Einmal um die Ostsee – der Westen

In Lulea waren wir ja schon auf der Westseite der Ostsee, der schwedischen Küste, angekommen. Bei Lulea gibt es aber auch noch eine berühmte (Weltkulturerbe) Kirchenstadt. Für alle, die nicht wissen was eine Kirchenstadt ist, was uns bis zur Vorbereitung auf diese Reise einschließt, dies sind Ansiedlungen, die um eine Kirche herum entstanden sind und zum Großteil nur bewohnt sind, um eine Messe zu besuchen. Dies ist bis heute so, die Häuser dürfen nicht ständig bewohnt werden.

Gammelstads Kyrkstad ist eine von noch 16 existierenden Kirchenstädten in Schweden. Ursprünglich gab es mal 71.

Gleichzeitig ist es auch das alte Lulea (gegründet im 14. Jahrhundert). Als sich das Land aber immer mehr aus dem Meer hob, musste ein neuer Hafen, näher am Wasser gegründet werden. Das heutige Lulea.

Von hier aus ging es für uns in Richtung Höga Kusten. Diese gehört zusammen mit dem Kvarken Archipel an der finnischen Küste (ihr erinnert Euch) ebenfalls zum Weltnaturerbe. Sie liegt aus nördlicher Richtung gesehen zwischen Örnsköldsvik und Härnösand. Hier stellten wir erstmals fest, dass die „Saison“ in Schweden nur von Mitte Mai bis Ende August geht. Es war alles ziemlich leer und viele Campingplätze bereits geschlossen. Wir fanden aber noch etwas Schönes abseits auf dem Land.

Wir mussten allerdings auch einen Campingplatz anfahren, um nach Wildcamping und Stellplatz mal wieder zu duschen.

Die Höga Kusten ist ziemlich malerisch und wir machten immer wieder mal Pause, um die schöne Landschaft auch zu genießen.

Nach Norrfällsviken sind wir auf eine Halbinsel rausgefahren, um die Schärenlandschaft zu erkunden. Blöd war halt, dass alle touristischen Einrichtungen wie Cafés, Restaurants und Läden (inclusive der Fischläden) geschlossen waren. Dabei kommt aus dieser Gegend der weltberühmte Surströmming. Ihr wisst schon, der, der in den Dosen weiter gärt.

Trotzdem ist es wunderbar hier zu reisen und zu wandern.

Das Wahrzeichen der Höga Kusten ist die Högakustenbron (Hochküstenbrücke). Sie überspannt den Fluss Angermanälven in einer Höhe von 186m. In Schweden gilt sie als die schwedische Golden Gate.

Wieder etwas ab von der Küste gab es im „Skandinavien Reisehandbuch 2022“ einen guten Tipp für die Übernachtung auf einem außergewöhnlichen Campingplatz. War ein außergewöhnlich guter Tipp…

Gleichzeitig waren wir hier schon etwas hinter Härnösand, die Höga Kusten lag dementsprechend hinter uns. Für uns Zeit einen kleinen Abstecher nach Dalarna, einer Provinz an der norwegischen Grenze, zu unternehmen.
Als wir 2015 auf dem Weg zum Nordkapp waren, war unser VW Bus leider nicht termingerecht fertig geworden. Martin Hemp hatte uns deshalb seinen Terock geliehen, da wir ja vor unserer Reise nach Südostasien noch testen wollten, wie alles funktioniert. Als wir an der Fähre in Kiel in der Schlange standen, sprach auf einmal eine Frau Andrea an und fragte, wo denn Martin sei. Nach Aufklärung dieser Frage stellte sich heraus, dass Katrina auf dem Weg nach Schweden war. Sie hatte ein etwas überladenes Fahrzeug dabei, da sie mit Kindern und Hunden auswanderte und zu Ihrem Mann fuhr, der bereits in Dalarna mit dem Aufbau des geplanten Offroad Camps beschäftigt war. Sie lud uns ein, sie dort bei Gelegenheit mal zu besuchen. Nun gut „nur“ sechs Jahre später wollten wir das nachholen.
Für die Fahrt an die norwegische Grenze suchten wir uns eine schöne Tour aus und los ging’s.

