Bolivien – Copacabana und La Paz

Karneval dauert hier länger. Nachdem wir in Bolivien angekommen waren, mussten wir erst wieder einen Karnevalszug mit schmetternden Trompeten und donnernden Trommeln an uns vorbei ziehen lassen, bis wir in Richtung Copacabana (am Titicaca und nicht in Rio) aufbrechen konnten. Das gab uns Zeit, Geld zu wechseln und raus zu bekommen, wo wir eine SIM Karte für Bolivien kaufen können.

Unseren Schlafplatz schlugen wir in einer ECO Lodge vor Copacabana direkt am Strand auf. Der Weg war wieder einmal steiler, als auf dem Foto zu erkennen.

Dafür war der Blick von unserem Platz auf den See ziemlich grandios.

In den Ort konnte man in einer Dreiviertelstunde am Strand lang wandern. Ging langsam, aber über 3800 meter geht alles etwas langsamer. War aber ein schöner Spaziergang, da eben.

Im Ort ging es dann natürlich wieder hoch und runter. Aber der Entel Shop für eine SIM war leider hoch oben.

Nach einem geruhsamen Tag in Copacabana incl. eines Essens am Strand, machten wir uns auf den Weg nach La Paz, das keine 200 km entfernt war. Dabei fuhren wir zunächst um den Titicaca, verbunden mit tollen Aussichten auf den See.

Unser Weg führte nach San Pedro de Tiquina, von wo aus wir eine der Holzfähren über den Titicaca nehmen wollten. Doch auch hier….

als Teilnehmer auch dabei, das örtliche Militär…

…mit etwas abgewandelten Uniformen. Nachdem der Zug, mit viel schrägem Tschingderassabum durch den Ort gezogen war, erreichten wir den „Fährhafen“.

Hier sahen wir dann auch, was uns aus dem Weltspiegel der ARD bereits bekannt war, den Stützpunkt der bolivianischen Marine. Unser Führer durch La Paz, Gert, klärte uns dann weiter über die bolivianische Sehnsucht nach einem eigenen Meereszugang auf. Bolivien hatte diesen nämlich in einem Krieg mit Chile verloren. Ein Kriegsschiff und eine Marinetruppe stehen jedenfalls bereit.

So sieht das dann aus, wenn auch LKW und Busse auf den „Fähren“ den Titicaca befahren.

Wir waren jedenfalls froh, alles unbeschadet überstanden zu haben, selbst die Rückwärtsfahrt von der Fähre.

La Paz liegt in einem Talkessel auf ca. 3200 m Höhe. Es ist mit der Zeit aus diesem Kessel etwas herausgewachsen woraus die Stadt El Alto (die Hohe, ca. 4100 m über Meeresspiegel) entstanden ist, die heute größer als La Paz ist (La Paz ca. 800T Einwohner, El Alto ca. 1,2 Mio.). Durch El Alto mussten wir durchfahren, um unseren Campspot bei dem Hotel Oberland erreichen zu können. Davon gibt es leider keine Bilder, da diese Fahrt der reinste Horror war. An jeder Ampel verkeilte sich der Verkehr, weil von allen Seiten Autos versuchten einen Platz gut zu machen, oder in den laufenden Verkehr reinzudrängen. Zu allem Überfluss kamen noch ein paar Umleitungen auf schmalere Nebenstraßen, auf denen auch noch ein Markt stattfand. Es war unbeschreiblich und dauerte für vielleicht 7 bis 8 km rd. 2 Stunden. Danach waren wir beide verkrampft und ziemlich fertig.

Bei der Abfahrt nach La Paz ergaben sich aber schon wieder erstaunliche Ansichten

Es war auch gut, dass auf iOverlander ein Deutscher, der schon seit 40 Jahren in La Paz lebt, als super Fremdenführer für La Paz angepriesen wurde. Wir schickten Gert eine WhatsApp, auf die er auch umgehend reagierte und so trafen wir uns schon am Abend zur Vorbesprechung, die mit unserem Landebier zusammenfiel.

Am nächsten Morgen um 9.00 Uhr ging es dann zunächst mit dem Taxi los bis zur nächsten Seilbahnstation. Die Teleferico ist das Nahverkehrssystem von La Paz, das die U-Bahn ersetzt, die nicht realisierbar wäre. Es gibt insgesamt sieben Linien, von denen wir fünf zum größten Teil befuhren.

Doch jetzt genug geschrieben, hier kommen die Impressionen einer faszinierenden Großstadt. Teilweise erlebt aus der Vogelperspektive. Wir sind allerdings auch mehr als 10 km zu Fuß unterwegs gewesen.

Übrigens, alles bis zur oberen Kante ist La Paz, ab der Kante El Alto.

Gestartet sind wir mit der grünen Linie, umgestiegen in die gelbe, die uns nach El Alto gebracht hat. In El Alto haben wir die rote Linie genutzt, bis wir mit der lila Linie wieder nach unten gefahren sind.
Hier der Blick von El Alto auf La Paz.

