Bis an die Grenze der EU

Unser Weg führt uns diesmal durch Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Türkei bis nach Georgien und von da aus auch nach Armenien. Zurück wissen wir derzeit noch nicht genau, welche Route wir, nach der Türkei, nehmen werden.

Zuerst begann aber alles etwas später als gedacht, da Andrea eine massive Glaskörperablösung im Auge hatte und sie dies zunächst prüfen lassen wollte. Sonntags in der Uni-Klinik dauerte dies fünf Stunden, da viele Menschen da waren, die keinen Facharzttermin bekommen konnten. So fuhren wir nicht nach dem Frühstück los, sondern nachmittags und schafften es noch bis nach Straubing. War auch schön.

Am Montag war es von da aus sozusagen nur noch ein Katzensprung zum Balaton, der unser erstes Ziel sein sollte. So war die Abendstimmung am Ufer…

….und so sah die andere Seite aus.

Alles sehr touristisch und tagsüber total überlaufen. Wir fanden einen netten Campingplatz und informierten unseren Freund Parvis, dass wir etwas schneller als geplant zu unserem Besuch in Szeged aufschlagen würden. Parvis lebt schon seit fast 30 Jahren in der Nähe von Szeged und freute sich auch über einen etwas verfrühten Besuch.

Nachdem er uns vor einem Supermarkt aufpickte, zeigte er uns einen wunderbaren Übernachtungsplatz an einem See und (noch besser) vor einer Gaststätte.

Wir verbrachten einen lustigen Abend mit Parvis und seiner Freundin und trafen uns morgens dann wieder zum Frühstück, bevor wir uns anschließend auf den Weg nach Rumänien machten.

Hier war Sibiu (Hermannstadt) unser erstes Ziel. Sowohl der Stadt als auch den umgebenden Ortschaften merkt man ihre deutsche Vergangenheit nicht nur an der Architektur, sondern auch an Beschriftungen der Häuser und den Statuen an. Sie war vormals der zentrale Ort Siebenbürgens.

Die weltbekannte Lügenbrücke (Sibiu war 2007 zusammen mit Luxemburg Kulturhauptstadt), eine gusseiserne Fußgängerbrücke von 1859. Sie hieß eigentlich Liegenbrücke, aber der heutige Name hat sich dann durchgesetzt.

Nach der Stadtbesichtigung beschlossen wir uns noch ein wenig Natur zu gönnen und brachen auf zur Transfāgārāsan (Transfogarascher Hochstraße). Das ist eine Passstraße 2042m hoch gelegen. Teilweise durchaus in gutem Zustand, teilweise eher sanierungsbedürftig. Aber mit tollen Aussichten.

Es ging dann über die Baumgrenze und auf einmal konnten wir auch sehen, was für ein Verkehr herrschte.

Unterhalb der Passhöhe standen wir dann im Stau. Ein Polizeiwagen fuhr mit heulender Sirene an uns vorbei und wir vermuteten einen Unfall.

Wie sich aber später herausstellte, war es bloß der allgemeine Wahnsinn vor den Parkplätzen auf der Passhöhe. Verkaufsbuden, viele Fußgänger, Parkplätze auf beiden Seiten, die schon voll waren und alles ging kreuz und quer. Nachdem wir es daran vorbei geschafft hatten, ging es wieder abwärts durch Wälder. Vor uns tauchten auf einmal drei Autos mit Warnblinker auf. Auch wir bremsten ab.

Bei der Recherche zur Reise wurde die Transfāgārāsan auch dafür hervorgehoben, dass die Möglichkeit besteht, Bären in freier Wildbahn zu erleben. Genau dieses Glück hatten wir.

Dieser Bär lag an der Notparkbucht in der Sonne. Wie bestellt. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Tatsächlich hatten wir aber noch viel mehr Glück. Insgesamt fünf Bären haben wir im Wald und an der Straße gesehen. Andrea sogar noch einen sechsten.

Dabei gelang Andrea noch ein spektakuläres Foto, während sie schon, mit leicht erhöhter Intensität, rief, ich solle weiterfahren.

Nach dieser Erfahrung ging es weiter in Richtung Bran, zum Draculaschloss mit Übernachtung auf dem Vampire-Camping.

Wie erwartet, waren Bran und das Schloss total überlaufen.

Die Besichtigung war ein Durchschieben und auch nicht wirklich interessant. Hätte man sich sparen können. Nach der Besichtigung schauten wir uns noch den Ort an und suchten uns ein Restaurant für den Abend aus. Dieser Besuch stand aber unter keinem guten Stern. Kurz bevor wir aufbrechen wollten, begann ein Gewitter. Ein Gewitter, das Dracula jede Ehre machte. Ok, fiel der Restaurantbesuch eben auch aus und wir hatten einen gemütlichen Abend im Camper.

Die Zeit in Rumänien war zu Ende und wir fuhren an die Grenze nach Bulgarien. Zwei EU Länder, was sollte da schon schiefgehen.
Tja, was sollen wir sagen. Die Freundschaftsbrücke über die Donau….

…wird saniert. Mehr als drei Stunden brauchten wir für diesen Grenzübergang.

Die Bulgaren erschienen uns mürrisch und abweisend. Nirgendwo ein Lächeln, nirgendwo ein freundlicher Blick. Dazu kam, dass wir abends feststellen mussten, dass unser Reserveradhalter gebrochen war.

Glücklicherweise hatte eine Schraube das Reserverad noch gehalten, so dass keine Katastrophe passierte. Trotzdem musste alles demontiert und die Tür wieder gerichtet werden. So legten wir einen ungeplanten Zusatztag auf einem Campingplatz am schwarzen Meer ein. Ein wunderschöner Platz und auf einmal lernten wir die Bulgaren als nette offene Menschen kennen, die uns Tipps für die Weiterreise und für Highlights in Bulgarien gaben. Unsere Nachbarin brachte uns abends noch etwas frisch gekochtes Essen und wir konnten den wunderbaren Ort so richtig genießen.

Für uns geht es jetzt weiter in die Türkei. Wir werden berichten.

3 Gedanken zu “Bis an die Grenze der EU

  1. hallo ihr Lieben …wusste nicht das ihr ne Tour plant und freue mich umso mehr, davon zu lesen …tolle Fotos und klasse Eindrücke und vor allem sehr schön das Andrea ihr Augenlicht nicht verloren hat ,die angefütterten Bären sind auch nett aber eigentlich arme Viecher da sie ihre Scheu vor Menschen verloren haben bestimmt nicht ganz ungefährlich ..wünsche euch noch ganz viel Spaß und freue mich auf mehr !! LG robby

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  2. Huhu ihr Zwei,

    mal wieder schöne Eindrücke!

    Schließe mich Robbys Nachricht an ….und freue mich ,dass ihr eine schöne, spannende Zeit habt!

    Liebe Grüße

    Gabi

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