Wie es sich für ein Offroad Camp gehört, hörten irgendwann die geteerten Straßen dann ganz auf und tatsächlich mussten wir am Schluss sogar mal – bei einer heftigen Steigung über lockeren Schotter – den 4×4 zuschalten.

Wie auf den Fotos schon zu sehen ist, ging uns langsam das schöne Wetter aus. Die Wetter Apps sagten uns für die nächste Woche Regen voraus. Für die ganze Woche. Also 24/7. Das konnte uns zunächst aber nicht abhalten, die Umgebung zu erkunden. Immerhin funktionierte unser Auto perfekt. Insbesondere die Heizung und die Isolierung sind doch etwas ganz anderes als in unserem VW Bus. Nasse Klamotten daher grundsätzlich kein Problem.

Und was das für eine Umgebung war…

Dies ist noch Gelände des Camps…
…auch hier wieder Schutz der empfindlichen Vegetation…
….

Traumhaft schön, wenn auch etwas nass.

Von Anfang an war klar, dass wir hier nicht kochen wollten. Statt dessen gab es eine Camper Vollpension. Zwar war die Saison für Elch- und Rentierburger schon vorbei, aber auch der normale Burger war nett. Auf Bärenburger hatten wir beide keine Lust.

Und am nächsten Morgen dies….

Eier, Schinken, Salami, Käse, frische Orangen und warme Waffeln mit Heidelbeermarmelade. Hammer!

Hier noch ein paar Eindrücke vom Offroad Camp, inclusive Loppis Bus…

..eine der festen Unterkünfte…
Grillplatz
Loppis Bus mit „Tauschware“

Ob der Wetteraussichten entschieden wir uns allerdings ab jetzt Richtung Heimat aufzubrechen. Das hieß, wir sparen uns Stockholm im Regen und fahren Richtung Vänern und Öresundbrücke nach Hause, bzw. erst mal noch an die Nordsee zum geplanten Abschluss bei Frau Hase in Greetsiel.

Zwischendrin war es kurz auch mal regenfrei…

Aber am Vänern war es wieder wie prognostiziert.

Hier übernachteten wir auf dem einzigen Campingplatz, den wir auch auf unserer Reise in 2015 besucht hatten. Am nächsten Morgen mussten wir uns in der Umgebung noch einen „Biltema“ suchen, da wir erstmals in unserem Leben AdBlue tanken mussten. Nach unserer Recherche war dies in Schweden am günstigsten in einem Biltema, einem „Baumarkt“ für Autozubehör, zu erledigen. Danach konnten wir in Ruhe Richtung Öresundbrücke aufbrechen. Sozusagen das letzte Highlight unserer Reise um die Ostsee.

….

Danach ging es Richtung Rödby und damit zur Fähre nach Puttgarden. Gegen 21.00 Uhr waren wir zurück in Deutschland. Geplant haben wir zunächst, in Hamburg am Hafen zu übernachten. Das verwarfen wir aber angesichts der Aussicht, am nächsten Morgen im Berufsverkehr von Hamburg zu stecken. Da wir auch noch fit waren, fuhren wir schließlich durch bis Greetsiel. So gegen 2.00 Uhr waren wir auch dort.

Auch wenn es an der Nordsee ist, ein Fischessen bei Frau Hase ist immer ein würdiger Abschluss für eine tolle Reise und so hatten wir nach einem total verregneten und stürmischen Tag ein Abendessen vom Allerfeinsten.

Ein Gedanke zu “Einmal um die Ostsee – der Westen

  1. Wie immer klasse Erlebnisbericht und tolle Eindrücke !! vielen Dank und in Vorfreude auf eure nächste Tour ..guten Start ins Hamsterrad und willkommen zurück !! LG rob

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