Peru – zum Nabel der Welt

Wir hatten genug von dieser Küstengegend und wollten zurück in die Berge. Die Cordillera Blanca, eine beeindruckende Bergkette, war das Ziel. Dazu suchten wir uns auf der Karte eine schöne Strecke aus. Als wir gerade von der Hauptstraße abgebogen waren, kamen wir in eine Polizeikontrolle.

Als wir den Polizisten auf Nachfrage sagten, dass wir in Richtung Huaraz unterwegs waren, stießen wir auf etwas Verwunderung. Sie diskutierten untereinander, ob dies möglich sei und ein Polizist erwähnte den Canon del Pato. Dann sagten uns die Polizisten aber, das sei möglich und nickten mit dem Kopp. Anschließend mussten wir noch das Auto noch kurz von Innen zeigen, dann durften wir weiter.

Vom Canon del Pato, also der Entenschlucht, hatten wir schon mal bei der Recherche zu dieser Reise gehört, wussten aber momentan nicht mehr genau, was uns erwartet. Hierzu ein kleiner Auszug aus dem Reiseführer, den wir im Anschluss gelesen haben:

Der Canon del Pato trennt die Cordillera Negra von der Cordillera Blanca. Durch die Schlucht führt eine extrem enge einspurige Schotterpiste mit 38 Tunneln. Sie wird natürlich in beide Richtungen befahren. Die Schlucht fasziniert mit einer spektakulären Felslandschaft, viel Nervenkitzel und Adrenalinkicks. Wir können das bestätigen und hatten eigentlich diese Straße nicht auf dem Plan.

„An der engsten Stelle kommen die mächtigen, über 2000 m tiefen Ausläufer der Andengebirgsketten bis auf 15 m zusammen. Unten, wo sich der Rio Santa seinen Weg durch die Gebirgsketten gebahnt hat, sind es gerade noch 6 m, die die schneebedeckte Cordillera Blanca von der Cordillera Negra trennt.“

Zunächst ging es harmlos los, mit einer Schlaglochpiste, die noch geteert war, schon mit Blick auf die Berge.

Und dann ging es los…

Das Ganze mit Gegenverkehr, auch LKW und Busse, abgebrochenen Straßenteilen, Rückwärtsfahren im unbeleuchteten langen Tunnel. Am Schluss waren wir trotz aller Faszination froh, dass es überstanden war. Hier noch mal ein Blick zurück.

Wir waren vom Meer wieder auf über 3000 m hochgefahren. Dementsprechend atemlos sahen wir uns um. Eine wunderschöne Bergwelt umgab uns. Die Luft war wieder rein sozusagen. Der Ausblick von unserem Schlafplatz sagt alles.

Hier wollten wir eigentlich weiter entlang der Cordillera Blanca durch die Anden bis Cusco fahren.

Nach der Aktion mit dem Canon del Pato recherchierten wir allerdings etwas genauer unsere gewählte Strecke und stellten fest, dass die Straße wohl ab einem bestimmten Punkt heftige Piste mit vielen Baustellen ist. Ein Eintrag auf iOverlander spricht davon, für 150 km acht Stunden benötigt zu haben. Als dann der Wetterbericht auch noch Regen ansagt, war klar, dass wir diese Strecke nicht nehmen würden.

Also haben wir umgeplant und fahren wieder an die Küste, durch Lima und in Richtung Nazca, um uns die Nazca Linien anzuschauen. Übernachten wollten wir in einer Eco Lodge direkt am Pazifik.

Der angesagte Regen erwischte uns dann glücklicherweise nicht auf einer schmierigen Piste, sondern auf einer halbwegs guten Straße.

Danach kämpften wir uns durch den Verkehr von Lima. Dabei stellten wir wieder fest, dass Peruaner absolut rücksichtslose Autofahrer sind.

Kurz nach Lima bekam der Sprinter die absolut notwendige Reinigung.

Im Anschluss ging’s weiter Richtung Pazifik, zum schlafen und für eine romantische Büchse Bier auf der Klippe.

Am nächsten Morgen weiter durch die Wüste und Oasen Richtung Nazca. Hier sah es auch an der Küste nicht mehr aus wie in Trujillo.

Dann waren wir da! Die Nazca Linien werden ja oft mit dem Flugzeug erkundet. Dabei kommt es aber auch immer wieder zu Unfällen und für uns war es nicht möglich, die seriösen Anbieter zu identifizieren. Deshalb haben wir uns auf die Besuche bei den zwei Aussichtspunkten beschränkt. Bei immerhin 41°C auch nicht ganz ohne.

Drei Figuren und die geraden Linien konnten wir so sehen.

So, jetzt auch die Auflösung zu dem merkwürdigen Titel dieses Beitrages. Jetzt fuhren wir nämlich wieder in die Berge, Richtung Cusco. Der Name der Stadt bedeutet in einer indigenen Sprache nämlich Nabel der Welt.
Cusco liegt auf ca. 3800 m, was für uns einen Aufstieg um 3800 m durch eine absolut faszinierende Bergwelt darstellte.

Was das für eine Chipstüte bedeutet, zeigt dieses Bild:

Nun lasst Euch mitnehmen auf die Fahrt zum Nabel der Welt und genießt mit uns.

Übernachtet haben wir auf rd. 4000 m Höhe bei einer Rangerstation im Nationalpark Pampas Galeras.

Unterwegs trifft man auch immer mal auf umgestürzte oder abgerutschte LKW und Busse. Hier mal ein Bild dazu, da es keine Verletzten gab.

So, und wer bis hierhin durchgehalten hat, bekommt zum Abschluss ein Küsschen.

Peru – von Cusco zum Titicaca See

Eigentlich hätte der Titel Cusco und Machu Picchu heißen sollen. Leider ist es uns aber nicht gelungen, Karten für Machu Picchu mit einem der guten Rundgänge zu erhalten. Dies liegt zum Einen an einem leichten Rückstau der Besucher nach dem Streik hier in Cusco, zum Anderen daran, dass nur die Rundgänge 1 und 2 auch fast alle Sehenswürdigkeiten abdecken. Da wir nicht, wie die meisten anderen Panamericana-Reisenden, ein oder zwei Jahre dafür Zeit haben, konnten wir auch nicht zwei Wochen warten, bis wieder Plätze frei sind. Na gut, nachdem alles Abklappern der Agenturen in Cusco nichts gebracht hat, haben wir jetzt einen Grund nochmal hierher zu kommen. Cusco lohnt sich.

Aber noch ein klein wenig der Reihe nach. Von unserem letzten Schlafplatz vor Cusco ging es nämlich durch ein wunderbares Flusstal abwärts. Von über 4000 m Höhe auf nur noch rd. 3800 m.

Auf einmal fuhren wir sogar im Karnevalszug eines Bergdorfes mit. Ob die was mit unseren Helau Rufen anfangen konnten, haben wir allerdings nicht erfahren.