In El Alto besuchten wir den Schamanenmarkt, die sich allerdings nicht so gerne fotografieren lassen, und den Hexenmarkt. Es gibt dazu zwar auch in La Paz Gegenstücke, die sind nach Auskunft von Gerd allerdings viel stärker touristisch. Hier der erste Blick auf den Schamanenmarkt, noch aus der roten Gondel.

Und dann ab ins Getümmel…

Die hier zu sehenden Lama-Föten gehören unter jedes bolivianische Haus.

Danach ging es wieder runter. Mittagessen war angesagt. Es gab die, nach Gerts Meinung, besten Salteñas der Stadt. Salteñas sind ähnlich wie Empanadas, mit Fleisch/Fisch und Gemüse gefüllte Teigtaschen. Schmecken klasse, sind aber für Anfänger nicht fehlerfrei, sprich ohne Sauerei, zu essen, da sie teilweise flüssig gefüllt sind.

Bevor es zum Abschluss der Tour auf die Plaza Murillo ging, meinte Gert, er müsse uns unbedingt noch die Calle Jaén zeigen, da andernfalls irgendwann jemand uns fragen würde, ob wir da gewesen seien.

Am Ende der Calle befindet sich das Atelier und die Galerie von Roberto Mamani Mamani, dem berühmtesten zeitgenössischen Maler Boliviens.

Hier gibt es einen Laden, in dem es ihn (dessen Namen man nicht (mehr) aussprechen darf) zu kaufen gibt

Mit dem Bus, so einem bunten alten, ging es dann noch auf einen Aussichtspunkt, von dem man auch das berüchtigte (wegen seiner Höhe) Nationalstadion zu sehen war…

von dort aus ging es zu Fuß zur Plaza Molinar.

Zum Abschluss, das Parlamentsgebäude. Vorne das alte, dahinter das neue. Ihr könnt selber entscheiden, welches mehr Stil hat.

Ein wunderbarer Tag ging zu Ende, so wie dieser Blogbeitrag. Zurück ging’s wieder mit Seilbahn und Taxi.

Die Lagunenroute

Die Lagunenroute ist wohl für jeden Panamericanareisenden ein absolutes Highlight. Wir könnten jetzt versuchen, einen Text über das Unbeschreibliche abzuliefern. Wir könnten über mörderische Pisten schreiben oder über die Höhe, die an die 5000 m heranreicht. Wir müssten aber auch über die schönsten Schlafplätze berichten, die man überhaupt haben kann, über Landschaften, wie man sie nur hier sehen kann. Wir werden einfach eine Auswahl der über 400 Bilder sprechen lassen, die wir in dieser atemberaubenden Landschaft (zweifach richtig) gemacht haben.

Also, Luft (aus den Reifen) ablassen und los.

Der Beginn.

Unser erster und bis dahin schönster Schlafplatz.

Der Besuch morgens.

Das Valle Anaconda, ein kleiner Abstecher von der Hauptroute.

Das Valle de Roca.

Bewohner, hier weiß man wenigstens noch was sie fressen, das ändert sich im Verlauf der Route.

Villa Mar, die einzige Ansiedlung hier oben….

….aber mit Fußballplatz.

Ein paar – für uns – außergewöhnliche Bewohner.

Immer wieder holten uns zwischendrin auch Wolkenfelder ein. Manchmal hatten wir auch einen kurzen Regenschauer, manchmal konnten wir sehen, wie neben uns ein Regenschauer niederging. Die Temperaturen lagen tagsüber bei 11° bis 12° und Nachts bei -2°.

Dann hatten wir unser Tagesziel vor Augen, die Laguna Colorada.

Allerdings konnten wir sie nicht gewünscht erreichen, da die Piste um die Laguna herum gesperrt war. Die Umwelt musste sich von Leuten wie uns, vor allem aber vor den zahlreichen Ausflugsjeeps, erholen. Ein freundlicher Ranger schickte uns auf einen großen Umweg, so dass wir entgegen unserer Vorsätze sogar im dunkeln fahren mussten, um unseren Schlafplatz zu erreichen. Haben wir auch noch hinbekommen und wurden am nächsten Morgen belohnt.

Allerdings bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Weiter gehts und hier ist schon schwieriger zu erkennen, wovon sich die Vicuñas ernähren

Wir erreichten Geysirfelder in 4840 m Höhe.

Die Lagune Chalviri, Ziel aller Ausflugsjeeps. Hier kann man in Thermalquellen baden. Wir diskutierten, ob wir hier, auf annähernd 5000 m übernachten sollten, obwohl wir bereits um zwei Uhr hier waren. Da Frank aber immer noch durch die Höhe leicht angeschlagen war, entschieden wir uns dagegen und sind noch ein wenig weitergefahren bis zu den Lagunen Blanca und Verde.
Die unterschiedlichen Farben der Lagunen ergeben sich übrigens durch unterschiedliche Mineralien und Bakterien, die in ihnen vorkommen.

Die Laguna Blanca

Unser absolut unschlagbar genialer Übernachtungsplatz zwischen Laguna Verde und Laguna Blanca.

