Für uns ging es, mit ausreichenden Kaffeevorräten, wieder nach Chile. Dort ist, beginnend in den 70er Jahren, eine Straße in bis dahin nur mit Schiff und Flugzeug zu erreichende Regionen gebaut worden. Die Carretera Austral, Ruta 7. Ausgangspunkt ist Puerto Montt, eine Hafenstadt am Pazifik.
Es begann aber wieder mit leichten Schwierigkeiten. Als wir nämlich unseren designierten Schlafplatz anfahren wollten, sah es dort so aus…

…und zwar kilometerlang. Es fand ein Rennwochenende statt, das tausende Fans in die Nähe der argentinisch-chilenischen Grenze zog.
Na gut, suchten wir uns eben einen anderen schönen Ort aus.

mit freundlichen Mitbewohnern.

Am nächsten Morgen ging es über die Grenze und nach nur 1,5 Stunden waren wir dann wieder in Chile.



Übernachtet haben wir in Puerto Varas, einem kleinen Touristenort kurz vor Puerto Montt, mit Strand.

Puerto Montt ist eine Großstadt im Süden Chiles, mit ca. 250.000 Einwohnern. Außerdem beginnt hier die Carretera Austral, zunächst nach ein paar Straßenkilometern mit der ersten von drei Fähretappen.



Nach einem kleinen Bummel durch die Stadt und tanken, ging es los mit der Carretera.





Die Straße war gut und die Landschaft gigantisch.

Wir erreichten Hornopirén.

Tickets für die Fähre muss man vorab im Internet buchen. Es gibt Fähren, die durch den chilenischen Staat subventioniert sind und kommerzielle Fähren, leider etwas teurer. Wir konnten keins der subventionierten Tickets ergattern, da wir keine 6 Tage warten wollten und konnten.
Um 16.00 Uhr sollten wir für die 18.00 Uhr Fähre vor Ort sein. Das schafften wir. Um 18.00 Uhr war aber immer noch keine Fähre da. Aber auch das gelang noch.

Wir warteten und warteten, die Autos waren schon lange runter, da legte die Fähre wieder ab und ankerte im Fjord. Auch ein paar andere Autos standen noch mit uns da. Keiner hatte eine Information. Na gut, mussten wir halt an der Fährstation übernachten.
Am nächsten Morgen ging es dann um 9.00 Uhr los. Wir dachten natürlich, wir kämen jetzt mit. Weit gefehlt, wir mussten aus der Reihe raus und zum Fähroffice fahren, wo wir eine Umbuchung auf die Abendfähre des heutigen Tages bekamen. Man bestätigte uns auch, dass die Fähre heute auf jeden Fall fahren wird.
Alle Verärgerung nützte wie immer nichts. Wir fuhren aus der Stadt und suchten uns ein schönes Plätzchen zu rumgammeln.

Abends funktionierte dann alles mit der Fähre und wir kamen, zwar verspätet, aber bei ruhiger See los. Leider konnte wir die Fjordlandschaft nicht mehr wirklich sehen und als wir gegen 23.00 Uhr die zweite Teiletappe hinter uns hatten, mussten wir noch 14 km im Dunkeln über die Piste fahren, die mittlerweile statt der guten Straße unser Weg war.
Wir übernachteten auf einem Parkplatz, der Ausgangspunkt für eine eigentlich einfache Wanderung zu alten Alerces Bäumen (patagonische Zypressen) sein sollte. Die Alerces sind teilweise bis zu 3.000 Jahre alt. Es gibt in einem anderen Nationalpark (sinnigerweise mit Namen Los Alerces) den ältesten Baum der Welt, mit einem Alter von über 5.000 Jahren.
Unser Wetterglück hatte uns aber verlassen. Deshalb war auch die Wanderung etwas anspruchsvoller. Es hat sich aber gelohnt.




Zurück am Auto hieß es erst mal umziehen und abtrocknen. Dann ging es richtig los mit der Ruta 7. Der erste Teil war im Pumalin Nationalpark, der durch Douglas Tompkins, dem Gründer von „The North Face“ und anderen Modelabels, begründet wurde. Er kaufte große Ländereien im Süden Chiles und spendete letztendlich die Ländereien dem Staat, der daraus einen Nationalpark machte.





Als dann die Teestraße wieder anfing, waren wir auch schon in Chalten.