Die Einfahrt nach Cusco verlief eigentlich entspannt, bis wir durch die Altstadt mussten. Auf einmal standen wir vor einer kleinen Gasse, die fürchterlich steil nach unten ging. Auf dem Bild kommt das leider nicht ganz raus, aber im Auto fühlte es sich fast wie freier Fall an. Man erkennt es ein wenig daran, dass die Fußgängerwege Treppen sind.

Unseren Schlafplatz in Cusco wählten wir vor einem Hotel, nur 500 m von der historischen Altstadt entfernt, zwischen einem Brasilianer (im Sprinter) und einem jungen Pärchen aus Argentinien im kleinen Ford. Gefrühstückt haben die beiden mit Campingmöbeln auf dem Gehweg.

Der Brasilianer hat uns dann erst mal alle Annehmlichkeiten des Platzes erklärt, die da wären: Der Wasseranschluss an der Tankstelle nebenan und der lose Gullydeckel, in den man seine Toilette entleeren kann. Na immerhin.

So, und jetzt ein paar Bilder von Cusco, der bis dahin schönsten Stadt auf dieser Reise, die wir besucht haben.

In Cusco nahmen wir dann auch unseren ersten Pisco Sour, das peruanische Nationalgetränk, zusammen mit Choclo con Queso, ebenfalls einer Spezialität dieser Gegend, zu uns.

Auch andere Spezialitäten, wie Lomo Saltado, Trucha frita oder Alpaka Steak gönnten wir uns in den zahllosen guten Restaurants. Alles in allem ein schöner Aufenthalt in Cusco, wenn auch manchmal anstrengend bei 3800 m Höhe.

Wenn man sich Videos anschaut, oder in Reiseführern liest, kommt man manchmal auf echt blöde Gedanken (vor allem Frank ist davor nicht gefeit).

Nur rund 100 km nach Cusco gibt es den Rainbow Mountain. Ein Bergrücken, der in sieben Farben glänzt. Da wollten wir hin. Wir hatten zwar schon Schwierigkeiten kurze Strecken bei 3800 m zu laufen, aber ein zweistündiger Marsch von 4400 m auf über 5000 m, das wollten wir wenigstens probieren.

Der erste Versuch dem Berg überhaupt näher zu kommen, scheiterte bereits im Ansatz an unserer Navigation, da wir schlicht nicht weiterfahren konnten wegen einer zu engen Straße.

Die Brücke auf der wir standen war auch zu eng am Ende. Die Wendeaktion auf der Kreuzung mit engen Gassen war angstschweißtreibend.

Als wir dann den zweiten Versuch über eine andere Straße starteten, fing es auch noch an zu regnen. Wir waren auf ca. 4000 m schon fast in den Wolken. Die Piste wurde schmierig. Die perfekte Ausrede. Berg in Wolken, Straßen- bzw. Pistenverhältnisse immer schwieriger…. Mist, wir hätten es ja gemacht :-).

Für uns ging’s stattdessen im Regen weiter Richtung Titicaca See und damit zur bolivianischen Grenze.

Manchmal mussten wir auch heute die Straße teilen.

Dann erreichten wir den Titicaca See auf der peruanischen Seite. Von unserer „Übernachtungstankstelle“ ein Blick auf Puno, der größten Stadt am See. Dort abends durchzufahren war keine Freude. Am Morgen bot sie aber einen erfreulichen Anblick.

Der Titicaca See, auf 3820 m, bietet faszinierende Landschaften und ebensolche Wolkenbilder. Er ist 15 mal so groß wie der Bodensee, fast so groß wie Korsika und das höchste schiffbare Gewässer der Welt.

Nur, die meisten Ortschaften sind nicht wirklich schön.

Aber auch hier….

Schließlich erreichten wir die Grenze. Auf der peruanischen Seite Migracion und Zoll, war in 30 Minuten erledigt….

…und dann auf der bolivianischen Seite…

… Karneval.


Die Zollbeamtin hatte ihr Baby in einem Tuch auf dem Rücken und alles lief echt gechillt ab. Nach weiteren 30 Minuten waren wir in Bolivien.

Bolivien – Copacabana und La Paz

Karneval dauert hier länger. Nachdem wir in Bolivien angekommen waren, mussten wir erst wieder einen Karnevalszug mit schmetternden Trompeten und donnernden Trommeln an uns vorbei ziehen lassen, bis wir in Richtung Copacabana (am Titicaca und nicht in Rio) aufbrechen konnten. Das gab uns Zeit, Geld zu wechseln und raus zu bekommen, wo wir eine SIM Karte für Bolivien kaufen können.

Unseren Schlafplatz schlugen wir in einer ECO Lodge vor Copacabana direkt am Strand auf. Der Weg war wieder einmal steiler, als auf dem Foto zu erkennen.

Dafür war der Blick von unserem Platz auf den See ziemlich grandios.

In den Ort konnte man in einer Dreiviertelstunde am Strand lang wandern. Ging langsam, aber über 3800 meter geht alles etwas langsamer. War aber ein schöner Spaziergang, da eben.

Im Ort ging es dann natürlich wieder hoch und runter. Aber der Entel Shop für eine SIM war leider hoch oben.

Nach einem geruhsamen Tag in Copacabana incl. eines Essens am Strand, machten wir uns auf den Weg nach La Paz, das keine 200 km entfernt war. Dabei fuhren wir zunächst um den Titicaca, verbunden mit tollen Aussichten auf den See.

Unser Weg führte nach San Pedro de Tiquina, von wo aus wir eine der Holzfähren über den Titicaca nehmen wollten. Doch auch hier….

als Teilnehmer auch dabei, das örtliche Militär…

…mit etwas abgewandelten Uniformen. Nachdem der Zug, mit viel schrägem Tschingderassabum durch den Ort gezogen war, erreichten wir den „Fährhafen“.

Hier sahen wir dann auch, was uns aus dem Weltspiegel der ARD bereits bekannt war, den Stützpunkt der bolivianischen Marine. Unser Führer durch La Paz, Gert, klärte uns dann weiter über die bolivianische Sehnsucht nach einem eigenen Meereszugang auf. Bolivien hatte diesen nämlich in einem Krieg mit Chile verloren. Ein Kriegsschiff und eine Marinetruppe stehen jedenfalls bereit.

So sieht das dann aus, wenn auch LKW und Busse auf den „Fähren“ den Titicaca befahren.

Wir waren jedenfalls froh, alles unbeschadet überstanden zu haben, selbst die Rückwärtsfahrt von der Fähre.