Eine letzte Laguna vor dem Ausgang des Nationalparks und der bolivianisch-chilenischen Grenze.

Jetzt noch wieder Straßendruck auf die Reifen und….

….dann 2000 m runter nach San Pedro de Atacama…

Ein letzter Blick zurück

Es war eine einmalige Erfahrung für uns. Anstrengend für Mensch und Maschine, aber großartig.

Die Atacama

Wir hatten drei anstrengende Tage auf der Lagunenroute hinter uns gebracht. Drei Tage, in denen wir (abzgl. An- und Abfahrt auf Asphalt) rd. 300 km geschafft haben, obwohl wir immer ca. acht Stunden gefahren sind. Unser Ersatzkanister war leer. Durchschnittsverbrauch war über 20 Liter. Trinkwasser hatten wir noch genug, aber das Gemüse war alle.

Kurz und gut, es war Zeit ein wenig von ruppigen Offroad Strecken zu entspannen. Zuerst mussten aber die normalen Dinge nach einem Grenzübergang erledigt werden, als da wären Geld tauschen und Internetverbindung herstellen. Dies taten wir, ebenso wie einkaufen in San Pedro de Atacama, einem kleinen, sehr touristischen Örtchen. San Pedro ist Ausgangspunkt für sowohl die ein- und mehrtägigen Ausflüge auf die Lagunenroute, als auch beispielsweise das Valle de la Luna oder die anderen Wüsten- und Gebirgsrouten.

Wir gönnten uns auch ein kleines Almuerzo in einem netten Lokal an der Plaza Mayor.

Dann ging es raus zum Andes Nomad Camp, Servicetag mit Wäschewaschen war angesagt. Der Ausblick konnte sich auch dort, an einem Salar, sehen lassen.

Netter Platz.

Nach zwei Nächten ging es dann für uns erholt weiter in das Valle de la Luna.

Im Nationalpark ist alles streng reguliert. Schneller als 20 darf man beispielsweise nicht fahren. Auch Wanderungen haben einen Anfangs- und einen Endpunkt und man darf nur in einer Richtung laufen. Das war uns anfangs nicht klar, wurde uns aber im Laufe unserer Wanderung von einem Ranger erklärt.

Wanderungen bei über 30°C durch lockeren Sand sind allerdings eh nicht die reine Freude, so dass wir nach der ersten (ca. 45 Min.) keine weitere folgen ließen.

Der Ausblick, nachdem wir dann den Mirador erreichten, entschädigte.

Den Rest des Valle schauten wir uns vom Auto aus an. Hängt wahrscheinlich auch damit zusammen , dass wir auf der Lagunenroute deutlich spektakuläreres gesehen hatten.

Unser Weg führte uns jetzt in die Atacama.

Nach Antofagasta erreichten wir wieder mal einen Punkt, an dem wir (oder besser gesagt Frank) dringend den Sprinter fotografieren mussten. Das Kunstwerk „El Mano del Desierto“, von Mario Irarrázabal.

Et voilá…

Schnell waren wir übrigens wieder auf über 2000 m.

Ebenso schnell aber auch wieder annähernd auf Meereshöhe….

…bevor wir dann tatsächlich wieder am Pazifik waren. Nannte sich hier übrigens (übersetzt) Straße der Wüste, Küstenzirkel.

Geschlafen haben wir zwischendrin mal wieder an einem Trucker-Stop und nach diesem Tag an einem netten Camping mit warmer Dusche (leider keine Bilder), weder vom Camping noch von der Dusche 😜.

Paso San Francisco

Es war von Anfang an unser Plan, zwischen Chile und Argentinien zu wechseln. Dafür boten sich im Norden mehrere Pässe an. Beispielsweise hätten wir gleich von San Pedro aus wieder hoch fahren können. Dazu fehlte uns aber der Drive. Lange Rede kurzer Sinn, wir hatten uns den Paso San Francisco ausgewählt, da bei Frank irgendwas bei dem Namen klingelte. Vorstellungen hatten wir aber keine. Der Paso San Francisco liegt auf 4726 m (wieder mal). Als wir losfuhren war klar, dass die nächsten fast 500 km keine Tankstelle oder andere Versorgung zur Verfügung stand. Der Ersatzkanister war also wieder gefüllt.

Dann ging es los und einer der schönsten Tage dieser Reise und in unserem Leben begann.

Grüne Berge, gelbe Berge, beige Berge, rote Berge, lila Berge, es war eine Pracht. Hinter jeder Kurve ein neues Ahh….
Leider können die Bilder das majestätische nur unzureichend rüber bringen.

Zwischendrin ein Fluss und Schwefelablagerungen.

Unser Weg.

Ab und zu gab es auch mal ein paar Bewohner.

Dann kamen wir an einen Salar und die chilenische Grenzstation.

Die Abwicklung war problemlos, Ausstempeln des Passes und Ausfuhr des Autos benötigten kaum 20 Minuten. Dann sagte uns die Frau an der Migracion allerdings, dass die argentinischen Kollegen um 17.00 Uhr ihren Laden dichtmachen. Es war zwar erst 15.00 Uhr, aber die argentinische Grenzstation war 150 km entfernt. Das hieß Gas geben und hoffen, dass die Straße gut ist.

