Patagonien Südwest

Wieder in Argentinien. Andenüberquerungen gehen aber nicht mehr 4000 m bis 5000 m hoch, sondern eher auf 1500 m. Nach der Grenze sogar wieder auf Asphalt. Die Grenzstadt auf der argentinischen Seite, Los Antiguos, war sogar äußerst charmant. Übernachtet haben wir einfach im Ort und dort auch gut gegessen. Nach der üblen Piste auf der chilenischen Seite gönnen wir uns sozusagen ein bisschen Wellness (wir haben ja schließlich Urlaub).

Worüber man sich bei der Planung einer solchen Reise keine Gedanken macht, sind die enormen Distanzen, mit „nur“ Landschaft in Patagonien. Die Weite ist unbeschreiblich. Auch der Wind ist unbeschreiblich. Was bei uns mit einer Sturmwarnung im Fernsehen kommt, ist hier das „Morgenlüftchen“. Während der Fahrt kommt es dann öfter mal zu einem kurzen Adrenalinausstoss und beim Geradeausfahren zu einer netten Kurvenlenkung.

Die Guanacos sind bei einem Autogeräusch schreckhaft und verlassen den Straßenrand…

….während die Nandus schon deutlich cooler reagieren.

Zäune sind hier übrigens allgegenwärtig. Was die einzäunen jedoch nicht nachvollziehbar.

Orte die auf Schildern schon 100 km vorher angekündigt werden, haben oftmals nicht mehr als 10 Häuser. Es geht auch kleiner. Die einzige „Tankstelle“ auf 400 km sieht dann so aus…

…hier gab’s übrigens nur 4 Häuser. Galt aber wohl eher auch als „Raststation“.

Größer und im Umkreis von 300 km sicherster Ort zum Tanken war Gobernador Gregores. Wenn auch nicht wirklich schön, eine gute Möglichkeit sich mit allem zu versorgen.

Wir machten hier Station auf dem Weg nach El Chalten, der am schnellsten wachsenden Stadt Argentiniens. El Chalten, das Wanderparadies an den Anden, wurde im Oktober 1985 erst gegründet und hat heute 3000 bis 4000 Einwohner. Ein Touristenhotspot, eine Tagesreise von Gobernador Gregores entfernt.

Dabei leisteten wir uns einen klassischen „Selbstversenker“. Die Ruta 40 hat einen Abschnitt von über 70 km Piste, die unter Overlandern als „Maldite 73“ bekannt ist. Mancher iOverlander Nutzer gibt an, dass diese Piste nur mit 4×4 machbar ist, andere sagen 10 km sehr hart, aber machbar. Da wir eigentlich keine Lust auf mehr auf Piste hatten, entschieden wir uns für einen Umweg, aber hatten die Rechnung ohne die argentinischen Straßenbauer gemacht. 150 km vor Tres Lagos begann auch hier Piste. Die hatte es auch in sich, insbesondere, weil sie teilweise aufgeweicht war, während andere Teile extrem steinig waren. Shit Happens.

Zunächst freuten wir uns aber über eine gute Straße und passierten einen Berg, der im Volksmund El Coyote genannt wird.

War ziemlich einsam hier….

….aber mit interessanten Steinen.

Langsam rückten wir den Bergen näher….

…und kamen wieder zurück auf eine asphaltierte Straße. Unser Sprinter hatte aber eine weitere Dreckschicht aufgelegt. Hier ein Bild vor dem aufpumpen der Reifen.

Der Fitz Roy kam in Sicht. Es sah aus wie im Märchenland.

Kurz vor der Ankunft in El Chalten die windgeschützte Tankstelle. Wir mussten auf die andere Seite fahren, wo sich dann ein Rolltor vor der Dieselzapfsäule öffnete.

Übernachtet haben wir bei der Touristeninfo mit mehreren anderen Overlandern. War richtig idyllisch und mit atemberaubenden Ausblicken.

Am nächsten Morgen ging es dann für uns, bei schönem Wetter, auf eine 10 km Tour in Richtung Fitz Roy. Auch hier boten sich tolle Ausblicke.

Dann der Fitz Roy. Wahnsinn.

Hier gemeinsam mit Laguna Capri.

Franks vierzig Jahre harten Trainings auf Schreibtischstühlen bewahrten uns vor der 25 km Wanderung an die Laguna de Los Tres. Aber auch die 10 km waren sehr schön, auch sehr schön steil.
Wir hätten auch hier noch viel mehr Bildmaterial anzubieten, wollen Euch aber nicht vergraulen. Für uns ging’s am nächsten Tag weiter nach El Calafate und dem Perito Moreno Gletscher.

Zwischendrin immer mal wieder eine Polizeikontrolle. Hier die „Einlasskontrolle“ nach El Chalten.

Als erstes entfernten wir mal den Dreckpanzer vom Sprinter, dann suchten wir uns einen zentralen Schlafplatz und genossen auch hier die Gastronomie.

Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter.

Bereits sieben Kilometer vor dem Gletscher gibt es einen Mirador, von dem aus man ihn sehen kann.

Der Gletscher ist 30 km lang, 5 km breit, die sichtbare Kante über Wasser ist 55 bis 75 m hoch, mit weiteren 170 m unter Wasser. Er ist einer der wenigen Gletscher weltweit, der nicht an Masse verliert. Sein deutscher Entdecker nannte ihn übrigens Bismarck-Gletscher.

Und jetzt zum Genießen.

Das war ein Wahsinnserlebnis, das wir in die Weite Patagoniens mitnahmen.

Für uns geht es jetzt Richtung Feuerland. Übernachtet haben wir an einem Fluss mit einem überraschenden Nachbarn.

Im nächsten Beitrag geht es dann auf der anderen Seite der Magellanstraße (muss man sich auf der Zunge zergehen lassen) weiter.

2 Gedanken zu “Patagonien Südwest

  1. Weiß nicht ob mein erster Kommentar an kam. Hammer Bilder und Landschaften?? Unbedingt weiter genießen, hier verpasst Ihr nix??????????

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