La Paz liegt in einem Talkessel auf ca. 3200 m Höhe. Es ist mit der Zeit aus diesem Kessel etwas herausgewachsen woraus die Stadt El Alto (die Hohe, ca. 4100 m über Meeresspiegel) entstanden ist, die heute größer als La Paz ist (La Paz ca. 800T Einwohner, El Alto ca. 1,2 Mio.). Durch El Alto mussten wir durchfahren, um unseren Campspot bei dem Hotel Oberland erreichen zu können. Davon gibt es leider keine Bilder, da diese Fahrt der reinste Horror war. An jeder Ampel verkeilte sich der Verkehr, weil von allen Seiten Autos versuchten einen Platz gut zu machen, oder in den laufenden Verkehr reinzudrängen. Zu allem Überfluss kamen noch ein paar Umleitungen auf schmalere Nebenstraßen, auf denen auch noch ein Markt stattfand. Es war unbeschreiblich und dauerte für vielleicht 7 bis 8 km rd. 2 Stunden. Danach waren wir beide verkrampft und ziemlich fertig.

Bei der Abfahrt nach La Paz ergaben sich aber schon wieder erstaunliche Ansichten

Es war auch gut, dass auf iOverlander ein Deutscher, der schon seit 40 Jahren in La Paz lebt, als super Fremdenführer für La Paz angepriesen wurde. Wir schickten Gert eine WhatsApp, auf die er auch umgehend reagierte und so trafen wir uns schon am Abend zur Vorbesprechung, die mit unserem Landebier zusammenfiel.

Am nächsten Morgen um 9.00 Uhr ging es dann zunächst mit dem Taxi los bis zur nächsten Seilbahnstation. Die Teleferico ist das Nahverkehrssystem von La Paz, das die U-Bahn ersetzt, die nicht realisierbar wäre. Es gibt insgesamt sieben Linien, von denen wir fünf zum größten Teil befuhren.

Doch jetzt genug geschrieben, hier kommen die Impressionen einer faszinierenden Großstadt. Teilweise erlebt aus der Vogelperspektive. Wir sind allerdings auch mehr als 10 km zu Fuß unterwegs gewesen.

Übrigens, alles bis zur oberen Kante ist La Paz, ab der Kante El Alto.

Gestartet sind wir mit der grünen Linie, umgestiegen in die gelbe, die uns nach El Alto gebracht hat. In El Alto haben wir die rote Linie genutzt, bis wir mit der lila Linie wieder nach unten gefahren sind.
Hier der Blick von El Alto auf La Paz.

In El Alto besuchten wir den Schamanenmarkt, die sich allerdings nicht so gerne fotografieren lassen, und den Hexenmarkt. Es gibt dazu zwar auch in La Paz Gegenstücke, die sind nach Auskunft von Gerd allerdings viel stärker touristisch. Hier der erste Blick auf den Schamanenmarkt, noch aus der roten Gondel.

Und dann ab ins Getümmel…

Die hier zu sehenden Lama-Föten gehören unter jedes bolivianische Haus.

Danach ging es wieder runter. Mittagessen war angesagt. Es gab die, nach Gerts Meinung, besten Salteñas der Stadt. Salteñas sind ähnlich wie Empanadas, mit Fleisch/Fisch und Gemüse gefüllte Teigtaschen. Schmecken klasse, sind aber für Anfänger nicht fehlerfrei, sprich ohne Sauerei, zu essen, da sie teilweise flüssig gefüllt sind.

Bevor es zum Abschluss der Tour auf die Plaza Murillo ging, meinte Gert, er müsse uns unbedingt noch die Calle Jaén zeigen, da andernfalls irgendwann jemand uns fragen würde, ob wir da gewesen seien.

Am Ende der Calle befindet sich das Atelier und die Galerie von Roberto Mamani Mamani, dem berühmtesten zeitgenössischen Maler Boliviens.

Hier gibt es einen Laden, in dem es ihn (dessen Namen man nicht (mehr) aussprechen darf) zu kaufen gibt

Mit dem Bus, so einem bunten alten, ging es dann noch auf einen Aussichtspunkt, von dem man auch das berüchtigte (wegen seiner Höhe) Nationalstadion zu sehen war…

von dort aus ging es zu Fuß zur Plaza Molinar.

Zum Abschluss, das Parlamentsgebäude. Vorne das alte, dahinter das neue. Ihr könnt selber entscheiden, welches mehr Stil hat.

Ein wunderbarer Tag ging zu Ende, so wie dieser Blogbeitrag. Zurück ging’s wieder mit Seilbahn und Taxi.

Salar de Uyuni

Eigentlich wollten wir nach Sucre fahren, der Hauptstadt von Bolivien (Regierungssitz ist aber La Paz). Die weiße Stadt, eine der schönsten Städte Südamerikas. Als wir aber abends hinter Ruinen eines alten Dorfes standen, entschieden wir mal wieder um. Nach La Paz und zugegebenermaßen dem dortigen Verkehrschaos, hatten wir eigentlich keine Lust in die nächste Stadt zu fahren. Dazu beigetragen hat auch der schöne Übernachtungsplatz zwischen Ruinen und Fluss. Es war aber auch viel schöner ohne dichten Verkehr unterwegs zu sein.

Da der Schlafplatz am Fluss kurz hinter der Verzweigung Sucre / Uyuni lag, fuhren wir am nächsten Tag wieder an die Verzweigung und wählten den Weg nach Uyuni. Dort liegt der größte Salzsee der Welt. Nach Gerts Meinung das bedeutendste Naturwunder Boliviens und für uns einfach das bessere Ziel. Auf Stadt hatten wir keine Lust. Lieber ab und zu kleinere Städte, mit großen Ortsschildern und einer großartigen Landschaft.

Ungewohnte Schilder…

…und dann der erste Blick auf den Salar de Uyuni.

Es sah total unwirklich aus, eher wie eine Luftspiegelung. Als die Abzweigung zum Salar kam, entschieden wir uns näher ranzufahren ,um einen ersten Eindruck zu gewinnen, bevor wir morgen versuchen wollten den Salar zu befahren. Im südamerikanischen Winter ist das einfach möglich, da kein Wasser im See ist, wir waren aber jetzt in der Regenzeit hier.
Der unwirkliche erste Eindruck blieb erhalten, als wir vorne an der Landzunge/Salzzunge standen.

Das Wetter war gut. Wir sahen uns um, machten ein paar Fotos und überlegten, ob wir auch bis zum Salzhotel fahren sollten. Wir diskutierten mit ein paar polnischen Motorradfahrern auf deutsch und englisch. Gut, die hatten mit ihren Motorrädern keine Chance, dafür war das Wasser schon kurz nach dem Ufer zu tief. Wir schauten noch einem LKW hinterher, der in Richtung Salzhotel unterwegs war und dann gaben wir uns einen Ruck und fuhren auch los. Was für ein Erlebnis. Wie soll man das beschreiben? Das leise Rauschen des Wassers, die Suche nach der richtigen Spur, das leichte Unbehagen und gleichzeitig das berauschende Gefühl den Salar zu befahren (in der Regenzeit).

Alles ging ineinander über, es gab keinen Horizont, außer wenn man in Richtung der Inseln schaute.

Ein Blick zurück ans Ufer.