War sie, ebenso wie die Natur außen rum.

Dann kam die Laguna Verde. Das türkiseste Türkis, dass wir bisher in der Natur gesehen haben. Unglaublich.

Das mussten wir erstmal auf uns wirken lassen. Sollten wir hier oben deswegen übernachten müssen, dann war es eben so. Wir wären dann zurückgefahren und hätten hier übernachtet.

Wir waren am höchsten Punkt angelangt.

Kurz einen Sticker hinterlassen und weiter. Jetzt ging es zwar runter, aber die Ahhs und Ohhs wurden nicht weniger.

Uns erwartete der bisher schönste Grenzübergang unseres Lebens. Er liegt am Rande dieses Salars.

Wir waren um kurz vor 17.00 Uhr eingetroffen. Auch hier ging alles schnell und unkompliziert und um zwanzig nach fünf waren wir in Argentinien.

Mit dem Wahnsinn ging es auch ungebrochen weiter.

Die Berge hier wirkten fast wie lackiert im Sonnenschein.

Die Wolken passten dazu.

Wir wollten noch unter 3000 m kommen, um besser schlafen zu können, das war auch möglich, da die Sonne hier mindestens eineinhalb Stunden später untergeht, als beispielsweise in Ecuador.

Als wir einen guten Schlafplatz an einem Fluss fanden, waren wir sogar schon knapp unter 2000 m. Da schmeckte das Landebier erst recht gut.

Morgen gehts dann richtig nach Argentinien, unserem sechsten Land in Südamerika. Wir freuen uns darauf. Ein Wahnsinnstag liegt hinter uns. Wir mussten erst mal wieder ein bisschen runterkommen. Es war toll.

Carretera Austral

Für uns ging es, mit ausreichenden Kaffeevorräten, wieder nach Chile. Dort ist, beginnend in den 70er Jahren, eine Straße in bis dahin nur mit Schiff und Flugzeug zu erreichende Regionen gebaut worden. Die Carretera Austral, Ruta 7. Ausgangspunkt ist Puerto Montt, eine Hafenstadt am Pazifik.

Es begann aber wieder mit leichten Schwierigkeiten. Als wir nämlich unseren designierten Schlafplatz anfahren wollten, sah es dort so aus…

…und zwar kilometerlang. Es fand ein Rennwochenende statt, das tausende Fans in die Nähe der argentinisch-chilenischen Grenze zog.

Na gut, suchten wir uns eben einen anderen schönen Ort aus.

mit freundlichen Mitbewohnern.

Am nächsten Morgen ging es über die Grenze und nach nur 1,5 Stunden waren wir dann wieder in Chile.

Übernachtet haben wir in Puerto Varas, einem kleinen Touristenort kurz vor Puerto Montt, mit Strand.

Puerto Montt ist eine Großstadt im Süden Chiles, mit ca. 250.000 Einwohnern. Außerdem beginnt hier die Carretera Austral, zunächst nach ein paar Straßenkilometern mit der ersten von drei Fähretappen.

Nach einem kleinen Bummel durch die Stadt und tanken, ging es los mit der Carretera.

Die Straße war gut und die Landschaft gigantisch.

Wir erreichten Hornopirén.

Tickets für die Fähre muss man vorab im Internet buchen. Es gibt Fähren, die durch den chilenischen Staat subventioniert sind und kommerzielle Fähren, leider etwas teurer. Wir konnten keins der subventionierten Tickets ergattern, da wir keine 6 Tage warten wollten und konnten.
Um 16.00 Uhr sollten wir für die 18.00 Uhr Fähre vor Ort sein. Das schafften wir. Um 18.00 Uhr war aber immer noch keine Fähre da. Aber auch das gelang noch.

Wir warteten und warteten, die Autos waren schon lange runter, da legte die Fähre wieder ab und ankerte im Fjord. Auch ein paar andere Autos standen noch mit uns da. Keiner hatte eine Information. Na gut, mussten wir halt an der Fährstation übernachten.
Am nächsten Morgen ging es dann um 9.00 Uhr los. Wir dachten natürlich, wir kämen jetzt mit. Weit gefehlt, wir mussten aus der Reihe raus und zum Fähroffice fahren, wo wir eine Umbuchung auf die Abendfähre des heutigen Tages bekamen. Man bestätigte uns auch, dass die Fähre heute auf jeden Fall fahren wird.
Alle Verärgerung nützte wie immer nichts. Wir fuhren aus der Stadt und suchten uns ein schönes Plätzchen zu rumgammeln.

Abends funktionierte dann alles mit der Fähre und wir kamen, zwar verspätet, aber bei ruhiger See los. Leider konnte wir die Fjordlandschaft nicht mehr wirklich sehen und als wir gegen 23.00 Uhr die zweite Teiletappe hinter uns hatten, mussten wir noch 14 km im Dunkeln über die Piste fahren, die mittlerweile statt der guten Straße unser Weg war.

