Türkei, die Rückreise

Nachdem wir ja auf dem Hinweg entlang der Schwarzmeerküste gereist sind (vor allem wegen der Nüsse), da dies die kürzeste Route nach Georgien ist, ging es für uns zurück quer durch die Türkei. Weder Schwarzes Meer, noch Mittelmeer war unser Ziel.

Für uns ging es durch Anatolien an den Van See. Das ist der größte See der Türkei und wohl der größte Soda See der Welt. Man kann sozusagen seine Klamotten ohne Waschmittel drin waschen. Eine Übernachtung mussten wir aber einlegen, insbesondere da nach dem längeren Grenzübergang nach Georgien (wegen der Drohne), der Grenzübertritt in die Türkei erst am Nachmittag erfolgte.
Kurz nach der Grenze fuhr ein Auto längere Zeit hinter uns her und an einer Kreuzung dann neben uns. Die Scheibe ging runter und der Fahrer hielt uns sein Handy mit der türkischen Flagge rüber und „beschwerte“ sich, dass die ja gar nicht an unserem Sprinter war. Wir konnten ihm wegen fehlender Sprachkenntnisse zwar nicht erklären, dass dies wegen Armenien war (dort darf man keine türkische Flagge zeigen) aber wir konnten ihm den neuen Aufkleber zeigen und ihm klarmachen, dass die Flagge in Kürze auf dem Auto ist. Schon lustig, dass diese Flaggen auf dem Auto sehr oft Ausgangspunkt für Gespräche sind.

Übernachtet haben wir dann auf dem Parklatz vor einem Café, von dem wir dachten, dass es auf war. Wir bekamen auch einen Chai aber es waren wohl nur ein paar Mitarbeiter noch da, die den Feierabend ausklingen ließen. Natürlich durften wir dort übernachten und mit Google-Übersetzer haben sie uns noch klar gemacht, dass die Türken die Deutschen sehr mögen und dass diverse Familienangehörige von ihnen in Deutschland leben. Das war dann unser Blick beim Kaffeetrinken am nächsten Morgen.

Als wir über den Feldweg zur Straße aufbrachen, kamen uns die Jungs entgegen und wir winkten uns nochmals zu. Wir wollten den Vansee am Nachmittag erreichen und wir fuhren durch die sehr abwechslungsreiche Landschaft Ost-Anatoliens.

Am späten Nachmittag erreichten wir Tatvan. Die Stadt liegt am Westufer des Sees, praktisch genau gegenüber von Van. Der Verkehr war heftig und es kostete mehr als eine Stunde durchzukommen. War aber auch sehr lustig, allen beim Drängeln zuzuschauen und mitzumachen.

Unseren Schlafplatz hatten wir auf YouTube entdeckt. Er befand sich auf einer kleinen Halbinsel im See. Die Anfahrt war gar nicht so einfach wie gedacht, vor allem weil wir uns im Dorf einmal verfuhren. Wir standen dann oben auf dem Hügel, statt unten auf der Halbinsel. Als wir drehen mussten, beobachteten uns drei kleine Mädchen. Was wir von ihrem Gespräch mitkriegen konnten, war, dass wir als die Touristen bezeichnet wurden. Der Rest war wahrscheinlich eh nicht nett für uns, da wir uns ja irgendwie wieder dort wegbewegen mussten und die Mädels das eher belustigt beobachteten.

Letztlich haben wir unseren Platz aber erreicht und hatten einen gigantischen Sonnenuntergang.

Ein herrlicher Platz und ein wunderschöner Morgen. Was will man mehr?

Auf der Weiterfahrt bemerkten wir, dass wir uns im kurdischen Teil der Türkei aufhielten. Ständig fuhren wir in Polizeikontrollen, die fest installiert waren.

Das störte das Erlebnis Anatolien jedoch nicht wirklich. Zumal die Kontrollen, jedenfalls uns gegenüber, immer kurz und freundlich ausfielen.