Ein Blick zur Seite.

Ein Blick nach vorne.

Dann waren wir da, am Salzhotel und dem Dakar-Monument. Es steht dort, da die Rally Dakar vor vielen Jahren einmal durch Bolivien führte.

Für Frank war es eines der Ziele dieser Reise, ein Foto des Monuments mit dem Sprinter zu haben. Die Freude war groß, als wir dieses Ziel erreichten. Neben dem Monument das nächste Ziel, die Fahnen und dann das Salzhotel.

Natürlich haben wir uns auch verewigt.

Danach ging es zurück über den See und nach Uyuni. Wir hatten das super Wetter genutzt, was sich als sehr gut herausstellte.

Der Sprinter sah nach der Fahrt so aus,….

…was eine Autowäsche dringend machte. Dafür gibt es in und um Uyuni eine Menge Autowaschplätze. Dank der iOverlander App konnten wir uns die beste raussuchen. Wir kamen gegen 17.00 Uhr dort an. Zu unserer Überraschung sprach der Autowäscher ein wenig englisch und teilte uns mit, dass sie gerade schließen würden und wir am nächsten Morgen um 9.00 Uhr wieder da sein sollten.

Wir übernachteten mit einem guten Sicherheitsgefühl in Uyuni vor einer Kaserne, gingen noch eine Pizza essen (ist der Renner in Bolivien) und waren am nächsten Morgen um 9.00 bei der Autowäsche. Wir waren die vierten in der Schlange. Ging doch.
Wir warteten allerdings eineinhalb Stunden. Die Wäsche unseres Autos dauerte dann nochmal 90 Minuten, die dann die anderen warten mussten, da beide Autowäscher sich um unser Auto kümmerten.

Gründliche Unterbodenwäsche, zweifach Schaumhandwäsche und Handtrocknen. Das Ergebnis war sensationell. Es hielt allerdings nur einen Tag, da wir uns auf den Weg zur Lagunenroute machten.

Vorher ging es für uns aber noch auf den Eisenbahnfriedhof von Uyuni. Den wollten wir eigentlich am Vortag bereits besuchen, aber da hatten wir kurzentschlossen bereits den Salar befahren, was eigentlich für heute auf dem Plan stand.

Vertrieben wurden wir schließlich durch ein Gewitter. Das hätten wir nicht auf dem Salar erleben wollen, hätte wahrscheinlich nasse Höschen gegeben.

Auf unserem Weg zum zweiten Naturhöhepunkt Boliviens, der Lagunenroute, klarte es wieder auf und wir nahmen die nächsten 500 Höhenmeter auf rd. 4100m in Angriff, um zu starten.

Die Lagunenroute

Die Lagunenroute ist wohl für jeden Panamericanareisenden ein absolutes Highlight. Wir könnten jetzt versuchen, einen Text über das Unbeschreibliche abzuliefern. Wir könnten über mörderische Pisten schreiben oder über die Höhe, die an die 5000 m heranreicht. Wir müssten aber auch über die schönsten Schlafplätze berichten, die man überhaupt haben kann, über Landschaften, wie man sie nur hier sehen kann. Wir werden einfach eine Auswahl der über 400 Bilder sprechen lassen, die wir in dieser atemberaubenden Landschaft (zweifach richtig) gemacht haben.

Also, Luft (aus den Reifen) ablassen und los.

Der Beginn.

Unser erster und bis dahin schönster Schlafplatz.

Der Besuch morgens.

Das Valle Anaconda, ein kleiner Abstecher von der Hauptroute.

Das Valle de Roca.

Bewohner, hier weiß man wenigstens noch was sie fressen, das ändert sich im Verlauf der Route.

Villa Mar, die einzige Ansiedlung hier oben….

….aber mit Fußballplatz.

Ein paar – für uns – außergewöhnliche Bewohner.

Immer wieder holten uns zwischendrin auch Wolkenfelder ein. Manchmal hatten wir auch einen kurzen Regenschauer, manchmal konnten wir sehen, wie neben uns ein Regenschauer niederging. Die Temperaturen lagen tagsüber bei 11° bis 12° und Nachts bei -2°.

Dann hatten wir unser Tagesziel vor Augen, die Laguna Colorada.

Allerdings konnten wir sie nicht gewünscht erreichen, da die Piste um die Laguna herum gesperrt war. Die Umwelt musste sich von Leuten wie uns, vor allem aber vor den zahlreichen Ausflugsjeeps, erholen. Ein freundlicher Ranger schickte uns auf einen großen Umweg, so dass wir entgegen unserer Vorsätze sogar im dunkeln fahren mussten, um unseren Schlafplatz zu erreichen. Haben wir auch noch hinbekommen und wurden am nächsten Morgen belohnt.

Allerdings bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Weiter gehts und hier ist schon schwieriger zu erkennen, wovon sich die Vicuñas ernähren

Wir erreichten Geysirfelder in 4840 m Höhe.

Die Lagune Chalviri, Ziel aller Ausflugsjeeps. Hier kann man in Thermalquellen baden. Wir diskutierten, ob wir hier, auf annähernd 5000 m übernachten sollten, obwohl wir bereits um zwei Uhr hier waren. Da Frank aber immer noch durch die Höhe leicht angeschlagen war, entschieden wir uns dagegen und sind noch ein wenig weitergefahren bis zu den Lagunen Blanca und Verde.
Die unterschiedlichen Farben der Lagunen ergeben sich übrigens durch unterschiedliche Mineralien und Bakterien, die in ihnen vorkommen.

Die Laguna Blanca

Unser absolut unschlagbar genialer Übernachtungsplatz zwischen Laguna Verde und Laguna Blanca.

Eine letzte Laguna vor dem Ausgang des Nationalparks und der bolivianisch-chilenischen Grenze.

Jetzt noch wieder Straßendruck auf die Reifen und….

….dann 2000 m runter nach San Pedro de Atacama…

Ein letzter Blick zurück

Es war eine einmalige Erfahrung für uns. Anstrengend für Mensch und Maschine, aber großartig.

Die Atacama

Wir hatten drei anstrengende Tage auf der Lagunenroute hinter uns gebracht. Drei Tage, in denen wir (abzgl. An- und Abfahrt auf Asphalt) rd. 300 km geschafft haben, obwohl wir immer ca. acht Stunden gefahren sind. Unser Ersatzkanister war leer. Durchschnittsverbrauch war über 20 Liter. Trinkwasser hatten wir noch genug, aber das Gemüse war alle.

Kurz und gut, es war Zeit ein wenig von ruppigen Offroad Strecken zu entspannen. Zuerst mussten aber die normalen Dinge nach einem Grenzübergang erledigt werden, als da wären Geld tauschen und Internetverbindung herstellen. Dies taten wir, ebenso wie einkaufen in San Pedro de Atacama, einem kleinen, sehr touristischen Örtchen. San Pedro ist Ausgangspunkt für sowohl die ein- und mehrtägigen Ausflüge auf die Lagunenroute, als auch beispielsweise das Valle de la Luna oder die anderen Wüsten- und Gebirgsrouten.