Wir übernachteten auf einem Parkplatz, der Ausgangspunkt für eine eigentlich einfache Wanderung zu alten Alerces Bäumen (patagonische Zypressen) sein sollte. Die Alerces sind teilweise bis zu 3.000 Jahre alt. Es gibt in einem anderen Nationalpark (sinnigerweise mit Namen Los Alerces) den ältesten Baum der Welt, mit einem Alter von über 5.000 Jahren.

Unser Wetterglück hatte uns aber verlassen. Deshalb war auch die Wanderung etwas anspruchsvoller. Es hat sich aber gelohnt.

Zurück am Auto hieß es erst mal umziehen und abtrocknen. Dann ging es richtig los mit der Ruta 7. Der erste Teil war im Pumalin Nationalpark, der durch Douglas Tompkins, dem Gründer von „The North Face“ und anderen Modelabels, begründet wurde. Er kaufte große Ländereien im Süden Chiles und spendete letztendlich die Ländereien dem Staat, der daraus einen Nationalpark machte.

Als dann die Teestraße wieder anfing, waren wir auch schon in Chalten.

Es ging weiter durch grandiose Landschaft, Richtung Coyhaique

Der kleine Ort Puyuhapi, sehr malerisch.

Dann kamen wir am Queulat Nationalpark an. Sehenswürdigkeit ist hier der hängende Gletscher, der Ventisquero Colgante.
Um den zu sehen, muss man aber eine dreistündige Wanderung absolvieren. Zu Beginn geht es über eine Hängebrücke. Der Anfang ist flach und leicht zu gehen, doch nach dieser kurzen Hoffnung geht es steil bergauf. Bäche müssen übersprungen werden und teilweise durchstiegen. Zwischendrin ein schöner Ausblick auf die Laguna Tempanos aber dann weiter steil bergauf.

Dann waren wir da.

Das Eis des Gletschers ist bis zu 200 m dick. Der Wasserfall ist rd. 600 m hoch. Gigantisch.

Wir waren ganz schön angefasst. Der Rückweg ging irgendwie beschwingter. Kann aber auch damit zusammenhängen, das es bergab ging.

Weiter ging’s durch tolle Landschaft.

Eigentlich passte sogar das Regenwetter und manchmal klarte es ja auch etwas auf.

Hier mal wieder ein Ausblick von einem unserer Schlafplätze. Im Hintergrund der Lago General Carrera, der auf argentinischer Seite Lago Buenos Aires heißt. Es ist der zweitgrößte See Südamerikas, nach dem Titicaca.

Eigentlich wollte ich eine Drohnenaufnahme von der Überquerung der Brücke am See machen, doch leider scheitern die Drohneneinsätze derzeit am Regen, am Wind oder an beidem gleichzeitig.

Der Rio Baker, bekannt durch sein türkises Wasser. Er ist der wasserreichste Fluss Chiles.

Hier fließt er mit dem Rio Neff zusammen. Bei sonnigem Wetter hätten wir die Klappstühle mitgeschleppt und das gewaltige Wasserschauspiel länger auf uns wirken lassen.

Der Zusammenfluss mit dem Rio Raballos.

Das war schon kurz vor Cochrane, unserer südlichsten Station auf der Carretera Austral. Mittlerweile war die Ruta 7 schon lange eine reine „Gravel Road“. Teilweise eine echt üble Piste. Aber immer in fantastischer Landschaft.

In Cochrane gab es einen Campingplatz, oder was sich in dieser Gegend so Campingplatz nennt, der von einem Mechaniker betrieben wurde. Das war unser Platz, da wir hinten rechts ein merkwürdiges Schleifgräusch am Sprinter hatten. Es handelte sich, nachdem das Rad unten war und Chima (wohl sein Künstlername) genau nachschaute, um einen kleinen Stein, der sich zwischen Bremsscheibe und Abdeckung gemogelt hatte. Wir waren froh, das nichts ernstes vorlag.

Ein Blick in die „Halle“ zeigt, unser Campinplatz betreibender Mechaniker handelt u.a. auch noch mit Baumaterial. Aber erst nachdem er seine Schafe rausgelassen und die Hühner gefüttert hatte. Ein Allroundtalent.

Wir wollten von Cochrane aus eigentlich über den Paso Raballos wieder nach Argentinien, um dort die nächsten Sehenswürdigkeiten anzugehen. Allerdings muss man für diesen Grenzübergang vorab einen „Passierschein“ bei der Grenzpolizei online beantragen. Wie schon in Bolivien, gelang das mit unseren IOS Geräten leider nicht. Das Risiko, nach 80 km Piste wieder zurück geschickt zu werden, war uns zu groß. Wir entschlossen uns deshalb über Chile Chico nach Argentinien zu fahren. War zwar auch alles Piste, aber der dortige Grenzübergang ist elektrifiziert, die holen sich ihre Informationen selber.

Die Piste hatte es allerdings in sich. Der bessere Teil sah so aus.

Entschädigt hat wie immer das Drumherum.

Zum Abschluss noch mal eine Laguna Verde und dann ab/zurück nach Argentinien.

