da, am Salzhotel und dem Dakar-Monument. Es steht dort, da die Rally Dakar vor vielen Jahren einmal durch Bolivien führte.

Für Frank war es eines der Ziele dieser Reise, ein Foto des Monuments mit dem Sprinter zu haben. Die Freude war groß, als wir dieses Ziel erreichten. Neben dem Monument das nächste Ziel, die Fahnen und dann das Salzhotel.

Natürlich haben wir uns auch verewigt.

Danach ging es zurück über den See und nach Uyuni. Wir hatten das super Wetter genutzt, was sich als sehr gut herausstellte.

Der Sprinter sah nach der Fahrt so aus,….

…was eine Autowäsche dringend machte. Dafür gibt es in und um Uyuni eine Menge Autowaschplätze. Dank der iOverlander App konnten wir uns die beste raussuchen. Wir kamen gegen 17.00 Uhr dort an. Zu unserer Überraschung sprach der Autowäscher ein wenig englisch und teilte uns mit, dass sie gerade schließen würden und wir am nächsten Morgen um 9.00 Uhr wieder da sein sollten.

Wir übernachteten mit einem guten Sicherheitsgefühl in Uyuni vor einer Kaserne, gingen noch eine Pizza essen (ist der Renner in Bolivien) und waren am nächsten Morgen um 9.00 bei der Autowäsche. Wir waren die vierten in der Schlange. Ging doch.
Wir warteten allerdings eineinhalb Stunden. Die Wäsche unseres Autos dauerte dann nochmal 90 Minuten, die dann die anderen warten mussten, da beide Autowäscher sich um unser Auto kümmerten.

Gründliche Unterbodenwäsche, zweifach Schaumhandwäsche und Handtrocknen. Das Ergebnis war sensationell. Es hielt allerdings nur einen Tag, da wir uns auf den Weg zur Lagunenroute machten.

Vorher ging es für uns aber noch auf den Eisenbahnfriedhof von Uyuni. Den wollten wir eigentlich am Vortag bereits besuchen, aber da hatten wir kurzentschlossen bereits den Salar befahren, was eigentlich für heute auf dem Plan stand.

Vertrieben wurden wir schließlich durch ein Gewitter. Das hätten wir nicht auf dem Salar erleben wollen, hätte wahrscheinlich nasse Höschen gegeben.

Auf unserem Weg zum zweiten Naturhöhepunkt Boliviens, der Lagunenroute, klarte es wieder auf und wir nahmen die nächsten 500 Höhenmeter auf rd. 4100m in Angriff, um zu starten.