Wir gönnten uns auch ein kleines Almuerzo in einem netten Lokal an der Plaza Mayor.

Dann ging es raus zum Andes Nomad Camp, Servicetag mit Wäschewaschen war angesagt. Der Ausblick konnte sich auch dort, an einem Salar, sehen lassen.

Netter Platz.

Nach zwei Nächten ging es dann für uns erholt weiter in das Valle de la Luna.

Im Nationalpark ist alles streng reguliert. Schneller als 20 darf man beispielsweise nicht fahren. Auch Wanderungen haben einen Anfangs- und einen Endpunkt und man darf nur in einer Richtung laufen. Das war uns anfangs nicht klar, wurde uns aber im Laufe unserer Wanderung von einem Ranger erklärt.

Wanderungen bei über 30°C durch lockeren Sand sind allerdings eh nicht die reine Freude, so dass wir nach der ersten (ca. 45 Min.) keine weitere folgen ließen.

Der Ausblick, nachdem wir dann den Mirador erreichten, entschädigte.

Den Rest des Valle schauten wir uns vom Auto aus an. Hängt wahrscheinlich auch damit zusammen , dass wir auf der Lagunenroute deutlich spektakuläreres gesehen hatten.

Unser Weg führte uns jetzt in die Atacama.

Nach Antofagasta erreichten wir wieder mal einen Punkt, an dem wir (oder besser gesagt Frank) dringend den Sprinter fotografieren mussten. Das Kunstwerk „El Mano del Desierto“, von Mario Irarrázabal.

Et voilá…

Schnell waren wir übrigens wieder auf über 2000 m.

Ebenso schnell aber auch wieder annähernd auf Meereshöhe….

…bevor wir dann tatsächlich wieder am Pazifik waren. Nannte sich hier übrigens (übersetzt) Straße der Wüste, Küstenzirkel.

Geschlafen haben wir zwischendrin mal wieder an einem Trucker-Stop und nach diesem Tag an einem netten Camping mit warmer Dusche (leider keine Bilder), weder vom Camping noch von der Dusche 😜.

Paso San Francisco

Es war von Anfang an unser Plan, zwischen Chile und Argentinien zu wechseln. Dafür boten sich im Norden mehrere Pässe an. Beispielsweise hätten wir gleich von San Pedro aus wieder hoch fahren können. Dazu fehlte uns aber der Drive. Lange Rede kurzer Sinn, wir hatten uns den Paso San Francisco ausgewählt, da bei Frank irgendwas bei dem Namen klingelte. Vorstellungen hatten wir aber keine. Der Paso San Francisco liegt auf 4726 m (wieder mal). Als wir losfuhren war klar, dass die nächsten fast 500 km keine Tankstelle oder andere Versorgung zur Verfügung stand. Der Ersatzkanister war also wieder gefüllt.

Dann ging es los und einer der schönsten Tage dieser Reise und in unserem Leben begann.

Grüne Berge, gelbe Berge, beige Berge, rote Berge, lila Berge, es war eine Pracht. Hinter jeder Kurve ein neues Ahh….
Leider können die Bilder das majestätische nur unzureichend rüber bringen.

Zwischendrin ein Fluss und Schwefelablagerungen.

Unser Weg.

Ab und zu gab es auch mal ein paar Bewohner.

Dann kamen wir an einen Salar und die chilenische Grenzstation.

Die Abwicklung war problemlos, Ausstempeln des Passes und Ausfuhr des Autos benötigten kaum 20 Minuten. Dann sagte uns die Frau an der Migracion allerdings, dass die argentinischen Kollegen um 17.00 Uhr ihren Laden dichtmachen. Es war zwar erst 15.00 Uhr, aber die argentinische Grenzstation war 150 km entfernt. Das hieß Gas geben und hoffen, dass die Straße gut ist.

War sie, ebenso wie die Natur außen rum.

Dann kam die Laguna Verde. Das türkiseste Türkis, dass wir bisher in der Natur gesehen haben. Unglaublich.

Das mussten wir erstmal auf uns wirken lassen. Sollten wir hier oben deswegen übernachten müssen, dann war es eben so. Wir wären dann zurückgefahren und hätten hier übernachtet.

Wir waren am höchsten Punkt angelangt.

Kurz einen Sticker hinterlassen und weiter. Jetzt ging es zwar runter, aber die Ahhs und Ohhs wurden nicht weniger.

Uns erwartete der bisher schönste Grenzübergang unseres Lebens. Er liegt am Rande dieses Salars.

Wir waren um kurz vor 17.00 Uhr eingetroffen. Auch hier ging alles schnell und unkompliziert und um zwanzig nach fünf waren wir in Argentinien.

Mit dem Wahnsinn ging es auch ungebrochen weiter.

Die Berge hier wirkten fast wie lackiert im Sonnenschein.

Die Wolken passten dazu.

Wir wollten noch unter 3000 m kommen, um besser schlafen zu können, das war auch möglich, da die Sonne hier mindestens eineinhalb Stunden später untergeht, als beispielsweise in Ecuador.

Als wir einen guten Schlafplatz an einem Fluss fanden, waren wir sogar schon knapp unter 2000 m. Da schmeckte das Landebier erst recht gut.

Morgen gehts dann richtig nach Argentinien, unserem sechsten Land in Südamerika. Wir freuen uns darauf. Ein Wahnsinnstag liegt hinter uns. Wir mussten erst mal wieder ein bisschen runterkommen. Es war toll.

Ruta Cuarenta

Untertitel – Ein Break in Mendoza –

Die Ruta 40 in Argentinien, über 5000 km lang, ist eine Legende für sich. Mittlerweile meistens asphaltiert, aber zwischendrin auch immer mal Piste. Wie wir feststellen mussten, teilweise auch echt üble Piste. Aber dazu später.

Nach unserer Übernachtung am Fluss ging es in einen kleinen Grenzort. Dort wollten wir eigentlich Geld wechseln und tanken. Allerdings war der Kiosko mit dem Geldwechsel geschlossen und so entschlossen wir uns, beides in der nächst größeren Stadt, Chile Cito, zu erledigen.

Ein letzter Blick zurück.

Ein Friedhof am Weg.

Ein Ortseingangsschild.

Wir nähern uns dem Weinanbaugebiet um Mendoza.

Diese Schilder weisen darauf hin, dass die Straße abgesenkt wurde, um kein Hindernis für abfließendes Wasser darzustellen. Sie werden in ganz Südamerika benutzt und deuten oftmals auch auf echt miesen Straßenbelag hin. Richtig in den Bergen sind sie auch ein Hinweis darauf, dass nach Regen dort Autos gewaschen werden 😂.

So sieht das dann aus, wenn tatsächlich Wasser von den Bergen kommt.