Übernachtet haben wir neben einem Restaurant, dessen Wirt französisch sprach und darauf bestand, uns ein Menü der traditionellen türkischen Küche zusammen zu stellen. Wir wussten nicht was kam, aber schon die Meze waren fantastisch. Es hörte dann gar nicht mehr auf, bis wir ermattet abwinkten.

Am nächsten Tag ging es weiter durch eine schöne Landschaft.

An dieser Tankstelle bekamen wir nicht nur Diesel, sondern der Tankwart stattete uns auch mit einem frischen Chai aus, der allerdings so heiß war, dass wir eine „Truckerpause“ eingelegt haben.

Andrea kam auch gleich mit einer Frau ins Gespräch (oder so ähnlich), die mit ihrer Familie ebenfalls eine kleine Pause im Schatten machte. Überall trafen wir hier offene, freundliche Menschen. Es war einfach schön.

Dann erreichten wir Göreme in Kappadokien und ein weiteres Highlights unserer Reise begann.

Im Vordergrund die alten „Höhlenwohnungen“, heute nicht mehr bewohnt und im Hintergrund Göreme.

Eine faszinierende Umgebung. Göreme selber ist sehr touristisch. Das war aber auch mal eine nette Abwechslung.

Was Göreme aber einzigartig macht, ist die Ballonfahrt.

Am ersten Abend standen wir deshalb auf einem Plateau vor Göreme. Wir fragten zwei englische Camperinnen, ob die Plätze gut für die morgendliche Beobachtung des Starts seien. Sie sagten, die Plätze seien perfekt.
Im Laufe des Tages kamen weitere Camper. Unter anderem auch Max, dessen Frau zwei Tage vorher wegen Urlaubsende schon nach Hause geflogen ist. Er fährt nun alleine weiter und sagte Andrea, dass er schon ein bißchen Schiss vor dem Alleinsein hat. Deshalb lud er uns für abends zum grillen ein, da er auch noch so viel Gemüse und Kartoffeln hätte. Wir brachten das Bier mit und unsere Hühnchenbrust, die eigentlich nicht fürs Grillen gedacht war, aber auch vom Grill vorzüglich schmeckte.
Während des Essens sagte uns Max dann, dass es ihm schon passiert sei, dass er von diesem Plateau keine Starts gesehen hätte, was uns etwas unruhig machte.
Egal unser Wecker war auf 4 Uhr gestellt, damit wir noch genug Zeit zum Kaffee machen etc. hatten, bevor gegen 5.30 Uhr die Startvorbereitungen losgehen.

Tatsächlich waren wir vor lauter Aufregung, ob auch bei uns gestartet wird, bereits vor dem Wecker wach. Draußen war es noch stockdunkel und wir sahen Autos mit Anhängern, die an den Startplätzen vor uns vorbeifuhren. Sollte Max recht gehabt haben?
Dann ein Auto, dass auf uns zufuhr. Mit dem Fernglas konnten wir im Scheinwerferlicht Ballone am Boden entdecken. Erleichterung. Wir würden einen tollen Vormittag erleben. Da schmeckte der Kaffee gleich noch einmal so gut.

Die ersten Starts und es wurde immer besser.

Wahnsinn.

Für den zweiten Tag wechselten wir auf die andere Seite, also oberhalb Göreme, auf einen Campingplatz. Das war zwar auch wegen der Duschen und dem kurzen Weg rein nach Göreme. Aber so konnten wir am nächsten Morgen die Ballons gegen den Sonnenaufgang bewundern.

Dazu gibt es jetzt nichts weiter zu sagen.

Ein Gedanke zu “Türkei, die Rückreise

  1. Vielen Dank ihr Lieben für die wunderschönen Impressionen. Ich könnte euch monatelang auf euren Abenteuern begleiten! Habt noch ein paar schöne Tage und genießt so viel wie möglich! Kommt gut wieder nach Hause! 🫶

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