Patagonien Südwest

Wieder in Argentinien. Andenüberquerungen gehen aber nicht mehr 4000 m bis 5000 m hoch, sondern eher auf 1500 m. Nach der Grenze sogar wieder auf Asphalt. Die Grenzstadt auf der argentinischen Seite, Los Antiguos, war sogar äußerst charmant. Übernachtet haben wir einfach im Ort und dort auch gut gegessen. Nach der üblen Piste auf der chilenischen Seite gönnen wir uns sozusagen ein bisschen Wellness (wir haben ja schließlich Urlaub).

Worüber man sich bei der Planung einer solchen Reise keine Gedanken macht, sind die enormen Distanzen, mit „nur“ Landschaft in Patagonien. Die Weite ist unbeschreiblich. Auch der Wind ist unbeschreiblich. Was bei uns mit einer Sturmwarnung im Fernsehen kommt, ist hier das „Morgenlüftchen“. Während der Fahrt kommt es dann öfter mal zu einem kurzen Adrenalinausstoss und beim Geradeausfahren zu einer netten Kurvenlenkung.

Die Guanacos sind bei einem Autogeräusch schreckhaft und verlassen den Straßenrand…

….während die Nandus schon deutlich cooler reagieren.

Zäune sind hier übrigens allgegenwärtig. Was die einzäunen jedoch nicht nachvollziehbar.

Orte die auf Schildern schon 100 km vorher angekündigt werden, haben oftmals nicht mehr als 10 Häuser. Es geht auch kleiner. Die einzige „Tankstelle“ auf 400 km sieht dann so aus…

…hier gab’s übrigens nur 4 Häuser. Galt aber wohl eher auch als „Raststation“.

Größer und im Umkreis von 300 km sicherster Ort zum Tanken war Gobernador Gregores. Wenn auch nicht wirklich schön, eine gute Möglichkeit sich mit allem zu versorgen.

Wir machten hier Station auf dem Weg nach El Chalten, der am schnellsten wachsenden Stadt Argentiniens. El Chalten, das Wanderparadies an den Anden, wurde im Oktober 1985 erst gegründet und hat heute 3000 bis 4000 Einwohner. Ein Touristenhotspot, eine Tagesreise von Gobernador Gregores entfernt.

Dabei leisteten wir uns einen klassischen „Selbstversenker“. Die Ruta 40 hat einen Abschnitt von über 70 km Piste, die unter Overlandern als „Maldite 73“ bekannt ist. Mancher iOverlander Nutzer gibt an, dass diese Piste nur mit 4×4 machbar ist, andere sagen 10 km sehr hart, aber machbar. Da wir eigentlich keine Lust auf mehr auf Piste hatten, entschieden wir uns für einen Umweg, aber hatten die Rechnung ohne die argentinischen Straßenbauer gemacht. 150 km vor Tres Lagos begann auch hier Piste. Die hatte es auch in sich, insbesondere, weil sie teilweise aufgeweicht war, während andere Teile extrem steinig waren. Shit Happens.

Zunächst freuten wir uns aber über eine gute Straße und passierten einen Berg, der im Volksmund El Coyote genannt wird.

War ziemlich einsam hier….

….aber mit interessanten Steinen.

Langsam rückten wir den Bergen näher….

…und kamen wieder zurück auf eine asphaltierte Straße. Unser Sprinter hatte aber eine weitere Dreckschicht aufgelegt. Hier ein Bild vor dem aufpumpen der Reifen.

Der Fitz Roy kam in Sicht. Es sah aus wie im Märchenland.

Kurz vor der Ankunft in El Chalten die windgeschützte Tankstelle. Wir mussten auf die andere Seite fahren, wo sich dann ein Rolltor vor der Dieselzapfsäule öffnete.

Übernachtet haben wir bei der Touristeninfo mit mehreren anderen Overlandern. War richtig idyllisch und mit atemberaubenden Ausblicken.

Am nächsten Morgen ging es dann für uns, bei schönem Wetter, auf eine 10 km Tour in Richtung Fitz Roy. Auch hier boten sich tolle Ausblicke.

Dann der Fitz Roy. Wahnsinn.

Hier gemeinsam mit Laguna Capri.

Franks vierzig Jahre harten Trainings auf Schreibtischstühlen bewahrten uns vor der 25 km Wanderung an die Laguna de Los Tres. Aber auch die 10 km waren sehr schön, auch sehr schön steil.
Wir hätten auch hier noch viel mehr Bildmaterial anzubieten, wollen Euch aber nicht vergraulen. Für uns ging’s am nächsten Tag weiter nach El Calafate und dem Perito Moreno Gletscher.

Zwischendrin immer mal wieder eine Polizeikontrolle. Hier die „Einlasskontrolle“ nach El Chalten.

Als erstes entfernten wir mal den Dreckpanzer vom Sprinter, dann suchten wir uns einen zentralen Schlafplatz und genossen auch hier die Gastronomie.

Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter.

Bereits sieben Kilometer vor dem Gletscher gibt es einen Mirador, von dem aus man ihn sehen kann.