Es ging weiter durch grandiose Landschaft, Richtung Coyhaique

Der kleine Ort Puyuhapi, sehr malerisch.

Dann kamen wir am Queulat Nationalpark an. Sehenswürdigkeit ist hier der hängende Gletscher, der Ventisquero Colgante.
Um den zu sehen, muss man aber eine dreistündige Wanderung absolvieren. Zu Beginn geht es über eine Hängebrücke. Der Anfang ist flach und leicht zu gehen, doch nach dieser kurzen Hoffnung geht es steil bergauf. Bäche müssen übersprungen werden und teilweise durchstiegen. Zwischendrin ein schöner Ausblick auf die Laguna Tempanos aber dann weiter steil bergauf.







Dann waren wir da.

Das Eis des Gletschers ist bis zu 200 m dick. Der Wasserfall ist rd. 600 m hoch. Gigantisch.

Wir waren ganz schön angefasst. Der Rückweg ging irgendwie beschwingter. Kann aber auch damit zusammenhängen, das es bergab ging.
Weiter ging’s durch tolle Landschaft.


Eigentlich passte sogar das Regenwetter und manchmal klarte es ja auch etwas auf.











Hier mal wieder ein Ausblick von einem unserer Schlafplätze. Im Hintergrund der Lago General Carrera, der auf argentinischer Seite Lago Buenos Aires heißt. Es ist der zweitgrößte See Südamerikas, nach dem Titicaca.




Eigentlich wollte ich eine Drohnenaufnahme von der Überquerung der Brücke am See machen, doch leider scheitern die Drohneneinsätze derzeit am Regen, am Wind oder an beidem gleichzeitig.
Der Rio Baker, bekannt durch sein türkises Wasser. Er ist der wasserreichste Fluss Chiles.

Hier fließt er mit dem Rio Neff zusammen. Bei sonnigem Wetter hätten wir die Klappstühle mitgeschleppt und das gewaltige Wasserschauspiel länger auf uns wirken lassen.





Der Zusammenfluss mit dem Rio Raballos.


Das war schon kurz vor Cochrane, unserer südlichsten Station auf der Carretera Austral. Mittlerweile war die Ruta 7 schon lange eine reine „Gravel Road“. Teilweise eine echt üble Piste. Aber immer in fantastischer Landschaft.



In Cochrane gab es einen Campingplatz, oder was sich in dieser Gegend so Campingplatz nennt, der von einem Mechaniker betrieben wurde. Das war unser Platz, da wir hinten rechts ein merkwürdiges Schleifgräusch am Sprinter hatten. Es handelte sich, nachdem das Rad unten war und Chima (wohl sein Künstlername) genau nachschaute, um einen kleinen Stein, der sich zwischen Bremsscheibe und Abdeckung gemogelt hatte. Wir waren froh, das nichts ernstes vorlag.

Ein Blick in die „Halle“ zeigt, unser Campinplatz betreibender Mechaniker handelt u.a. auch noch mit Baumaterial. Aber erst nachdem er seine Schafe rausgelassen und die Hühner gefüttert hatte. Ein Allroundtalent.
Wir wollten von Cochrane aus eigentlich über den Paso Raballos wieder nach Argentinien, um dort die nächsten Sehenswürdigkeiten anzugehen. Allerdings muss man für diesen Grenzübergang vorab einen „Passierschein“ bei der Grenzpolizei online beantragen. Wie schon in Bolivien, gelang das mit unseren IOS Geräten leider nicht. Das Risiko, nach 80 km Piste wieder zurück geschickt zu werden, war uns zu groß. Wir entschlossen uns deshalb über Chile Chico nach Argentinien zu fahren. War zwar auch alles Piste, aber der dortige Grenzübergang ist elektrifiziert, die holen sich ihre Informationen selber.
Die Piste hatte es allerdings in sich. Der bessere Teil sah so aus.

Entschädigt hat wie immer das Drumherum.



Zum Abschluss noch mal eine Laguna Verde und dann ab/zurück nach Argentinien.

Das sind ja wieder super Geschichten! Bei der Wanderung zu den Dinobäumen wäre ich gerne dabei gewesen !
Super schöne Bilder,Danke dafür!
Gruß aus dem nie dagewesenen Zeppelinheim😄
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Wir hätten Dich auch gerne mitgenommen!
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