In Chile Cito haben wir dann erstmals über Western Union Geld an uns versendet und bar abgeholt. Ein Euro sind etwas mehr als 1.000 Argentinische Peso. Gleichzeitig ist der 1.000 Peso Schein wohl der größte Schein. Was Ihr auf dem Bild seht, sind 350 €.

Wr erreichten Mendoza. Dort wollten wir uns am nächsten Tag eine echte Auszeit vom frugalen Reiseleben nehmen.

Übernachtet haben wir auf einer kleinen Posada. Sie gehört einem Belgier, der dort Malbec anbaut. Unser Ausblick.

Nach einem netten Frühstück auf der Posada ging es für uns aber weiter auf ein Weingut mit Restaurant.

Die Älteren unter uns kennen sicher noch die Gruppe Yello. Dieter Meier war einer der bneiden Musiker. Er war auch Produzent, züchtet Rinder, baut Wein an, kann man mal googeln. In Frankfurt gibt es auch ein Ojo der Agua, wussten wir aber auch nicht, bis wir uns damit beschäftigt hatten. Für uns war ein Tip in iOverlander für die Buchung maßgeblich. Wir durften nämlich auch auf dem Weingut übernachten.

Ohne lang rumzureden, es war ein phantastischer Abend. Super Essen, gute Weine und nette Tischnachbarn, mit denen wir den Abend verbrachten. Dazu eine Wahnsinnsumgebung.

Die Lounge am Teich, für den Abendausklang.

Am nächsten Morgen ein Blick zurück, mit dem Vulkan im Hintergrund.

Das war eine coole Auszeit.

Für uns ging es aber weiter in den Süden. Das verbinden wir Europäer ja immer mit Dolce Vita und tollem Wetter. Hier heißt das aber, dass es rauer wird. Am Wegesrand finden sich immer wieder „Gedenkstätten“, teilweise mit „Opfergegenständen“. Was dies genau darstellt, wissen wir bisher allerdings auch nicht. Manchmal ein Sanctuario, manchmal sogar mit Schild. Werden wir mal recherchieren müssen.

Es wurde auch wieder karger. Schön war es trotzdem.

Auch unser Schlafplatz in dieser Gegend war wunderschön. Der Ausblick.

Dann wurde die Ruta 40 für über 90 km zu einer echten Ripio-Piste (Wellblechpiste), und zwar zu einer brutalen.

Dann, mitten im Nirgendwo, leuchtete ein Warnleuchte für die Feststellbremse auf und die Hinweisleuchte blinkte. Der Hinweistext lautete: Hinweise im Handbuch beachten.

Sch…. natürlich mitten im Nirgendwo. Also erst mal Handbuch gelesen, war aber nicht wirklich hilfreich. Dort stand nur, nicht weiterfahren, eine Fachwerkstatt aufsuchen. Toll, zum nächsten kleinen Dorf waren es über 50 km. Ob uns dort einer helfen kann, steht in den Sternen.

Wir haben dann erst mal unser OBD Lesegerät angeschlossen und die Fehler ausgelesen. Der Versuch, den Fehler mit der Feststellbremse zu löschen, schlug leider fehl. Aber wir konnten die Bremstemperatur auch während der Fahrt überwachen. Als nächstes haben wir Funktionstest der Bremse, auch der Parkbremse, durchgeführt und haben uns entschieden weiter zu fahren.

Dies bedeutete ständig den Warnton ausschalten, Bremstemperatur überwachen und uns einreden, dass es sich wohl nur um ein los gerütteltes Kabel, und nicht um einen echten Schaden handelt.

Natürlich konnte uns in dem Dorf keiner helfen, also weiter zur nächsten Stadt, Chos Malal. Dort haben wir auf der Tankstelle nach einer Werkstatt gefragt, die wir dann auch fanden. Leider machten die aber keine Bremsen. Die Werkstatt zu der die uns dann schickten, haben wir nicht gefunden. Die Werkstatt, die in iOverlander empfohlen wurde war schon zu. Na gut, übernachten wir eben und fahren morgen noch mal dahin, so der Plan.

Abends haben wir dann im Internet recherchiert, wir hatten jetzt wieder Internet, wie groß das Problem ist und wie man damit am besten umgeht. Am nächsten Morgen legte sich Frank unter das Auto und rüttelte mal alles durch, fand eine Plastikmuffe, die gebrochen war, fixte alles und las die Fehler nochmals über die OBD Schnittstelle aus. Danach war der Fehler weg.

Vorsichtig setzten wir uns wieder in Bewegung. Es lief. Es ging weiter, auf guter Straße und in toller Umgebung.

Als dann unerwartet die nächste Pistenetappe, nicht auf der Ruta 40, sondern bei einem Abstecher, mit mehr als 60 km auftauchte, hatten wir zuerst ein ungutes Gefühl.
Aber das Auto hielt und wir kamen ohne Panne zu einem der Höhepunkte unserer Reise durch. Dem Salto de Agrio.

Das Wasser des Flusses Agrio ist sehr mineralienreich, so dass es die Steine am Rand deutlich verfärbt. Alleine das ist bereits ein Grund sich das anzuschauen.

Aber was es zu etwas ganz besonderem macht, ist der Salto selber.

Nach einer Übernachtung, direkt am Salto, beendeten wir den Abstecher und es ging zurück zur Cuarenta, in Richtung San Martin de los Andes und San Carlos de Bariloche. Hier wollten wir über den Camino de los Siete Lagos fahren, der wieder die Cuarenta ist.

Aber erst mal die Piste beenden, um wieder asphaltierte Straßen zu erreichen.

Mittlerweile öfters am Straßenrand…

…aber auch wieder…

… Morgenbesuch in San Martin de los Andes….

…und dann die sieben Seen Straße. Wir ersparen Euch jetzt Bilder von allen Seen, aber ein paar nette Aufnahmen müssen halt der Vollständigkeit halber sein. Es war aber eine wunderschöne Fahrt über die Panoramastraße.

Auf diesem gut zu sehen, wie hier die Windverhältnisse sind.

Dann kam unser Ziel, San Carlos de Bariloche (oder kurz Bariloche), in Sicht.

Hier sitzen wir jetzt in einem Coffeeshop, des schnellen Internets wegen und schreiben diesen Bericht. Außerdem mussten wir hier Kaffee kaufen, da in normalen Geschäften nur Instantkaffee oder Kaffee tostado mit Zucker zu kaufen ist. Grässlich. Hier gibt es aber guten Bohnenkaffee zu kaufen. Damit ist auch für die Weiterfahrt unser Morgenkaffee gesichert. Wunderbar.

Carretera Austral

Für uns ging es, mit ausreichenden Kaffeevorräten, wieder nach Chile. Dort ist, beginnend in den 70er Jahren, eine Straße in bis dahin nur mit Schiff und Flugzeug zu erreichende Regionen gebaut worden. Die Carretera Austral, Ruta 7. Ausgangspunkt ist Puerto Montt, eine Hafenstadt am Pazifik.

