Karneval dauert hier länger. Nachdem wir in Bolivien angekommen waren, mussten wir erst wieder einen Karnevalszug mit schmetternden Trompeten und donnernden Trommeln an uns vorbei ziehen lassen, bis wir in Richtung Copacabana (am Titicaca und nicht in Rio) aufbrechen konnten. Das gab uns Zeit, Geld zu wechseln und raus zu bekommen, wo wir eine SIM Karte für Bolivien kaufen können.

Unseren Schlafplatz schlugen wir in einer ECO Lodge vor Copacabana direkt am Strand auf. Der Weg war wieder einmal steiler, als auf dem Foto zu erkennen.

Dafür war der Blick von unserem Platz auf den See ziemlich grandios.

In den Ort konnte man in einer Dreiviertelstunde am Strand lang wandern. Ging langsam, aber über 3800 meter geht alles etwas langsamer. War aber ein schöner Spaziergang, da eben.




Im Ort ging es dann natürlich wieder hoch und runter. Aber der Entel Shop für eine SIM war leider hoch oben.


Nach einem geruhsamen Tag in Copacabana incl. eines Essens am Strand, machten wir uns auf den Weg nach La Paz, das keine 200 km entfernt war. Dabei fuhren wir zunächst um den Titicaca, verbunden mit tollen Aussichten auf den See.


Unser Weg führte nach San Pedro de Tiquina, von wo aus wir eine der Holzfähren über den Titicaca nehmen wollten. Doch auch hier….

als Teilnehmer auch dabei, das örtliche Militär…

…mit etwas abgewandelten Uniformen. Nachdem der Zug, mit viel schrägem Tschingderassabum durch den Ort gezogen war, erreichten wir den „Fährhafen“.


Hier sahen wir dann auch, was uns aus dem Weltspiegel der ARD bereits bekannt war, den Stützpunkt der bolivianischen Marine. Unser Führer durch La Paz, Gert, klärte uns dann weiter über die bolivianische Sehnsucht nach einem eigenen Meereszugang auf. Bolivien hatte diesen nämlich in einem Krieg mit Chile verloren. Ein Kriegsschiff und eine Marinetruppe stehen jedenfalls bereit.

So sieht das dann aus, wenn auch LKW und Busse auf den „Fähren“ den Titicaca befahren.

Wir waren jedenfalls froh, alles unbeschadet überstanden zu haben, selbst die Rückwärtsfahrt von der Fähre.


La Paz liegt in einem Talkessel auf ca. 3200 m Höhe. Es ist mit der Zeit aus diesem Kessel etwas herausgewachsen woraus die Stadt El Alto (die Hohe, ca. 4100 m über Meeresspiegel) entstanden ist, die heute größer als La Paz ist (La Paz ca. 800T Einwohner, El Alto ca. 1,2 Mio.). Durch El Alto mussten wir durchfahren, um unseren Campspot bei dem Hotel Oberland erreichen zu können. Davon gibt es leider keine Bilder, da diese Fahrt der reinste Horror war. An jeder Ampel verkeilte sich der Verkehr, weil von allen Seiten Autos versuchten einen Platz gut zu machen, oder in den laufenden Verkehr reinzudrängen. Zu allem Überfluss kamen noch ein paar Umleitungen auf schmalere Nebenstraßen, auf denen auch noch ein Markt stattfand. Es war unbeschreiblich und dauerte für vielleicht 7 bis 8 km rd. 2 Stunden. Danach waren wir beide verkrampft und ziemlich fertig.
Bei der Abfahrt nach La Paz ergaben sich aber schon wieder erstaunliche Ansichten


Es war auch gut, dass auf iOverlander ein Deutscher, der schon seit 40 Jahren in La Paz lebt, als super Fremdenführer für La Paz angepriesen wurde. Wir schickten Gert eine WhatsApp, auf die er auch umgehend reagierte und so trafen wir uns schon am Abend zur Vorbesprechung, die mit unserem Landebier zusammenfiel.
Am nächsten Morgen um 9.00 Uhr ging es dann zunächst mit dem Taxi los bis zur nächsten Seilbahnstation. Die Teleferico ist das Nahverkehrssystem von La Paz, das die U-Bahn ersetzt, die nicht realisierbar wäre. Es gibt insgesamt sieben Linien, von denen wir fünf zum größten Teil befuhren.
Doch jetzt genug geschrieben, hier kommen die Impressionen einer faszinierenden Großstadt. Teilweise erlebt aus der Vogelperspektive. Wir sind allerdings auch mehr als 10 km zu Fuß unterwegs gewesen.




Übrigens, alles bis zur oberen Kante ist La Paz, ab der Kante El Alto.





Gestartet sind wir mit der grünen Linie, umgestiegen in die gelbe, die uns nach El Alto gebracht hat. In El Alto haben wir die rote Linie genutzt, bis wir mit der lila Linie wieder nach unten gefahren sind.
Hier der Blick von El Alto auf La Paz.




In El Alto besuchten wir den Schamanenmarkt, die sich allerdings nicht so gerne fotografieren lassen, und den Hexenmarkt. Es gibt dazu zwar auch in La Paz Gegenstücke, die sind nach Auskunft von Gerd allerdings viel stärker touristisch. Hier der erste Blick auf den Schamanenmarkt, noch aus der roten Gondel.

Und dann ab ins Getümmel…

Die hier zu sehenden Lama-Föten gehören unter jedes bolivianische Haus.

Danach ging es wieder runter. Mittagessen war angesagt. Es gab die, nach Gerts Meinung, besten Salteñas der Stadt. Salteñas sind ähnlich wie Empanadas, mit Fleisch/Fisch und Gemüse gefüllte Teigtaschen. Schmecken klasse, sind aber für Anfänger nicht fehlerfrei, sprich ohne Sauerei, zu essen, da sie teilweise flüssig gefüllt sind.

Bevor es zum Abschluss der Tour auf die Plaza Murillo ging, meinte Gert, er müsse uns unbedingt noch die Calle Jaén zeigen, da andernfalls irgendwann jemand uns fragen würde, ob wir da gewesen seien.

Am Ende der Calle befindet sich das Atelier und die Galerie von Roberto Mamani Mamani, dem berühmtesten zeitgenössischen Maler Boliviens.

Hier gibt es einen Laden, in dem es ihn (dessen Namen man nicht (mehr) aussprechen darf) zu kaufen gibt

Mit dem Bus, so einem bunten alten, ging es dann noch auf einen Aussichtspunkt, von dem man auch das berüchtigte (wegen seiner Höhe) Nationalstadion zu sehen war…


von dort aus ging es zu Fuß zur Plaza Molinar.

Zum Abschluss, das Parlamentsgebäude. Vorne das alte, dahinter das neue. Ihr könnt selber entscheiden, welches mehr Stil hat.

Ein wunderbarer Tag ging zu Ende, so wie dieser Blogbeitrag. Zurück ging’s wieder mit Seilbahn und Taxi.































































































































































































































































































































































































































