Nachdem wir unser Auto endlich aus dem Hafen hatten, das Kistentetris erledigt und Frank aussah wie ein Streuselkuchen (die Mücken mögen ihn einfach), musste noch Gas organisiert (was nicht wirklich einfach ist) und das Salz der Seereise vom Auto runtergespült werden. Nicht unbedingt in der Reihenfolge. Für das Gas machten wir einen Umweg von ca. 200 km, aber immerhin in die Geburtsstadt von Shakira. Barranquilla war unser Ziel.

Nicht nur während der Fahrt waren die Kolumbianer von unserem Camper begeistert. Als dann am sauberen Sprinter auch noch die kolumbianische Flagge angebracht wurde, gab es Applaus.

In iOverlander war als einzige Möglichkeit zum Gastanken im Norden Kolumbiens „Julios Gas“ in Barranquilla aufgeführt. Als wir dort ankamen, saß Julio in seinem Segeltuchstuhl, sah uns und wusste sofort was angesagt war. Mit unserem US Gasadapter (wir waren ja gut vorbereitet) ging dann auch alles wunderbar glatt. Allerdings war das Parken in der Abfahrt einer Schnellstraße für uns Europäer etwas gewöhnungsbedürftig.

Waren wir bisher entlang der Karibikküste von Kolumbien unterwegs, drehten wir jetzt nach Süden. Die Gegend durch die wir fuhren, war eine der ärmeren des Landes. Landschaftlich abwechslungsreich, aber flach.




Sobald eine Ortschaft zu durchfahren war, wurde es verkehrstechnisch chaotisch. Was auf den Bildern nicht wirklich darstellbar ist, sind die unzähligen Mopeds und Motorräder, die von allen Seiten überholten.

Was uns bis dahin gar nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass schon im Norden von Kolumbien die Anden losgehen, zwar nicht mit über 3.000m, aber mit schmalen Straßen die kurvig auf und ab gingen. Das erklärte auch die Durchschnittsgeschwindigkeit, die das Navi anzeigte. Landschaftlich wurde es allerdings dadurch nur schöner.


Wenn es dunkel wird wollen wir eigentlich nicht mehr unterwegs sein. Für die Übernachtung auf der Strecke, wie hier beispielsweise nach Barichara, nutzen wir Tankstellen, an denen auch die LKW Fahrer übernachten. Also so wie auch in Russland. So sieht das dann aus.

Und so sieht dann morgens das Frühstück aus, wenn man nicht wirklich weiß, was man bestellt, aber als alter Globetrotter ein typisch kolumbianisches Frühstück haben will.

Unsere erstaunten Gesichter (zurückhaltend ausgedrückt) sind wohlweislich nicht im Bild. Aber eigentlich war die fette Fleischbrühe sehr lecker und hat bis abends vorgehalten (vor allem beim Bäuerchen).
Erstaunlich waren auch die blinden Passagiere und Schwarzfahrer (oje, ist das politisch noch korrekt?) die uns untergekommen sind.


Als wir San Gil erreichten, haben wir erstmals die Überlandstrasse verlassen und sind durch den Ort über Nebenstraßen gefahren, die noch gepflastert sind wie dunnemals, und ziemlich steil auf und ab gehen.

Nachdem wir Barichara erreichten, versagte unser Navi kläglich. Die Straße, die uns angezeigt wurde, endete sehr eng an einer Baustelle, wäre aber auch mit einem Fahrzeug unserer Größe ohne Baustelle nicht befahrbar gewesen. Nur einem überaus netten Kolumbianer, der aus seinem Haus kam, um sein Auto wegzufahren, verdankten wir es, wenden zu können. Hier ein kleiner Einschub: Wir haben Kolumbianer als überaus liebe und nette Menschen, offen, herzlich und immer hilfsbereit erlebt.
Schließlich standen wir falsch rum in einer Einbahnstraße und versuchten uns zu orientieren.

Ein Zeichen, sozusagen eine Fügung, war ein Bus, der in der für uns nächsten Kreuzung abbog. Also gegen die Einbahnstraße, unter verwunderten Blicken, bis zur nächsten Kreuzung und dann dem Bus hinterher. Auf der Hauptstraße in Barichara fanden wir auch wieder Orientierung und erreichten schließlich, etwas außerhalb von Barichara, den von uns angepeilten „Campingplatz“.
Mitten in freier Natur haben zwei holländische Architekten ein kleines Paradies geschaffen.

Dies erkennt man schon an den „Badezimmern“. Abends unter freiem Himmel zu duschen ist wirklich besonders.

Hier noch ein paar Eindrücke von diesem schönen Ort.


Nach Barichara gibt es einen Wanderweg. Nach Aussage von Joepp (gesprochen Jupp), 30 bis 35 Minuten easy Hike. So ging’s los nach unten….

….und so ging’s gegenüber wieder nach oben.

Wir wanderten keine 30 bis 35 Minuten sondern eher eine Stunde. Rund 50 Höhenmeter bergab und 200 Höhenmeter dann wieder steil bergauf.

An dem markanten Baum steht unser Sprinter.

Oben dann eine kleine Überraschung neben dem Mobilfunkmast.

Ich bitte die Schatten zu entschuldigen, aber wir mussten mit der Sonne fotografieren. Wir nehmen auch nicht an, dass wir hier präkolumbianische Kunst bewundern dürfen, sondern denken eher an europäische Esoteriker.
Zuletzt nun ein paar Eindrücke von Barichara das, wenn vielleicht auch nicht „die“ schönste Stadt Kolumbiens, zumindest aber eine der schönsten ist.





Zurück sind wir übrigens nicht mehr „gewandert“, sondern haben uns diese TukTuk gegönnt.

So und jetzt gut’s Nächtle aus Barichara…