Der Gletscher ist 30 km lang, 5 km breit, die sichtbare Kante über Wasser ist 55 bis 75 m hoch, mit weiteren 170 m unter Wasser. Er ist einer der wenigen Gletscher weltweit, der nicht an Masse verliert. Sein deutscher Entdecker nannte ihn übrigens Bismarck-Gletscher.

Und jetzt zum Genießen.

Das war ein Wahsinnserlebnis, das wir in die Weite Patagoniens mitnahmen.

Für uns geht es jetzt Richtung Feuerland. Übernachtet haben wir an einem Fluss mit einem überraschenden Nachbarn.

Im nächsten Beitrag geht es dann auf der anderen Seite der Magellanstraße (muss man sich auf der Zunge zergehen lassen) weiter.

Feuerland – Fin del Mundo

Die Überquerung der Magellanstraße war ein besonderes Erlebnis. Bisher kannten wir die nur aus dem Atlas und aus Abenteuergeschichten.

Feuerland, unsere Reise entlang der Panamericana näherte sich ihrem Ende. Hier fallen die Anden ins Meer und hier befindet sich auch Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt.

Zunächst gab es aber nicht die dramatische Änderung der Landschaft, wie sie in unserer Vorstellung war. Auch die Tierwelt war erst mal die gleiche.

Feuerland ist ja bekannt dafür, dass eine Menge Schiffe hier untergegangen sind, Stichwort Kap Horn, wir trafen allerdings zuerst auf ein anderes Wrack.

Da wir an der Fähre etwas länger warten mussten, war Ushuaia an diesem Tag nicht mehr erreichbar. Wir übernachteten stattdessen in Rio Grande, einer größeren Stadt, die im Zuge von Erdöl-Funden entstanden ist und heute von ihrer großen Vergangenheit lebt. Hier haben wir bei dem südlichsten „Mexikaner“ der Welt echt gute Tacos gegessen und an der zentralen Plaza übernachtet.

Am nächsten Morgen wollten wir dann ein echtes Wrack besuchen und bogen von der (guten) Ruta 3 auf eine Ruta Provincial ab, was gleichzeitig Piste bedeutete. Hier sah es gleich so aus, wie es unserer Vorstellung von Feuerland entsprach.

Die leck geschlagene Desdemona, ursprünglich für die Hamburg-Chicago-Linie unterwegs, wurde in einem Sturm von ihrem Kapitän 1985 bewusst auf Grund gelegt, um das Leben ihrer Besatzung zu retten. Sämtliche Versuche sie wieder flott zu machen scheiterten und so ist aus ihr eine „Sehenswürdigkeit“ geworden.

Nicht nur das Wrack, sondern auch die 90 Kilometer Piste hin und zurück waren ein toller Abstecher und jedes Klappern und Ruckeln wert.

Zurück auf der Ruta 3 kamen wir dann den Bergen wieder näher und die Landschaft wurde wieder spektakulärer.

Und dann waren wir da. Ushuaia, Fin del Mundo. Wegen dieses Fotos waren wir rund 15.000 Kilometer gefahren 😜.

Verewigt, mit Sticker, hat uns Andrea dann auch gleich.

…war schattig hier.

Von Ushuaia starten die Touren in die Antarktis. Die Saison war jetzt aber schon zu Ende und die letzten Schiffe kamen aus der Antarktis zurück. Die Stadt selber ist ein wenig touristisch und hat eine „Shoppingmeile“ mit unglaublich vielen Andenkenläden und dem südlichsten Hard Rock Café der Welt.

Mitten im Hafen liegt ebenfalls ein Wrack. Es handelt sich um einen Rettungskutter, der während einer Bergeaktion havarierte und im Hafen von Ushuaia auf Grund gelegt wurde.

In Ushuaia haben wir dann auch für zwei Nächte (und Tage) eine Auszeit vom Camperleben genommen und im Hotel übernachtet. Allerdings war das Wetter für ein paar Tage viel besser als erwartet und wir hatten tagsüber fast 15°. Na ja, war trotzdem ganz schön mal mit geheizter Dusche usw.

Wir haben uns auch über die Auswahl an Restaurants gefreut und vor allem endlich mal eine Disco gegessen. Meeresfrüchte mit Reis, göttlich. Disco ist übrigens die Pfanne.

Nach dieser Pause ging es noch in den Nationalpark Tierra del Fuego mit dem Ende der Ruta 3 und damit dem Ende der Panamericana.

Das Schild konnten wir leider nicht „ungestört“ fotografieren. Eine Demo der Mitarbeiter des Nationalparks, die sich gegen Entlassungen der neuen Regierung Milei richtete, fand statt und auch wir unterzeichneten die Petition.

Danach wanderten wir noch ein wenig, bevor wir, jetzt endgültig, nach Norden losfuhren.

Das südlichste Postamt der Welt war leider geschlossen.

Nach einer letzten Übernachtung in Ushuaia, diesmal im Camper am Hafen, ging es dann auf den langen Weg nach Montevideo. Jetzt waren es übrigens die erwarteten 2° C.