Es begann aber wieder mit leichten Schwierigkeiten. Als wir nämlich unseren designierten Schlafplatz anfahren wollten, sah es dort so aus…

…und zwar kilometerlang. Es fand ein Rennwochenende statt, das tausende Fans in die Nähe der argentinisch-chilenischen Grenze zog.

Na gut, suchten wir uns eben einen anderen schönen Ort aus.

mit freundlichen Mitbewohnern.

Am nächsten Morgen ging es über die Grenze und nach nur 1,5 Stunden waren wir dann wieder in Chile.

Übernachtet haben wir in Puerto Varas, einem kleinen Touristenort kurz vor Puerto Montt, mit Strand.

Puerto Montt ist eine Großstadt im Süden Chiles, mit ca. 250.000 Einwohnern. Außerdem beginnt hier die Carretera Austral, zunächst nach ein paar Straßenkilometern mit der ersten von drei Fähretappen.

Nach einem kleinen Bummel durch die Stadt und tanken, ging es los mit der Carretera.

Die Straße war gut und die Landschaft gigantisch.

Wir erreichten Hornopirén.

Tickets für die Fähre muss man vorab im Internet buchen. Es gibt Fähren, die durch den chilenischen Staat subventioniert sind und kommerzielle Fähren, leider etwas teurer. Wir konnten keins der subventionierten Tickets ergattern, da wir keine 6 Tage warten wollten und konnten.
Um 16.00 Uhr sollten wir für die 18.00 Uhr Fähre vor Ort sein. Das schafften wir. Um 18.00 Uhr war aber immer noch keine Fähre da. Aber auch das gelang noch.

Wir warteten und warteten, die Autos waren schon lange runter, da legte die Fähre wieder ab und ankerte im Fjord. Auch ein paar andere Autos standen noch mit uns da. Keiner hatte eine Information. Na gut, mussten wir halt an der Fährstation übernachten.
Am nächsten Morgen ging es dann um 9.00 Uhr los. Wir dachten natürlich, wir kämen jetzt mit. Weit gefehlt, wir mussten aus der Reihe raus und zum Fähroffice fahren, wo wir eine Umbuchung auf die Abendfähre des heutigen Tages bekamen. Man bestätigte uns auch, dass die Fähre heute auf jeden Fall fahren wird.
Alle Verärgerung nützte wie immer nichts. Wir fuhren aus der Stadt und suchten uns ein schönes Plätzchen zu rumgammeln.

Abends funktionierte dann alles mit der Fähre und wir kamen, zwar verspätet, aber bei ruhiger See los. Leider konnte wir die Fjordlandschaft nicht mehr wirklich sehen und als wir gegen 23.00 Uhr die zweite Teiletappe hinter uns hatten, mussten wir noch 14 km im Dunkeln über die Piste fahren, die mittlerweile statt der guten Straße unser Weg war.

Wir übernachteten auf einem Parkplatz, der Ausgangspunkt für eine eigentlich einfache Wanderung zu alten Alerces Bäumen (patagonische Zypressen) sein sollte. Die Alerces sind teilweise bis zu 3.000 Jahre alt. Es gibt in einem anderen Nationalpark (sinnigerweise mit Namen Los Alerces) den ältesten Baum der Welt, mit einem Alter von über 5.000 Jahren.

Unser Wetterglück hatte uns aber verlassen. Deshalb war auch die Wanderung etwas anspruchsvoller. Es hat sich aber gelohnt.

Zurück am Auto hieß es erst mal umziehen und abtrocknen. Dann ging es richtig los mit der Ruta 7. Der erste Teil war im Pumalin Nationalpark, der durch Douglas Tompkins, dem Gründer von „The North Face“ und anderen Modelabels, begründet wurde. Er kaufte große Ländereien im Süden Chiles und spendete letztendlich die Ländereien dem Staat, der daraus einen Nationalpark machte.

Als dann die Teestraße wieder anfing, waren wir auch schon in Chalten.

Es ging weiter durch grandiose Landschaft, Richtung Coyhaique

Der kleine Ort Puyuhapi, sehr malerisch.

Dann kamen wir am Queulat Nationalpark an. Sehenswürdigkeit ist hier der hängende Gletscher, der Ventisquero Colgante.
Um den zu sehen, muss man aber eine dreistündige Wanderung absolvieren. Zu Beginn geht es über eine Hängebrücke. Der Anfang ist flach und leicht zu gehen, doch nach dieser kurzen Hoffnung geht es steil bergauf. Bäche müssen übersprungen werden und teilweise durchstiegen. Zwischendrin ein schöner Ausblick auf die Laguna Tempanos aber dann weiter steil bergauf.

Dann waren wir da.

Das Eis des Gletschers ist bis zu 200 m dick. Der Wasserfall ist rd. 600 m hoch. Gigantisch.

Wir waren ganz schön angefasst. Der Rückweg ging irgendwie beschwingter. Kann aber auch damit zusammenhängen, das es bergab ging.

Weiter ging’s durch tolle Landschaft.

Eigentlich passte sogar das Regenwetter und manchmal klarte es ja auch etwas auf.

Hier mal wieder ein Ausblick von einem unserer Schlafplätze. Im Hintergrund der Lago General Carrera, der auf argentinischer Seite Lago Buenos Aires heißt. Es ist der zweitgrößte See Südamerikas, nach dem Titicaca.

Eigentlich wollte ich eine Drohnenaufnahme von der Überquerung der Brücke am See machen, doch leider scheitern die Drohneneinsätze derzeit am Regen, am Wind oder an beidem gleichzeitig.

Der Rio Baker, bekannt durch sein türkises Wasser. Er ist der wasserreichste Fluss Chiles.

Hier fließt er mit dem Rio Neff zusammen. Bei sonnigem Wetter hätten wir die Klappstühle mitgeschleppt und das gewaltige Wasserschauspiel länger auf uns wirken lassen.

Der Zusammenfluss mit dem Rio Raballos.

Das war schon kurz vor Cochrane, unserer südlichsten Station auf der Carretera Austral. Mittlerweile war die Ruta 7 schon lange eine reine „Gravel Road“. Teilweise eine echt üble Piste. Aber immer in fantastischer Landschaft.

In Cochrane gab es einen Campingplatz, oder was sich in dieser Gegend so Campingplatz nennt, der von einem Mechaniker betrieben wurde. Das war unser Platz, da wir hinten rechts ein merkwürdiges Schleifgräusch am Sprinter hatten. Es handelte sich, nachdem das Rad unten war und Chima (wohl sein Künstlername) genau nachschaute, um einen kleinen Stein, der sich zwischen Bremsscheibe und Abdeckung gemogelt hatte. Wir waren froh, das nichts ernstes vorlag.

