Ecuador – Bis zum Cotopaxi

Morgens um 7.15 Uhr stehen wir an der Grenze. Versuch Nr. 1 der Einreise scheiterte schnell nach der Frage zu unserem Criminal Report. Auch unser Hinweis, dass ein Transitvisum erst gestern an mindestens zwei Reisende vergeben wurde, nutzte nichts, die Beamtin verwies darauf, dass ihr Chef in einer halben Stunde da sei und wir dann nochmals antreten sollten.

Zweiter Versuch, eine halbe Stunde später. Diesmal eine andere Immigrations Mitarbeiterin. Visum, Einreise, kein Problem. Wir bekamen anstandslos 10 Tage Transit. Das bedeutete zwar eine Änderung unserer Reisepläne (die ändern sich aber eh ständig), doch wir kommen wenigstens weiter in den Süden.

Nette Geschichte am Rande: Wir kennen schon Leute in Südamerika. Während wir unsere halbe Stunde absaßen, fuhr ein Toyota, hupend, mit der Familie (die mit der Guama) halb aus dem Auto raushängend, winkend an uns vorbei.

Jetzt waren wir in Ecuador und wurden gleich mit einem tollen Panorama begrüßt.

Wir machten uns auf den Weg zur Finca Sommerwind. Betrieben wird sie von Hans und seiner Frau Maria. Wir hatten ja über die Panamericana Gruppe wegen des Grenzübergangs Kontakt zu Hans gehabt. Hans hatte dort schon gepostet, dass – abgesehen von der Küstenregion um Guayaquil – das Land ruhig und sicher sei.

Wie das passiert erlebten wir in den ersten 30 km nach der Grenze hautnah (wörtlich gemeint).

Etwa 10 km nach der Grenze fuhren wir in die erste Militärkontrolle. Alle schwer bewaffnet. Aussteigen, Auto öffnen, Durchsuchung. Als erstes kam eine Plastiktüte mit meinem E-Zigaretten Liquid zur Diskussion. Letztlich lief alles sehr freundlich und professionell ab und nach 15 Minuten durften wir weiterfahren.

7 bis 8 km später die zweite Militärkontrolle. Alle schwer bewaffnet. Diesmal musste ich aussteigen, Beine breit ans Auto lehnen und wurde abgetastet. Andrea nicht. Auch hier wieder alles freundlich und professionell, allerdings mit Spätfolgen. Andrea nennt mich jetzt nur noch wahlweise Pablo Klaus oder Frank Escobar. Meistens aber Pablo.

Nach zwei weiteren Polizeikontrollen (alles noch im Grenzgebiet) erreichten wir die Finca Sommerwind. Ein Overlander Spot mit Biergarten, Waschmaschine und allem was man sonst so braucht. Mit Ausblick.

Nach ein paar Weißbier, viel Informationen zum weiteren Ablauf der Reise durch Ecuador, Wäschewaschen, Wasser tanken und ablassen, machten wir uns nach 2 Tagen auf den Weg nach Quito.

Die Straßen in Ecuador sind durchschnittlich etwas besser als in Kolumbien.

Bevor wir nach Quito kamen wollten wir noch zwei Highlights von Ecuador besuchen. Als erstes den Markt von Otavalo, dem größten in Südamerika. Was wir nicht bedacht hatten, es war Samstag und viele Leute aus Quito hatten den selben Gedanken wie wir. Es war ein einziges Chaos und wir scheiterten daran, einen Parkplatz für unseren Sprinter zu finden. Nun gut, es gibt andere Märkte, die wir vielleicht mit etwas besserem Zeitbewusstsein dann auch besuchen können.

Nachdem wir uns aus dem Chaos (mit viel Angstschweiß) befreien konnten, ging es zum nächsten Highlight. Wir überfuhren nämlich auf dem Land den Äquator. Das geht in Südamerika eigentlich nur in Ecuador, da der Äquator ansonsten durch den Regenwald verläuft.

Dazu fuhren wir nicht an den Touristenhotspot „Mitad del Mundo“ (der übrigens 240 m südlich des Äquators aufgebaut wurde, kleiner Messfehler der Initiatoren), sondern zu dem Projekt Quitsato, das exakt auf dem Äquator errichtet wurde und ein sehenswertes Museum beherbergt. Hier ist der Äquator mit 1 mm Genauigkeit bestimmt worden.

Folgend eine Schautafel über die Vermessungsarbeiten zwischen den Jahren 1735 bis 1745.

Andrea steht im Norden und Frank (Pablo) im Süden.

Das Museum beinhaltet auch einen sehenswerten Agavenpark.

Nach diesem kleinen Schritt für die Menschheit aber großem für die Kläuse ging es weiter nach Quito. Wegen unserem beschränkten Zeitbudget (10 Tage Visum) und der Sicherheitshinweise verzichteten wir auf einen Besuch der sehenswerten Altstadt von Quito, wohnten aber ziemlich spektakulär oberhalb der Stadt. Dazu ein Bild vom Abend….

…und eins vom Morgen, mit unserem nächsten Ziel….

…dem Cotopaxi.

Die Fahrt dorthin verlief wieder über gute Straßen, bis wir in den Cotopaxi Nationalpark abbogen. Ab dann ging es 23 km über eine abenteuerliche Piste.

Schon während der Fahrt gab es aber auch eine fette Belohnung. Atemberaubende Ausblicke.

Der Cotopaxi ist mit einer Höhe von fast 6.000 m der zweithöchste Vulkan Ecuadors und aufgrund der elliptischen Form der Erde fast 2 km weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als der Mount Everest. Noch weiter, und damit am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt, ist der Chimborazo Vulkan, der nicht weit entfernt ist. Ein Besuch fällt allerdings unserem beschränkten Zeitbudget zum Opfer.

Dafür leisteten wir uns im Cotopaxi Nationalpark eine Übernachtung bei der Tambopaxi-Lodge. Dies ist der einzige „Campingplatz“ innerhalb des Nationalparks.

Suchbild mit Sprinter. Wie zu sehen ist, Unterkünfte mit Sensationsblick. Allerdings auch atemberaubend (auf 3.749 m Höhe).

Der Cotopaxi!

Der selbe Blick nochmals, diesmal während des Frühstücks in dem Lodge Restaurant.

Verewigt haben wir uns hier übrigens auch.

Von hier aus geht´s weiter in den Süden, aber nicht ohne eine angemessene Verabschiedung durch einen Andenfuchs.

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