Ruta 3

Auf der Ruta 3 sind es 3079 Kilometer nach Buenos Aires, wie man dem Schild im Nationalpark entnehmen konnte. Meist führt die Strecke am Atlantik entlang. Nochmals mussten wir über die Grenze nach Chile und dann wieder nach Argentinien.

Dabei sind wir doch glatt einmal am chilenischen Grenzposten vorbeigefahren. Sah aus wie eine aufgegebene Mautstation. Ein Blick auf die Karte zeigte uns dann aber… Mist, wir müssen zurück.

Die Grenzer erwarteten uns schon grinsend. Zum Glück waren alle gut drauf und nach insgesamt (für beide Grenzübergänge) einer Stunde waren wir dann in Argentinien, das wir erst wieder in Richtung Uruguay verlassen werden.

In Patagonien, wir hatten es glaube ich schon einmal erwähnt, sind die Distanzen einfach riesig. Auf der Ruta 3, die asphaltiert ist, ging es zwar zügig voran, aber geradeaus mussten wir meistens eine Kurve lenken. Es gibt ein Verkehrsschild, dass die Situation gut beschreibt.

Übernachtet haben wir wieder in Pescazaike, dem Platz mit dem Stinktier, bevor es in den Nationalpark Monte Leon ging. Hier wollten wir Seelöwen, vor allem aber eine Pinguinera besuchen. Es ging über eine eindrucksvolle Piste direkt an die Küste. Zuerst noch mit dem Auto und dann zu Fuß.

Dann waren wir bei den Pinguinen. Die kleinen erkannte man an den letzten Federn, die sie noch trugen.

Wir kamen den Nestern wirklich sehr nahe.

Es war ein tolles Schauspiel, das sich uns bot. Pinguine, die aus dem Meer kamen, Pinguine, die zu ihren Nestern watschelten, Pinguine, die in ihren Nestern lagen und alles super nahe.

Auf einem Felsen in der Nähe waren die Seelöwen.

Übernachtet haben wir dann im Nationalpark mit diesem Ausblick.

Am nächsten Morgen ging es weiter durch Patagonien.

Unser nächster Übernachtungsplatz. Als die Flut kam, verschwanden die Riffs unter Wasser.

Und am nächsten Morgen sah es dann so aus.

Die Städte wurden langsam etwas größer, man kann erahnen woran das liegt. Ab es gab noch nicht viele von ihnen.

Auf einmal…

Nichts wie rausgefahren und das Schauspiel genießen. Es waren tatsächlich Wale auf ihrer Wanderung.

Zwar nicht wirklich nah, aber gut zu sehen. Wahnsinn…

Es ging weiter in den Norden, die Temperaturen stiegen auf 20° und mehr. Das Wetter war für mehrere Tage gut, bis wir die Halbinsel Valdez erreichten, die unser letztes großes Naturhighlight werden sollte.

An diesem Tag Regen, starker Wind und nur noch 5°. Mist! Im Visitorcenter haben sie uns gleich gesagt, dass an den meisten guten Tierbeobachtungsplätzen bei diesem Wetter nichts geht. Gut, das ersparte uns 140 Kilometer Pisten, aber andererseits beraubte es uns auch der Möglichkeit Orcas zu sehen. Als uns die Rangerin aber auch noch sagte, dass dies im April eh unwahrscheinlich sei, waren wir wieder guter Dinge. Immerhin konnten wir Puerto Pyramides und die dortige Seelöwenkolonie besuchen, die sehr viele Jungtiere beheimatet.

Der Blick auf den kleinen Ort, mit Fußballplatz.

Am nächsten Tag war das Wetter wieder besser und es ging weiter auf der Ruta 3, durch eine immer gleiche Landschaft. Man könnte meinen, das wäre öde. Tatsächlich ist die Weite der Landschaft aber faszinierend.

Es gibt auch Unterbrechungen.

Hier mal wieder ein besonders schöner Übernachtungsplatz an einem See.

Zwischendrin sah die Straße auch immer mal wieder so aus. Zusammen mit enormen Seitenwind war das kein Vergnügen.

Unsere Nachbarn an einem weiteren schönen Übernachtungsplatz. Was aber am Tag ein lässiger Platz schien, entwickelte sich nachts zur Partymeile. Party wurde in den Autos gefeiert, die versuchten, den jeweiligen Nachbarn mit ihrer Musik zu übertönen. War nicht schön und endete erst gegen halb drei.

Übernächtigt ging es dann am nächsten Morgen zur Grenze nach Uruguay. Einer Grenze, die ganz anders war als die anderen, die wir bisher überquert haben. Keine Migration der Argentinier und der Zoll kam ans Auto um das TIP (temporäre Einfuhrbescheinigung für das Auto) abzuholen. Erst wollten wir dem Typ das gar nicht geben und danach waren wir irgendwie verunsichert. Nachfragen, die uns dann beruhigten, dauerten, so dass wir über eine Stunde für diesen Grenzübertritt brauchten. Aber dann waren wir im letzten Land unserer Südamerikareise.