Ein Blick in die „Halle“ zeigt, unser Campinplatz betreibender Mechaniker handelt u.a. auch noch mit Baumaterial. Aber erst nachdem er seine Schafe rausgelassen und die Hühner gefüttert hatte. Ein Allroundtalent.

Wir wollten von Cochrane aus eigentlich über den Paso Raballos wieder nach Argentinien, um dort die nächsten Sehenswürdigkeiten anzugehen. Allerdings muss man für diesen Grenzübergang vorab einen „Passierschein“ bei der Grenzpolizei online beantragen. Wie schon in Bolivien, gelang das mit unseren IOS Geräten leider nicht. Das Risiko, nach 80 km Piste wieder zurück geschickt zu werden, war uns zu groß. Wir entschlossen uns deshalb über Chile Chico nach Argentinien zu fahren. War zwar auch alles Piste, aber der dortige Grenzübergang ist elektrifiziert, die holen sich ihre Informationen selber.

Die Piste hatte es allerdings in sich. Der bessere Teil sah so aus.

Entschädigt hat wie immer das Drumherum.

Zum Abschluss noch mal eine Laguna Verde und dann ab/zurück nach Argentinien.

Patagonien Südwest

Wieder in Argentinien. Andenüberquerungen gehen aber nicht mehr 4000 m bis 5000 m hoch, sondern eher auf 1500 m. Nach der Grenze sogar wieder auf Asphalt. Die Grenzstadt auf der argentinischen Seite, Los Antiguos, war sogar äußerst charmant. Übernachtet haben wir einfach im Ort und dort auch gut gegessen. Nach der üblen Piste auf der chilenischen Seite gönnen wir uns sozusagen ein bisschen Wellness (wir haben ja schließlich Urlaub).

Worüber man sich bei der Planung einer solchen Reise keine Gedanken macht, sind die enormen Distanzen, mit „nur“ Landschaft in Patagonien. Die Weite ist unbeschreiblich. Auch der Wind ist unbeschreiblich. Was bei uns mit einer Sturmwarnung im Fernsehen kommt, ist hier das „Morgenlüftchen“. Während der Fahrt kommt es dann öfter mal zu einem kurzen Adrenalinausstoss und beim Geradeausfahren zu einer netten Kurvenlenkung.

Die Guanacos sind bei einem Autogeräusch schreckhaft und verlassen den Straßenrand…

….während die Nandus schon deutlich cooler reagieren.

Zäune sind hier übrigens allgegenwärtig. Was die einzäunen jedoch nicht nachvollziehbar.

Orte die auf Schildern schon 100 km vorher angekündigt werden, haben oftmals nicht mehr als 10 Häuser. Es geht auch kleiner. Die einzige „Tankstelle“ auf 400 km sieht dann so aus…

…hier gab’s übrigens nur 4 Häuser. Galt aber wohl eher auch als „Raststation“.

Größer und im Umkreis von 300 km sicherster Ort zum Tanken war Gobernador Gregores. Wenn auch nicht wirklich schön, eine gute Möglichkeit sich mit allem zu versorgen.

Wir machten hier Station auf dem Weg nach El Chalten, der am schnellsten wachsenden Stadt Argentiniens. El Chalten, das Wanderparadies an den Anden, wurde im Oktober 1985 erst gegründet und hat heute 3000 bis 4000 Einwohner. Ein Touristenhotspot, eine Tagesreise von Gobernador Gregores entfernt.

Dabei leisteten wir uns einen klassischen „Selbstversenker“. Die Ruta 40 hat einen Abschnitt von über 70 km Piste, die unter Overlandern als „Maldite 73“ bekannt ist. Mancher iOverlander Nutzer gibt an, dass diese Piste nur mit 4×4 machbar ist, andere sagen 10 km sehr hart, aber machbar. Da wir eigentlich keine Lust auf mehr auf Piste hatten, entschieden wir uns für einen Umweg, aber hatten die Rechnung ohne die argentinischen Straßenbauer gemacht. 150 km vor Tres Lagos begann auch hier Piste. Die hatte es auch in sich, insbesondere, weil sie teilweise aufgeweicht war, während andere Teile extrem steinig waren. Shit Happens.

Zunächst freuten wir uns aber über eine gute Straße und passierten einen Berg, der im Volksmund El Coyote genannt wird.

War ziemlich einsam hier….

….aber mit interessanten Steinen.

Langsam rückten wir den Bergen näher….

…und kamen wieder zurück auf eine asphaltierte Straße. Unser Sprinter hatte aber eine weitere Dreckschicht aufgelegt. Hier ein Bild vor dem aufpumpen der Reifen.

Der Fitz Roy kam in Sicht. Es sah aus wie im Märchenland.

Kurz vor der Ankunft in El Chalten die windgeschützte Tankstelle. Wir mussten auf die andere Seite fahren, wo sich dann ein Rolltor vor der Dieselzapfsäule öffnete.

Übernachtet haben wir bei der Touristeninfo mit mehreren anderen Overlandern. War richtig idyllisch und mit atemberaubenden Ausblicken.

Am nächsten Morgen ging es dann für uns, bei schönem Wetter, auf eine 10 km Tour in Richtung Fitz Roy. Auch hier boten sich tolle Ausblicke.

Dann der Fitz Roy. Wahnsinn.

Hier gemeinsam mit Laguna Capri.

Franks vierzig Jahre harten Trainings auf Schreibtischstühlen bewahrten uns vor der 25 km Wanderung an die Laguna de Los Tres. Aber auch die 10 km waren sehr schön, auch sehr schön steil.
Wir hätten auch hier noch viel mehr Bildmaterial anzubieten, wollen Euch aber nicht vergraulen. Für uns ging’s am nächsten Tag weiter nach El Calafate und dem Perito Moreno Gletscher.

Zwischendrin immer mal wieder eine Polizeikontrolle. Hier die „Einlasskontrolle“ nach El Chalten.

Als erstes entfernten wir mal den Dreckpanzer vom Sprinter, dann suchten wir uns einen zentralen Schlafplatz und genossen auch hier die Gastronomie.

Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter.

Bereits sieben Kilometer vor dem Gletscher gibt es einen Mirador, von dem aus man ihn sehen kann.

Der Gletscher ist 30 km lang, 5 km breit, die sichtbare Kante über Wasser ist 55 bis 75 m hoch, mit weiteren 170 m unter Wasser. Er ist einer der wenigen Gletscher weltweit, der nicht an Masse verliert. Sein deutscher Entdecker nannte ihn übrigens Bismarck-Gletscher.

Und jetzt zum Genießen.

Das war ein Wahsinnserlebnis, das wir in die Weite Patagoniens mitnahmen.

Für uns geht es jetzt Richtung Feuerland. Übernachtet haben wir an einem Fluss mit einem überraschenden Nachbarn.

Im nächsten Beitrag geht es dann auf der anderen Seite der Magellanstraße (muss man sich auf der Zunge zergehen lassen) weiter.